Fiat 600e und 600 Hybrid
Hybrid-Version stärkt den Elektro-Fiat

Mit dem 600e hat Fiat einen Kleinwagen mit Crossover-Proportionen im Programm – bisher nur elektrisch. Jetzt kommt auch die Mildhybrid-Version nach Deutschland.

Den italienischen Kleinwagen Fiat 600E (B-Segment) konnte man bisher nur als Elektro-Modell bestellen. Jetzt kommt auch in Deutschland die Hybridversion dazu – mit 100-PS-Benziner und 29-PS-E-Maschine. Wie beim 600E gibt es ihn in einer Basisvariante oder als Topmodell "La Prima".

Technisch basiert der 4,17 Meter lange Crossover auf der modifizierten E-CMP-Plattform (Common Modular Platform) des Stellantis-Konzerns. Auf dieser Basis baut schon der Opel Corsa-E, der Jeep Avenger und künftig auch der kleine Alfa-SUV auf. Alle Modelle werden im polnischen Werk Tychy vom Band rollen.

Unsere Highlights

Fiat 600E als Crossover

Im Vergleich mit seinem Technikspender zeigt sich der Fiat 600E nicht als reiner SUV, sondern als Crossover. Der Fünftürer zeigt vorn LED-Scheinwerfer und eine stark gebogene Motorhaube. Der Grill ist weitgehend geschlossen, dort verbaut Fiat zudem die Sensoren für die Assistenzsysteme und das teilautonome Fahren. Die Radhäuser sind etwas ausgestellt, in der Höhe der Türgriffe erscheint eine deutliche Sicke. Besonders am Heck ist der Fiat-500-Bezug gut zu erkennen. Hier trägt er die vom Fiat 500X bekannten Leuchten. Das leicht gekrümmte Dach läuft in einem größeren Dachkantenspoiler aus.

Elektro-Antrieb wie im Jeep

Im Interieur dominiert wie bei den Konzerngeschwistern der frei stehende Touchscreen (Bildschirmdiagonale: 10,25 Zoll) auf dem Armaturenträger. Der zeigt sich in dieser Form auch schon beim Jeep-Bruder. Das ebenfalls digital ausgeführte Cockpit ist unter einem kleinen gebogenen Cockpitdach untergebracht.

Mit Blick auf den Avenger sind auch die technischen Daten identisch. Im Unterboden des Fiat 600E steckt die gleiche 54-kWh große Traktionsbatterie. Weil der Akku etwas größer ist als beispielsweise im Opel Corsa-e, kommt der Italiener auch weiter. Mehr als 400 Kilometer Reichweite gibt Fiat an. Unter der Fronthaube sitzt dabei ein Elektromotor, der umgerechnet 156 PS an die Vorderräder schickt. Der Jeep Avenger soll in Deutschland ab 2024 sogar mit einem zweiten E-Motor und damit elektrischem Allrad kommen. Für den Fiat ist diese Option noch nicht bestätigt.

Fahrleistungen des Fiat 600E

Die Leistung und das Drehmoment von 260 Newtonmetern reichen für kraftvolles Beschleunigen locker aus. Neun Sekunden gibt Fiat für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h an. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie beim Jeep auf 150 km/h begrenzt. Dem Fahrer stehen im Fiat 600E zudem per Knopfdruck drei unterschiedliche Fahrmodi zur Verfügung: "Eco", "Normal" und "Sport".

Als Mildhybrid für einige Länder

Für ausgewählte Märkte, die Fiat bislang als nicht reif für eine reine Elektro-Strategie hält, gibt es den Fiat 600 auch noch mit einem mild hybridisierten Verbrennungsmotor. Unter der Haube arbeitet dann ein 100 PS starker 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit einem 48-Volt-Hybrid-System und einem ins Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe integrierten, 21 kW starken E-Motor zusammen. Der Mildhybrid spurtet in elf Sekunden von null auf 100 km/h.

Rein elektrisch fährt der Fiat 600 nur bis maximal Tempo 30 und auch nur höchstens einen Kilometer weit. Geplant ist bislang eine Markteinführung der Mildhybrid-Version in Italien, Großbritannien und nun auch in Deutschland. Hier kostet der Fiat 600 Hybrid mindestens 24.990 Euro. Die Topversion "La Prima" gibt es ab 29.990 Euro.

Fiat CEO versenkt

Mit einer spektakulären Aktion setzen die Italiener den 600er kurz vor seiner Premiere noch einmal in Szene. Fiat CEO Olivier Francois ließ sich in einem Fiat 600 in einen riesigen Farbeimer versenken. Das Happening soll auf eine ungewöhnliche Farbpalette für das neue Crossovermodell hinweisen.

Zwei Varianten zum Marktstart

Zum Marktstart wird es den Italiener aber nur in zwei Versionen geben. Der nahezu voll ausgestattete Fiat 600e "La Prima" fungiert dabei als Topmodell, das es zunächst in vier unterschiedlichen Farbtönen gibt. Jeder einzelne von ihnen soll auf die Schönheit Italiens aufmerksam machen und trägt die entsprechenden Bezeichnungen: Sun of Italy, Sea of Italy, Earth of Italy sowie Sky of Italy. Die Preise für diese Version starten bei 42.490 Euro.

Fiat 600E
Fiat
Verwechslungsgefahr ausgeschlossen: Die 600er-Schriftzüge hat Fiat rings ums Blechkleid verteilt.

Das Modell "Red" konzentriert sich mit seinen Recycling-Materialien im Innenraum dagegen mehr auf Nachhaltigkeit. "Red" soll auch an die Partnerschaft mit der gleichnamigen Organisation erinnern, die sich die Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose, Malaria und Covid-19 auf die Fahnen schreibt. Die rote Lackierung des Fiat 600e dient dabei als Erkennungszeichen – möglich sind aber auch Schwarz oder Weiß. Hier liegt der Grundpreis bei 36.490 Euro.

Fiat Topolino als Citroën-Ami-Klon

Der Fiat 600 beerbt wohl den Fiat 500X. Das zweite Modell 2023 wird die Reinkarnation des Topolino, der als Fiat-Version des Citroen Ami zu uns kommt.

Übrigens: Dass es den Fiat Seicento von 1999 bis 2002 bereits als Elektroauto gab, haben hierzulande wohl die Wenigsten auf dem Schirm. Der Seicento Elettra mit Siemens-Technik kostete seinerzeit 21.000 Euro, fuhr maximal 100 km/h schnell und mit seiner Bleibatterie höchstens 90 Kilometer weit. Ein Erfolgsmodell war er nicht – insgesamt wurden weniger als 300 Exemplare verkauft. Der erste Fiat Seicento (italienisch für 600) stammt freilich aus den 1950er-Jahren.

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Fazit

Fiat bringt den 600er als rein elektrischen Crossover zurückgebracht – jetzt folgt die Hybrid-Version. Der "Seicento" beerbt den Fiat 500X und ist deutlich erkennbar über dem elektrischen Fiat 500e positioniert. Nach unten runden der Topolino als Citroën-Ami-Klon und der Fiat Panda das Portfolio ab. Nach oben hin soll es noch ein weiteres Modell im B-Segment geben. Ersten Gerüchten zufolge einen SUV mit dem altbekannten Namen: Multipla.

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Erscheinungsdatum 29.02.2024

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