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Elektroauto Hyundai Inster: So kommt der Billig-Stromer

Hyundai Inster (2024)
So kommt der erste Billig-Stromer von Hyundai

Das Rennen um die kleinen E-Autos läuft endlich an. Das jüngste Model von Hyundai sortiert sich zwischen i10 und i20 und kommt mit einem bekannten Gesicht – zumindest für alle, die mit den Märkten in Indien und Korea vertraut sind. Was der Hyundai Inster für Europa mitbringt? Hier alle Infos und Details.

In der Elektromobilität ist Hyundai kein neues Gesicht. Von den ganz kleinen Stromern im Format des beliebten und ausgemusterten VW E-Up haben die Koreaner aber bislang die Finger gelassen. Mit dem Hyundai Inster soll sich das ändern. Wobei – neu wirkt der Inster dabei nicht, denn sein Design setzt auf die verspielten Elemente des kleinen Hyundai Casper, der mit Verbrenner beispielsweise in Korea und Indien angeboten wird.

Wie der Casper kommt der Inster vorn mit runden LED-Leuchten und einer flachen Schnauze. Die weit oben angebrachten Tagfahrleuchten greifen das Pixel-Design der Ioniq-Familie auf und zählen zu den auffälligsten Unterscheidungsmerkmalen. Pixel gibt es auch am Heck für die Brems- und Rückleuchten. In der Seitenansicht sind kaum Unterschiede auszumachen. Denn wie der Casper kommt auch der Inster im gefälligen Miniature-Cross-Over-SUV-Design.

Unsere Highlights

Maße und Karosserie

Damit aus dem Verbrenner Casper der Elektrowagen Inster wird, musste die H2-Plattform ein bisschen wachsen. Den Rang läuft der Inster seinen europäischen Verbrennerkollegen damit aber nicht ab. Denn mit 3,83 Metern Länge liegt er genau zwischen dem Hyundai i10 (3,67 m) und dem Hyundai i20 (4,04 m).

Hyundai Inster technische Daten

Abmessungen LxBxH (mm)

3.825/1.610/1.575

Radstand (mm)

2.580 mm

Kopffreiheit v/h (mm)

1.028/982

Beinfreiheit v/h (mm)

1.050/885

Kofferraumvolumen (l)

280-351

Max. Reifengröße

205/45 R17

Räder

15-17", LMF oder Stahl

Batteriekapazität

42 kWh / 49 kWh

Spannung (42 kWh / 49 kWh)

266 V / 310 V

Leistung Elektromotor (42 kWh / 49 kWh)

71 kW (97 PS) / 85 kW (115 PS)

Höchstgeschwindigkeit (42 kWh / 49 kWh)

140 km/h / 150 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h (42 kWh / 49 kWh)

11,7 Sek. / 10,6 Sek.

Reichweite (WLTP, vorläufig)

ca. 355 km (49 kWh/15-Zoll-Räder)

Energieverbrauch (vorläufig) (42 kWh / 49 kWh)

15,3 kWh/100 km (15-Zoll-Räder)

On-Board-Ladegerät

11 kW

Ladezeit AC (mit 11 kW)

4 Stunden (16A) / 4 Stunden 35 Minuten (16A)

Ladezeit DC 10-80 %

Ca. 30 Minuten

In der Breite unterbietet er die beiden sogar mit seinen 1,61 Metern. Selbst der i10 ist sieben Zentimeter breiter, der i20 sogar fast das Doppelte. In der Höhe überragt der Inster die beiden aber mit seinen 1,58 Meter um bis zu zehn Zentimeter. Der Radstand ist mit 2,58 Metern dafür auf dem Niveau des i20.

Das Kofferraumvolumen liegt bei variablen 238 bis 351 Liter mit aufgestellter Rückbank. Wird die zweigeteilte Lehne im Fond umgeklappt, bringt es der Inster sogar auf ein Ladevolumen von 1.059 Liter. Wer es drauf anlegt, kann sogar Fahrer und Beifahrersitze umklappen, um den Inster zum Mikrocamper mit 2,20 Meter langer Liegefläche machen – dann sollte man sich allerdings noch eine dünne Matratze mitnehmen.

Aerodynamik

Bei der für E-Autos so relevanten Windschlüpfigkeit kann der Inster nicht so gut punkten – wobei kleine Autos hier systembedingt benachteiligt sind. Der cW-Wert liegt bei 0,3 – auch dank des aktiven Aero-Elements an der Front. Dort haben die Techniker eine kleine Klappe untergebracht, die nur geöffnet wird, wenn die Technik gekühlt werden muss. Das macht das Auto im geschlossenen Zustand minimal windschlüpfiger, genaugenommen um 0,009 beim cW-Wert.

Da die Stirnfläche des Inster allerdings nur bei 2,2 Quadratmetern liegt, ist der vermeintlich schlechte cW-Wert wohl verschmerzbar. Denn so kommt der Inster auf einen Luftwiderstand von 0,66 – für einen Kleinwagen kein schlechter Wert.

Innenraum

Mit seinen schmalen Abmessungen bietet der Inster ein erstaunlich luftiges Raumgefühl. Denn trotz der geringen Breite gehen die Passagiere nicht zwangsläufig mit ihrem Nebensitzer auf Tuchfühlung. Das gilt allerdings nur für den Viersitzer. Für den europäischen Markt arbeitet Hyundai gerade noch an einer 3-Sitzer-Rückbank, die später angeboten werden soll.

Schon ab dem Marktstart gibt es im Inster aber die zwei üblichen 10,25-Zoll-Displays fürs Cockpit und als Infotainment-Screen. Dazu kommen ein Schiebedach, Ambientebeleuchtung und Recyclingmaterialien im Innenraum. Darüber hinaus wirkt der Inster aufgeräumt und klar strukturiert. Nur an die Position des Gangwahlhebels unten rechts beim Lenkrad muss man sich gewöhnen. Das Design des Lenkrads erinnert mit seinem Pralltopf an den Hyundai Ioniq 5 und hat kleine LED-Punkte integriert, die etwa beim Laden des Stromers den Akkustand anzeigen.

06/2024 Hyundai Inster Elektro Kleinwagen Elektroauto statische Premiere
Hyundai

Nettes Detail: Die Sitze lassen sich komplett umlegen und als Liegefläche nutzen.

Die Rückbank ist 50:50 geteilt und verschiebbar, was dafür sorgt, dass im Fond auch erwachsene Passagiere gut untergebracht sind. Hyundai-typische Nettigkeiten wie Sitzheizung gibt es dagegen nur vorn, eine Sitzbelüftung wird gar nicht angeboten, da der Inster nur mit Stoffsitzen ausgeliefert wird. Dafür gibt es optional eine Wärmepumpe, mit der der Innenraum effizient geheizt werden kann.

Laden geht auch bidirektional

Von der Wärmepumpe profitiert in der Regel auch die Batterie. Nicht nur, weil sie oft sparsamer mit der Energie umgeht und die Reichweite schont, sondern auch, weil mit ihr die Zellen besser temperiert werden können, was die Ladeleistung verbessert. Für üppige Werte an der Schnellladesäule sorgt das beim Hyundai Inster allerdings nicht. Schon bei 85 kW ist das Maximum fürs Gleichstromladen am DC-Charger erreicht. Das Laden von 10 auf 80 Prozent SOC sei so innerhalb von 30 Minuten drin, heißt es von Hyundai.

An der heimischen Wallbox oder unterwegs am AC-Lader kann der Inster mit 11 kW geladen werden und benötigt so rund vier Stunden für eine Vollladung. Allerdings kann der Akku des Hyundai Inster nicht nur Energie über den Typ-2-Stecker aufnehmen. Er kann auch bis zu 3,6 kW Leistung über eine Vehicle-2-Load-Funktion (V2L) an einzelne Verbraucher abgeben. Das geht über den Ladeport vorn an der Nase oder die Schuko-Stecker im Inneren. Einen Laptop laden oder die Kühlbox beim Camping nutzen ist damit kein Problem.

Reichweite und Akku

Für lange Campingreisen mit viel Gepäck ist der Inster freilich nichts. Aber laut Hyundai soll das Auto immerhin auf eine Norm-Reichweite von bis zu 350 km kommen. Das gilt allerdings nur für den großen Akku. Der kommt auf eine Kapazität von 49 kWh und setzt nicht auf günstige LFP-Zellen, wie viele chinesische Autobauer, sondern auf NMC-Technik. Das gilt auch für das Einstiegsmodell mit dem kleineren Akku. Der kommt auf eine Kapazität von 42 kWh, die Reichweite dürfte dort bei rund 300 km liegen.

Antrieb

Je nach Batterie kommt der Hyundai mit unterschiedlichen Leistungsangaben. Das maximale Drehmoment ist mit 147 Nm bei beiden Modellen identisch, mit dem großen 49 kWh-Akku liegt die Maximalleistung aber bei 84,5 kW (115 PS), während der Inster mit dem kleinen Akku nur 71,1 kW (97 PS) abrufen kann. So vergehen beim Einstiegsmodell 11,7 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h, beim Auto mit dem großen Akku geht das in 1,1 Sekunden schneller. Unterschiede gibt es auch bei der Höchstgeschwindigkeit: Mit dem 42-kWh-Akku kommt der Inster nur auf 140 km/h in der Spitze. Mit dem 49-kWh-Akku sind auch 150 km/h möglich.

Marktstart und Preis

Ganz so eilig wie viele Interessenten hat es Hyundai mit dem kleinen Inster leider nicht. Vom Importeur heißt es, dass die Autos im Dezember in Europa ankommen sollen. Der Verkauf starte damit voraussichtlich im Januar 2025. Bestellt werden könne aber schon früher.

Preiswunder brauchen die Kunden aber nicht erwarten. Der Einstandspreis dürfte nicht bei 20.000 Euro, sondern eher bei knapp 25.000 Euro liegen – und das auch nur für das Basismodell. Noch einmal teurer wird es wohl für den Inster mit großem Akku.

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Fazit

Hyundai bringt das kleine Crossovermodell Casper in einer Elektroversion auf den europäischen Markt. Bei uns heißt er Hyundai Inster und soll bis zu 350 Kilometer weit fahren. Bis der Inster beim Händler steht, dauert es aber voraussichtlich noch bis Januar 2025.