Grecale, Granturismo und Co. als Elektromodell
Kommt da bei Maserati eigentlich noch was?

Bis 2030 will Maserati nur noch E-Autos anbieten. Stand Anfang 2024 gibt es jedoch noch keines zu kaufen. Steht deshalb die komplette Elektro-Strategie auf der Kippe? Wir haben uns umgehört.

Maserati Folgore Elektro Modelle Grecale Granturismo MC20 Collage
Foto: Maserati / Patrick Lang

Für eine Marke, die so sehr mit der akustischen Erlebbarkeit eines großvolumigen Achtzylinders in Verbindung gebracht wird, ist ein Wandel in der Antriebstechnik extra-schwer. Maserati ist Emotion, Maserati ist laut, Maserati ist sportlicher Luxus – und doch soll es ab 2030 still werden. Bis dahin nämlich wollen die Italiener ausschließlich Elektroautos anbieten. Die entsprechenden Fahrzeuge erhalten mit der Zusatzbezeichnung "Folgore" das italienische Wort für "Blitz" hinter die Modellbezeichnung. Grecale, GranTurismo, GranCabrio, Levante, MC20, Quattroporte – sie alle sollen die Marken-DNA in eine neue Ära übersetzen. Auf den Straßen ist davon bislang noch nichts angekommen.

Der große E-Ratgeber

Kein einziger Dreizack-Stromer ist in der KBA-Statistik 2023 zu finden. Verwunderlich? Wohl kaum. Zwar waren die E-Versionen von Grecale, GranCabrio und GranTurismo ursprünglich für 2023 angekündigt. De facto jedoch befinden sich die Fahrzeuge mit etwas Verspätung erst jetzt in der Produktion. Der Sportwagen GranTurismo sei bereits auf dem Weg in den Handel, heißt es seitens des Herstellers. Ende des ersten Quartals 2024 sollen zumindest Grecale und GT in den Verkauf gehen. Im Online-Konfigurator sind beide schon seit einiger Zeit zu finden. Das Cabrio folgt später im Jahr 2024.

Maserati Grecale Folgore
Maserati

Sowohl Grecale als auch GranTurismo lassen sich als E-Version "Folgore" bereits im Konfigurator zusammenstellen. In den Verkauf geht es Ende des ersten Quartals 2024.

Die E-Strategie bleibt

"Die Elektro-Strategie von Maserati steht unbenommen", bestätigt uns ein Sprecher auf Nachfrage. Andere Online-Portale wittern dagegen ein Einknicken der Italiener. Der Quattroporte, dessen Elektro-Version sich derzeit in der Entwicklung befindet, war bislang für 2025 angekündigt. Dieses noch recht vage Datum verschiebt sich jedoch weiter in die Zukunft. Sowohl bei der großen Limousine als auch beim großen SUV Levante läuft derzeit der Abverkauf bestehender V8-Modelle. Den Antrieb aus Maranello wird es mit der nächsten Generation nicht mehr geben. Die Produktion des Levante an sich wird zudem zum 31. März 2024 komplett eingestellt. Vor allem beim Quattroporte Folgore als einem der Flaggschiff-Modelle sei die Markt-Einführung eine Frage des richtigen Zeitpunkts, erfahren wir von Maserati. Andere Medien berichten von unzureichender Marge wegen zu hoher Zulieferer-Preise.

Während Maserati an allen geplanten Folgore-Modellen festhält, dürften die Tage für den Ghibli gezählt sein. Stattdessen soll es den kommenden Quattroporte mit kurzem und langem Radstand geben, wie Maserati General Manager Grant Barling schon 2022 verlauten ließ. Die kurze Variante gibt dann den Ersatz für den Ghibli. Wie sich ein Elektro-Maserati fährt, können Sie indes übrigens unserer Fotoshow oben im Artikel entnehmen.

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Fazit

Maserati hält an seiner Elektrostrategie fest, auch wenn im Netz derzeit anderslautende Gerüchte die Runde machen. Bis auf den Ghibli, der komplett aus dem Portfolio fliegt, sollen alle Baureihen auch als E-Modell "Folgore" angeboten werden. Lediglich die Einführungstermine verschieben sich laut Hersteller nach hinten. Ab 2030 sollen dann alle Verbrennermodelle aus dem Angebot verschwunden sein.

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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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