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Meyers Manx 2.0 Electric: Buggy mit E-Antrieb

Meyers Manx 2.0 Electric
Elektro-Buggy mit deftigem Preis

Der Meyers Manx Buggy trug viel zum kalifornischen Lebensgefühl bei. Jetzt gibt es das Strandauto auch mit Elektroantrieb zu einem Preis, der sich gewaschen hat.

08/2022, Meyers Manx 2.0 Electric Buggy mit Elektroantrieb
Foto: Meyers Manx

Surfen, der VW Bulli und auch der VW Buggy genannte Dünenrenner von Bruce Meyers, der selber begeisterter Surfer war, haben viel zum Entspannt-Image von Kalifornien beigetragen. Der originale Meyers Manx Buggy basierte auf einem VW Käfer – und Bruce Meyers ging 1971 unter anderem deshalb pleite, weil zirka 70 andere Unternehmen seine tolle, aber nicht patentierte Idee kopiert hatten. Trotzdem wuchs nur der echte Meyers Manx Buggy zum Kult, weshalb Bruce Meyers im Jahr 2000 einen Neuanfang wagte. 94-jährig verkaufte Meyers sein Unternehmen Mitte November 2020 an die Investment-Firma Trousdale Ventures – am 19. Februar 2021 ist Bruce Meyers gestorben. Das von ihm erfundene Spaß-Auto hat aber eine Zukunft: Trousdale Ventures hat eine rein elektrische Variante des Strandbuggys mit der Modellbezeichnung Meyers Manx 2.0 Electric an den Start gebracht.

Unsere Highlights

Leiter des Buggy-Projekts bei Trousdale Ventures ist der Auto-Designer Freeman Thomas, der unter anderem in den frühen 1990er-Jahren am VW New Beetle mitgearbeitet hatte. Gegenüber dem US-Automagazin Autoweek hat Thomas nicht nur die Ausrüstung mit einem Elektroantrieb betont, sondern auch darauf hingewiesen, dass der neue Buggy die gleiche Größe haben wird wie sein Vorgänger. Sein Team hat den originalen Meyers Manx Buggy komplett digitalisiert und leitet daraus die Form des Neuen ab. Thomas vergleicht die Design-Entwicklung des Buggys mit der des Porsche 911: "Es ist, als würde man den ursprünglichen 911 nehmen und ihn alle Evolutionsstufen von der Baureihe 901 bis zum, sagen wir mal, 964 durchlaufen lassen." Aber Thomas betont auch, dass der Neue besser und leistungsfähiger sein muss als das Verbrenner-Original.

Mit Monocoque-Chassis – wie früher

Entwicklungs-Chef Thomas verspricht auch, dass der Meyers Manx 2.0 Electric dank Knautschzonen, Seitenaufprallschutz, Sicherheits-Lenksäule und eines um die Frontscheibe verlaufenden Überrollbügels sicher ist. Wie beim Original sitzt die Karosserie auf einem Monocoque-Chassis, das nun jedoch auch hinten geschlossen ist; früher wurde hier offenherzig der luftgekühlte Boxermotor zur Schau gestellt. Als Dachvarianten stehen ein Hardtop, ein Softtop und ein sogenanntes Bimini-Top zur Verfügung. Bimini-Tops sind vor allen Dingen von Booten bekannte luftige Sonnenverdecke aus Stoff.

Stichwort Stoff: Die beiden von Kopfstützen befreiten Sitze tragen auf dem Fotofahrzeug karierte Bezüge, die aufgrund des offenen Wesens des Buggys leicht zu reinigen sein sollen. Der auffällig illuminierte Tacho sitzt in der Mitte des Armaturenbretts und stellt in seinem Zentrum das Navigations-Display dar. Rechts und links vom Geschwindigkeitsmesser schließen sich Drucktasten an, die ebenfalls von Licht umrandet werden. Optional soll der Zweisitzer eine Klimaanlage erhalten.

Mit Hightech-Akku

Bei der Wahl der Akku-Technologie kommt Trousdale Ventures zugute, dass der Investor auch Anteile am kalifornischen Batterie-Entwickler Coreshell hält. Coreshell hat ein Verfahren zur Nano-Beschichtung der Innenseite von Batteriezellen entwickelt, das den Abbau von Anode und Kathode während der Ladevorgänge verlangsamen soll. Die Technik soll außerdem die Nutzung einer größeren Spannungsbreite und eine höhere nutzbare Speicherkapazität pro Zelle ermöglichen. Auch ein thermisches Durchgehen, also das Ausbreiten des Brandes einer einzelnen Zelle auf ihre Nachbarzellen, soll beim Coreshell-Akku nicht mehr möglich sein. Und genau so einen modernen Akku soll der Meyers Manx 2.0 Electric bekommen.

Die Kapazität der kleineren von zwei Akkuvarianten beträgt 20 Kilowattstunden; das soll für bis zu 150 Meilen (gut 240 Kilometer) Fahrt reichen. Die größere Option bietet die doppelte Größe (40 kWh) und damit auch die doppelte Reichweite (rund 480 km). Vor allen Dingen wegen des Gewichts der Traktions-Batterie steigt jenes des Meyers Manx 2.0 Electric um zirka 180 Kilogramm – damit wäre das Strandauto aber immer noch 748 Kilogramm leicht. Der Elektro-Buggy rollt auf vorne und hinten unterschiedlich großen, tief geschüsselten Rädern, die mit grobstolligen Reifen des Typs General Grabber A/T bezogen sind.

Deutlich stärker als das Verbrenner-Original

Anfangs erprobte das Buggy-Entwicklungs-Team einen Antriebsstrang mit einem 180-kW-Motor (245 PS). Das Serienmodell tritt mit zwei E-Motoren an der Hinterachse an, die zusammen 150 kW leisten und ein maximales Drehmoment von 325 Newtonmetern liefern. Damit soll der Meyers Manx 2.0 Electric in 4,5 Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h) beschleunigen. Das Fahrwerk arbeitet rundum mit Einzelradaufhängung und die Bremsanlage arbeitet regenerativ; sie kann also Energie zurückgewinnen und in der Batterie speichern. Die Motoren, der Wechselrichter, das Getriebe und die Bremsen sind in einer Einheit untergebracht.

Für Fans von klassischen Antrieben wollte der Hersteller ursprünglichen Plänen zufolge eine weitere Variante mit Verbrennungsmotor anbieten. Zu diesem Antriebsstrang ist bisher allerdings noch nichts bekannt. Auch die offizielle Meyers-Manx-Website verschweigt diese Modellvariante.

Elektro-Buggy kostet 74.000 Dollar

Bruce Meyers selbst hatte übrigens die Zeichen der Zeit erkannt und bereits im Jahr 2014 einen rein elektrisch angetriebenen Prototyp seines Buggys entwickelt. Das Auto hat es aber nie zur Serienreife geschafft. Der neue Meyers Manx 2.0 Electric kann ab sofort reserviert werden. Als Anzahlung werden 500 Dollar verlangt. Der Endpreis für einen Elektro-Buggy beträgt 74.000 Dollar (umgerechnet rund 68.300 Euro). Damit hat er sich weit entfernt von der Idee eines günstigen Dünen-Flitzers.

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Als luftiger Zweitwagen für entspannte Touren abseits der Autobahn: ja.Ein reines Spaßauto? Nein.

Fazit

Für Bruce Meyers sollte der Dünenbuggy Freiheit vermitteln und günstig in Anschaffung und Unterhalt sein. Ein neuer rein elektrisch angetriebener Buggy könnte Bruce Meyers' Idee in die Gegenwart führen, zumal ein geräuscharmer und lokal emissionsfreier E-Antrieb perfekt zu einem Stand-Spaßauto passt. Auch im Unterhalt sind Elektroautos deutlich günstiger als ihre Geschwister mit Verbrennungsmotor. Ein Einstiegspreis von 74.000 Dollar dürfte die Freude der Fans am neuen Meyers Manx 2.0 Electric allerdings deutlich schmälern.