BMW M240i xDrive
Quertreiber mit Allradantrieb

Schon das wuchtige Design ist eine starke Ansage, und mit dem famosen Sechszylinder unter der Fronthaube wird das neue 2er-Coupé sogar zum Solitär unter den Kompaktsportlern. Klarer Fall: ein Fall für Fans.

BMW M240i xDrive Coupe
Foto: Tom Kirkpatrick

Dicke Backen, Powerdome, weit aufgerissene Nüstern mit Luftklappensteuerung: Bereits das Design des neuen 2er Coupés lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass der alte BMW-Sportsgeist lebt – und wie. Die riesige Doppelniere à la 4er fehlt zwar, doch mit ihrem extrovertierten Stil und der schillernden Sonderfarbe Thundernight Metallic wird die Neuauflage vollends zum heißen Feger in der Tradition vom 2002 Turbo, vom ersten M3 und von M135i und M235i. Vor allem nutzt der Zweitürer nun als einziges Mitglied der großen 1er- und 2er-Familie statt der Frontantriebsplattform die technische Basis von 3er und 4er, die neben Hinterrad- oder Allradantrieb auch den Einbau eines Sechszylinders erlaubt.

Unsere Highlights

Grundpreis: 56.000 Euro

Den wollten schon beim Vorgänger fast ein Drittel der Kunden haben, und so ist das von BMW zum ersten Kennenlernen erkorene Topmodell M240i trotz des sportlichen Grundpreises von 56.000 Euro weit mehr als eine exotische Randfigur. Allerdings gibt es das von 340 auf 374 PS erstarkte Dreiliter-Aggregat hier nur noch mit Allradantrieb und Achtstufenautomatik, sodass Puristen auf den künftigen M2 ohne diese Zutaten hoffen. Ansonsten ist der neue M240i schon sehr nahe dran am bisherigen M2 Competition mit 410 PS, nimmt ihm beim Spurt auf 100 km/h laut BMW sogar eine Zehntelsekunde ab.

BMW M240i xDrive Coupe
Tom Kirkpatrick
Der Sechszylinder leistet 374 PS.

Wichtiger: Trotz größerer Außenmaße und stattlichen Leergewichts schaffen die perfekte Sitzposition auf dem haltstarken Sportsitz und die wunderbar eingängige Bedienung sofort eine innige Verbundenheit, bis auf die mäßige Rundumsicht und das gewöhnungsbedürftige Digitalcockpit passt der Wagen wie ein Maßanzug. Also Startknopf drücken, Wählhebel auf "D", und mit dem ersten Gasstoß feiert das Turbotriebwerk die Wonnen eines klassischen Reihensechsers. Wie er klingt, wie er dreht und geht – das zaubert immer wieder ein Grinsen ins Gesicht.

Lieber zart als hart

Dabei hält das mit mehr Spurweite und Radstand sowie hubabhängigen Stoßdämpfern optimierte Fahrwerk locker mit, beim Topmodell stets um 19-Zoll-Räder, Sportdifferenzial und -bremsanlage ergänzt. Auch dank verbesserter Steifigkeit und perfekter Gewichtsbalance wirkt das Coupé herrlich neutral und agil, lässt sich mit der Sportlenkung äußerst feinfühlig und zielgenau dirigieren und in "Sport Plus" zu zartem Übersteuern animieren, ohne mit harten Kontern zu drohen. Trotz straffer Grundabstimmung pariert die Federung sogar Stöße ganz manierlich.

BMW M240i xDrive Coupe
Tom Kirkpatrick
Spezielle 19-Zöller, feine Sportsitze und -bremsen sind serienmäßig.

Der sonstige Zuwachs an Alltagskompetenz hält sich hingegen in Grenzen. Ein paar Zentimeter mehr hier und da ändern nichts am überschaubaren Platzangebot vor allem auf den hinteren Einzelsitzen, und anders als der Assistenzumfang verharrt der variable Kofferraum auf gewohntem Niveau. Doch für Hobbyspediteure und kühle Rechner gibt es ja reichlich Alternativen, während der M240i als kompaktes Stufenheck-Coupé mit dem tollen Sechszylinder allein auf weiter Flur steht. Und eben dort ist er auch in seinem Element.

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Über 350 PS in einem Kompaktmodell sind ...
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... genau das, wovon ich immer geträumt habe.... zu viel des Guten. Braucht doch kein Mensch.

Fazit

Wie erfrischend, dass sich der M240i trotz geballter Elektronik so analog, direkt und packend fahren lässt. Schon das normale 2er-Coupé verspricht mehr Freude am Fahren als beim Sparen.