Im Dacia Duster auf 1.800 Meter Höhe
Wie viel Offroad kann der Budget-SUV?

Dacia lädt zur Offroad-Tour im Duster 4x4. Um dessen Talent zu beweisen, liegt unser Ziel auf 1.800 Meter Höhe. Gelingt der Aufstieg in Deutschlands günstigstem SUV?

Dacia Duster 4x4 Essential Camp La Haut Frankreich Offroad
Foto: Adrien Cortesi / Patrick Lang

Wer automobil das Gelände jenseits von Wald- und Feldwegen erobern will, hat die Wahl zwischen Mercedes G-Klasse, Jeep Wrangler und Suzuki Jimny. Die ersten beiden sind ziemlich teuer, letzteren gibt es in Deutschland nur als Nutzfahrzeug ab 27.000 Euro. Was wäre, wenn wir Ihnen sagen, dass das auch für 3.000 Euro weniger möglich ist? Tja, den Dacia Duster 4x4, dem der Nissan X-Trail seinen Allradantrieb spendiert, haben Sie als echtes Geländefahrzeug vielleicht nicht auf der Rechnung, doch das will der Hersteller ändern.

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Passend zur geplanten Neupositionierung als Outdoor-Marke, lädt Dacia zu einer Testfahrt in die französischen Alpen. Dort soll der Budget-SUV über raues Geläuf auf 1.800 Meter Höhe klettern. Oben wartet mit dem "La Haut" als Belohnung eine einmalige Location, die zur Übernachtung Container bereitstellt, die ihr erstes Leben als Unterkunft für Polar-Forscher verbracht haben, bevor es am Folgetag wieder ins Tal geht. Der Betreiber dieses unkonventionellen "Hotels", Marc Azzolini, kutschiert seine Gäste üblicherweise mit einem Steyr-Puch Pinzgauer 6x6 in das Chalet mit Blick auf den Mont Blanc. Wer auf das rustikale Shuttle verzichtet, geht einen halben Tag zu Fuß bergan. Große Fußstapfen also für den Duster.

Sperre rein, Traktionskontrolle raus

Es geht ans Eingemachte. Also den Drehregler auf 4WD-Lock, um die passende Antriebsmomentverteilung zu gewährleisten, Traktionskontrolle in die Zwangspause und los geht’s. Die ersten 300 Meter wirkt das eindringliche Vorab-Briefing reichlich überzogen. Ein Schotterweg führt durch beschauliche Nadelwäldchen, was nur eingefleischten Stadtmenschen wie ein echter Gelände-Ausflug erscheinen dürfte. Doch nach und nach wird das Geröll gröber und als schließlich die erste ernst zu nehmende Senke im Weg eine diagonale Anfahrt erzwingt, wird klar: die Damen und Herren Dacia meinen es ernst.

Dacia Duster 4x4 Essential Camp La Haut Frankreich Offroad
Adrien Cortesi

Auf dieser Strecke ist üblicherweise nur ein Steyr-Puch Pinzgauer 6x6 unterwegs. Große Fußstapfen für den Duster.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Fahrzeuge leicht angepasst wurden. Allerdings nicht in einem Umfang, dem jeder x-beliebige Kunde nicht auch für schmales Geld nacheifern könnte. Etwas gröbere Reifen von Cooper Tires, einer Goodyear-Tochter, stecken auf den Achsen. Dazu ziert ein stählerner Unterfahrschutz die Front des Duster. Das Teil aus dem offiziellen Zubehör-Programm (rund 250 Euro) wird später reichlich mitgenommen aussehen.

Und dann passiert es doch. Längst erinnern nur noch vereinzelte Fichten an den bereits passierten Nadelwald, da schweift der Blick vom Weg ab ins atemberaubende Panorama der französischen Alpen und "rrrrrrschttttt". Der Duster gräbt sich in eine sandige Stelle und stellt den Vortrieb ein. Okay, Ruhe bewahren. Die Steigung nährt indes das Gefühl hintenüber zu kippen, was nicht gerade zur Deeskalation beiträgt. Konzentration. Das Steuer zwei volle Umdrehungen nach links gewälzt und sachte ans Gas. Der stumpfe Winkel zwischen Reifen und Route besorgt den nötigen Grip für einen beherzten Ruck aus der feinkörnigen Falle. Sofort gegenlenken und weiter auf Kurs. Geschafft.

Dacia Duster 4x4 Essential Camp La Haut Frankreich Offroad
Adrien Cortesi / Patrick Lang

Oben angekommen, entschädigt die Aussicht für jeden einzelnen Schweißtropfen.

Der Duster muss wieder bergab

Die Aussicht entschädigt für jeden einzelnen Schweißtropfen. Die Spitze des Mont Blanc glüht rot in der Abendsonne, der Duster hat Feierabend. Mit seinen 115 Diesel-PS hat er sich souverän auf 1.830 Meter über dem Meeresspiegel gewühlt. Wohlweislich, dass der Abstieg am nächsten Tag erneuter Anstrengung bedarf. Zumal das Mehrgewicht der Passagiere nach einem ausgiebigen Käse-Fondue-Dinner im Duell gegen die Hangabtriebskraft nicht eben hilfreich ist.

Schließlich bricht der große Tag für die Bergabfahrhilfe an. Angesichts herannahender Kehren ohne Wegbegrenzung ein mehr als willkommenes Ausstattungsmerkmal. Stoisch hält der Duster sein gemächliches Tempo, während er über große und kleine Felsen gen Tal schaukelt. Am Fuß des Berges wandert der Blick unweigerlich erstaunt zurück. Die Wenigsten trauen einem Dacia diesen abenteuerlichen Ausflug wohl zu. Doch hier am Berg bewegt sich Deutschlands günstigster SUV tatsächlich auf Augenhöhe mit seinen deutlich kostspieligeren Mitbewerbern.

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Fazit

Dacia stellt bei einem Ausflug in die französischen Alpen die Offroad-Qualitäten des Duster 4x4 unter Beweis. Sollten Sie den Low-Budget-SUV nicht als Gelände-Talent auf dem Zettel gehabt haben, lassen Sie sich eines Besseren belehren. Mit Allrad, Sperre und geringem Gewicht geht es nicht nur souverän über Stock und Stein nach oben, sondern dank Bergabfahrhilfe auch wieder sicher nach unten.