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F1-Gegner unterschätzt: Alpine-Debakel in Bahrain?

Alpine befürchtet Fehlstart
Überrascht vom Fortschritt der Gegner

GP Bahrain 2024

Die Alpine-Piloten stellen sich auf eine längere Leidenszeit mit dem A524 ein. Die Schwächen seien erkannt, heißt es. Bis Lösungen kommen, kann es aber noch dauern. Beim Auftakt in Bahrain droht ein Debakel.

Alpine - Formel 1 - GP Bahrain - 28. Februar 2024
Foto: ams

Nach drei Testtagen ist Alpine das größte Sorgenkind im Feld. Die Analyse der Rundenzeiten weist den französischen Werksrenner in viele Experten-Rankings als das langsamste aller zehn Autos aus. Streckenbeobachter konnten erkennen, dass die Fahrer auf der Piste alle Hände voll zu tun hatten, den A524 in der Spur zu halten.

Es war klar, dass die Piloten am Pressetag vor dem Saisonauftakt einige kritische Fragen beantworten mussten. "Es kommt nicht komplett überraschend. Wir hatten schon im Simulator gemerkt, wo die Schwächen im Vergleich zum alten Auto liegen", erklärte Esteban Ocon. Kollege Pierre Gasly fügte an: "Es ist ein komplett neues Konzept. Es war klar, dass wir noch viel lernen müssen."

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Ein schwieriger Start war also befürchtet worden, dass es aber so schlecht wird, kam dann doch überraschend. Wo das Problem konkret liegt, darauf wollten die Fahrer aber nicht eingehen: "Es gibt ein Problem, das größer ist als die anderen. Die kleineren Dinge haben wir schon beim Test lösen können. Die Balance ist eigentlich gar nicht so schlecht. Aber bis wir wieder in der Spur sind, braucht es Zeit", befürchtet Ocon.

Esteban Ocon - GP Bahrain 2024
xpb

Esteban Ocon hat das Vertrauen in die Ingenieure noch nicht verloren.

Mangelnder Grip und Übergewicht

Offenbar kämpfen die Fahrer vor allem mit mangelndem Grip. Dazu kommt der hohe Luftwiderstand, der auf den Geraden bremst. Das Auto ist zudem übergewichtig. Zehn Kilogramm zu viel soll der A524 mitschleppen, heißt es. Das würde alleine drei Zehntel ausmachen. Im engen Mittelfeld kann man sich solche Schwächen nicht leisten.

Ocon hofft, dass die Ingenieure schnell mit Lösungen um die Ecke kommen. "Wir haben genau erkannt, woran wir arbeiten müssen. Das haben wir auch schon nach Enstone und Viry weitergeleitet. McLaren hat gezeigt, dass man sich verbessern kann. Das muss unser Vorbild sein, dem wir nacheifern. Sie haben gezeigt, dass es möglich ist. Es gibt allen im Mittelfeld Hoffnung, dass es nach oben gehen kann."

McLaren wusste beim Saisonstart vor zwölf Monaten aber schon, dass man noch ein paar gute Entwicklungen in der Pipeline hat. Bei Alpine scheint der goldene Schuss noch nicht in Sicht. Das Vertrauen in seine Techniker hat Ocon nach eigener Aussage aber nicht verloren: "Bevor man den Fortschritt nicht liefert, kann man sich nicht sicher sein, dass er kommt. Ich muss meinem Team vertrauen. Wenn das nicht der Fall wäre, dann gäbe es kein Grund, hier zu fahren."

Alpine - Formel 1 - GP Bahrain - 28. Februar 2024
ams

Im Vergleich zum letzten Testtag hat Alpine wieder etwas Farbe von der Nase gekratzt, um ein paar Gramm zu sparen.

Bahrain besonders schlecht für Alpine

Der Franzose will die Saison nicht frühzeitig abschreiben. Die Strecke in Bahrain hebe die Probleme von Alpine besonders hervor. In Jeddah könne es sieben Tage später schon anders aussehen. Für das erste Rennen ist Ocon aber auf alles vorbereitet: "Ihr verkauft Alpine als das schlechteste Auto. Das ist durchaus eine Möglichkeit, weil noch nicht alle Autos gegeneinander gekämpft haben. In zwei Tagen wissen wir mehr."

Dass es einen heftigen Fehlstart hageln könnte, liegt übrigens nicht nur an den Problemen am eigenen Auto, wie Ocon zugibt. Offenbar hat man auch die Konkurrenz etwas unterschätzt: "Ich glaube, die anderen Teams haben sich deutlich mehr verbessert, als wir es erwartet haben. So etwas kann man aber leider nie so genau vorhersagen."