Sainz zwischen Audi und Williams
Wie lange kann Sainz warten?

GP Monaco 2024

Wenn es freie Auswahl gäbe, würde Carlos Sainz am liebsten für Red Bull fahren. Doch da muss er auf die Entscheidung anderer warten. Bei Audi und Williams weiß er, was er bekommt. Beide Teams haben den Spanier ganz oben auf der Liste.

Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco - 23. Mai 2024
Foto: xpb.cc

Carlos Sainz weiß, dass diese Entscheidung wegweisend für seine Karriere sein wird. Seit bekannt wurde, dass sein Platz bei Ferrari 2025 von Lewis Hamilton besetzt wird, sucht der Spanier nach einem neuen Cockpit. Er hat sich dafür entschieden zu warten statt nach der erstbesten Lösung zu greifen.

Sainz bestätigte in Monte Carlo, dass er weder eine Wahl getroffen, noch sich eine Frist gesetzt habe. "Die Entscheidung ist wichtig für den Rest meiner Karriere. Ich werde in diesem Jahr 30 Jahre alt und will mich deshalb nicht unter Zeitdruck in einen Fehler treiben lassen."

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Abhängig von Verstappen

Wenn die Formel 1 ein Wunschkonzert wäre, würde Sainz am liebsten bei Red Bull unterschreiben. Doch da ist er von den Plänen von Max Verstappen abhängig. Der will erst seinen vierten Titel unter Dach und Fach bringen, bevor er sich Gedanken über seine Zukunft macht. Die Alternative könnte nur Mercedes heißen. Das aber kann Oktober werden.

Carlos Sainz - GP Miami 2024
Wilhelm

Für Carlos Sainz wird die Zeit knapp.

Im Prinzip warten Mercedes und Sainz auf das gleiche. Mit dem Unterschied, dass Mercedes auf Zeit spielen kann, weil man mit Wunderkind Andrea Kimi Antonelli eine Alternative hat, die jederzeit verfügbar ist. Sainz hat nicht bis Oktober Zeit. Dann könnten seine Optionen weg sein. Und die Option Mercedes ist wenig attraktiv, weil sie nur für ein Jahr wäre.

Nicht unbegrenzt Zeit für Sainz

Deshalb rücken immer mehr Audi, das dieses Jahr und 2025 noch als Sauber startet, und Williams in den Fokus. Ausgerechnet zwei Teams, die bis dato noch keinen WM-Punkt auf ihrem Konto haben. Beide haben den Spanier ganz oben auf ihrer Liste, beide haben ihm signalisiert, dass man ihm noch etwas Zeit gibt und in der Zwischenzeit keine anderen Fahrer anheuert, und beide glauben, dass jede Woche, in der bei Red Bull nichts passiert, Sainz weiter in ihre Arme treibt.

Das Management des dreifachen GP-Siegers verhandelt inzwischen ernsthaft mit den beiden Teams. Der Noch-Ferrari-Pilot lotet aus, was in den nächsten beiden Jahren für ihn die bessere Lösung ist. Ihm ist wichtig, dass er für 2027 wieder auf dem Markt sein kann. Sainz weiß allerdings auch, wer auf der Nachrück-Liste steht, wenn er zu lange überlegt. Esteban Ocon, Pierre Gasly und Yuki Tsunoda sind auf dem Markt. Vielleicht auch Sergio Perez, wenn Red Bull tatsächlich Daniel Ricciardo befördern will.

Helmut Marko & Carlos Sainz - GP Japan 2024
Motorsport Images

Red Bull wäre die Wunsch-Option von Sainz.

Wer ist schneller konkurrenzfähig?

Audi bietet Sainz einen Werksvertrag, einen großen Namen und eine Antriebseinheit, die voll im Plan liegt. Wenn man nach der Zuversicht urteilt, die sich in der Motorenfabrik in Neuburg breitmacht, dann muss man damit rechnen, dass Audi von Anfang an einen konkurrenzfähigen Motor hat. Die größere Baustelle ist der Aufbau des Teams in Hinwil. Dort müssen noch 300 Leute integriert und mit einer Siegermentalität ausgestattet werden. Die Infrastruktur wird gerade modernisiert.

Williams beschäftigt bereits nahezu 1000 Leute. Teamchef James Vowles ist dabei, den Rost, den der Traditionsrennstall über die erfolglosen Jahre angesetzt hat, zu entstauben. Und er hat von seinen Investoren 100 Millionen Dollar in seiner Kriegskasse, um Williams technisch wieder auf den Stand eines Topteams zu bringen. Außerdem baggert er weiter unverdrossen an der Verpflichtung von Adrian Newey. Das Superhirn soll zu dem Ort zurückkehren, wo sein Aufstieg begann.

Williams-Chef Vowles wirbt damit, dass man von den Voraussetzungen her schneller in der Lage sein wird, Sainz ein konkurrenzfähiges Auto hinzustellen. Audi setzt auf Nachhaltigkeit eines Projekts, das von der Power eines großen Herstellers getrieben ist, der den Slogan "Vorsprung durch Technik" auch in der Königsklasse umsetzen will. Jetzt kommt es darauf an, welches Team seine Argumente besser verkauft.

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