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Daniel Ricciardo: Hilft Chassis-Wechsel in Shanghai?

Daniel Ricciardo auf Fehlersuche
Hilft der Chassis-Wechsel in Shanghai?

GP China 2024

Daniel Ricciardo kommt dieses Jahr nicht so richtig in Schwung. Als letztes Mittel ist für Shanghai ein Wechsel des Monocoques geplant. Die Ingenieure sind nicht überzeugt, dass es die Lösung für die Probleme ist.

Daniel Ricciardo - GP Japan 2024
Foto: Red Bull

Die zweite Karriere von Daniel Ricciardo verläuft eher unglücklich. Beim Comeback im Vorjahr kam zuerst die Handverletzung dazwischen, die sich der Australier bei seinem Crash im Zandvoort-Training zugezogen hatte. Wieder einsatzbereit gab es in den letzten fünf Saisonrennen kaum noch eine Chance zu glänzen. Trotzdem ging der Routinier optimistisch in das Jahr 2024.

"Ich dachte eigentlich, dass ich mit einer perfekten Vorbereitung gut in die Saison starten kann. Ich habe mir den Arsch abtrainiert und es hat sich richtig gut angefühlt. Ich bin fest davon ausgegangen, dass wir zu Beginn des Jahres aus allen Zylindern feuern werden. Aber das ist leider nicht passiert. Es fühlt sich eher an, als habe ich etwas Rückstand", grübelte der Pilot aus Perth.

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Daniel Ricciardo - GP Japan 2024
Red Bull

Daniel Ricciardo kann das Tempo von Teamkollege Tsunoda aktuell nicht mitgehen.

Kein Vertrauen in schnellen Kurven

0:3 steht es im Qualifying-Duell gegen Yuki Tsunoda. Der Japaner sammelte ausgerechnet beim Ricciardo-Heimspiel in Melbourne sechs wichtige WM-Punkte für das Team, während der Lokalmatador leer ausging. Ricciardo kämpft vor allem mit schnellen Kurven. Da kann der achtfache Grand-Prix-Sieger nicht das nötige Vertrauen zu seinem Sportgerät aufbauen.

"Ich muss einfach weiter konzentriert mit den Ingenieuren arbeiten und darf mich nicht ablenken lassen. Was auch immer fehlt, wird schon irgendwann kommen. Die Rennpace war in Melbourne nicht so schlecht, wie es von außen aussah. Es muss nur irgendwann einmal alles zusammenkommen", sprach sich der Pilot selbst Mut zu.

In Suzuka sollte eigentlich die Wende eingeleitet werden. Doch in Japan verlief der Trainingsfreitag maximal unglücklich für Ricciardo. Wie lange geplant musste der Stammfahrer sein Auto in der ersten Session an Red-Bull-Junior Ayumu Iwasa abtreten. In der zweiten Session wollte er eigentlich versuchen, die verlorene Trainingszeit aufzuholen. Doch dann kam der Regen. Mehr als neun Runden auf zumeist halbfeuchter Piste waren nicht drin.

Daniel Ricciardo - GP Japan 2024
Red Bull

Ricciardo hat den Verdacht, dass irgendetwas mit dem Auto nicht stimmt.

Ist die Technik das Problem?

Ricciardo will die Situation noch nicht mit der langen Leidenszeit bei McLaren vergleichen. Gute Momente bei Toro Rosso im Vorjahr hätten gezeigt, dass er das Fahren nicht einfach verlernt habe. Es klickt aktuell nur einfach nicht. Der Pilot hegt den Verdacht, dass die Schwächephase auch etwas mit der Technik zu tun haben könnte.

"Wir haben seit Jeddah schon ein paar Dinge ausprobiert. Für Shanghai ändern wir nochmal ein paar Sachen. Wir wollen einfach sicherstellen, dass alles passt", erklärte der Pilot in Suzuka. Bei der erwähnten Shanghai-Änderung handelt es sich um den Wechsel des Monocoques. "Das habe ich angestoßen. Ich bin schon lange in der Formel 1. Beim Chassis gibt es immer kleine Unterschiede. Bevor man mir sagt, dass ich scheiße bin, wollte ich das zumindest noch aussortiert haben."

Bei den Technikern stößt der Pilot mit seinem Anliegen auf Skepsis. Chefingenieur Alan Permane glaubt nicht an eine Wunderheilung durch den Chassis-Wechsel: "Ein Chassis ist für mich nur ein Haufen Carbon, an dem wir die Aufhängungen, den Motor und das Getriebe befestigen. Es ist unwahrscheinlich, dass es hier Probleme gibt, die sich auf die Performance auswirken."

Alan Permane - GP Japan 2024
Red Bull

Alan Permane glaubt nicht, dass der Chassis-Wechsel die Erlösung bringt.

Schlüssel liegt in Setup-Arbeit

Normalerweise wären die Ingenieure gar nicht auf den Wunsch des Piloten eingegangen. "Wir wollen eigentlich nicht, dass die Fahrer zwischen den Chassis hin- und herspringen. Wir haben für Shanghai aber sowieso ein neues Monocoque in Arbeit. Da ergibt es Sinn, es an Daniel zu geben. Yuki ist sehr glücklich mit dem, was er hat", erklärt Permane. "Für Daniel ist es gut. Dann kann er die Frage, ob es ein Problem mit dem Auto gibt, komplett zu den Akten legen."

Laut Permane solle sich Ricciardo lieber auf die Arbeit am Setup fokussieren: "Wenn man das Auto angenehmer zu fahren macht, muss man aber immer aufpassen, dass man das Auto nicht gleichzeitig auch langsamer macht. In einer perfekten Welt würde man erst ein Setup suchen, dass ihm Vertrauen gibt, und es dann langsam in Richtung maximaler Performance verschieben. Es gibt keinen Grund, dass Daniel unser Auto in seiner schnellsten Form nicht fahren kann."