Formel 1 Spezial-Designs
Neue Looks für einen Grand Prix

F1-Teams und Sponsoren lassen sich immer wieder neue Looks einfallen. Wir zeigen Ihnen die besten Designs aus der Vergangenheit der Formel 1. Die bunten Farbkleckse sorgen bis heute für optische Abwechslung bei den Fans.

Red Bull - 2005 - GP Monaco - Formel 1
Foto: Wilhelm

Red Bull dominiert die Formel 1 seit Einführung der Groundeffect-Ära. Das Weltmeister-Team arbeitet präzise und nahezu fehlerlos. Als die Truppe 2005 in die Königsklasse einstieg, war sie mehr dafür bekannt, frischen Schwung in die Formel 1 zu bringen. Unter anderem mit speziellen Lackierungen ihrer Rennwagen.

Auch vor und nach Red Bull haben die Teams mit Spezial-Designs regelmäßig für Aufsehen gesorgt. Wir zeigen Ihnen die besten Kreationen, die bei nur einem Formel-1-Rennen zu bestaunen waren.

Unsere Highlights
McLaren MCL35M - Gulf-Design - F1 - Formel 1 - GP Monaco 2021
McLaren

Die F1-Teams schmeißen sich hin und wieder für einen Grand Prix in Schale. McLaren setzte für den Monaco-GP 2021 auf das legendäre Gulf-Design.

Star Wars in Monaco

Zwei besonders im Gedächtnis gebliebene Lackierungen zeigte Red Bull in Monaco. Im Debütjahr des Teams verpasste die Truppe von Christian Horner dem RB1 für den Glamour-Grand-Prix den Star-Wars-Look. David Coulthard und Vitantonio Liuzzi bewarben mit dem Design den Film "Episode III – Die Rache der Sith". Passend zur auffälligen Lackierung, ließ es sich Darth Vader samt Sturmtrupplern nicht nehmen, im Fürstentum vorbeizuschauen.

Ein Jahr später warb Red Bull für den nächsten Kino-Kassenschlager. "Superman Returns" prangte auf den RB2 von Coulthard und Christian Klien. Und der Superheld von Krypton brachte Red Bull Glück: Coulthard landete im Rennen auf Rang drei. Es war das erste Podest in der Geschichte des Teams. Der Schotte warf sich stilecht ein rotes Cape für die Siegerehrung um den Hals. Christian Horner sprang samt Cape in den Pool der Red Bull Energy Station.

Red Bull - 2006 - GP Monaco - Formel 1
Wilhelm

Im Superman-Look ging es für David Coulthard und Red Bull in Monaco 2006 aufs Podest.

Verschwundener Diamant

Red Bulls Vorgängerteam hatte einst selbst in Monaco die Blicke auf sich gezogen. Jaguar stattete 2004 beide R5 mit einem 300.000 US-Dollar wertvollen Diamanten in der Fahrzeug-Nase aus. Die Engländer rührten die Werbetrommel für den Ganoven-Film "Ocean's Twelve". Dumm nur, dass Christian Klien sein Auto in Runde 1 in die Leitplanke stopfte. Als das Team das Auto bergen durfte, war der Diamant an dem Jaguar verschwunden und tauchte nie wieder auf.

Apropos verschwunden: Das ist seit vielen Jahren auch das Tabak-Sponsoring in der Formel 1. Die potenten Geldgeber platzierten früher ihre Logos über viele Jahrzehnte auf den Rennwagen.

Ikonisch ist beispielsweise die Marlboro-Lackierung auf den McLaren. Im Look einer Zigarettenschachtel des Tabak-Giganten brannte sich das weiß-rote Design in die Köpfe der Fans ein. Eine Ausnahme machte Marlboro jedoch 1986. In Portugal wollte Mutterkonzern Philip Morris für seine neue Marke Marlboro Gold werben. Das Auto von Keke Rosberg bekam statt der roten gelben Farbakzente und bleibt bis heute im Gedächtnis.

McLaren - GP Portugal - 1986 - Formel 1
Wilhelm

Marlboro warb 1986 auf dem McLaren von Keke Rosberg mit den gelben Akzenten für eine neue Geschmacksrichtung.

BAR mit Lackierungs-Trick

Als BAR 1999 in die Formel 1 kam, wollte das Team für zwei Zigarettenmarken werben. Sowohl Lucky Strike als auch 555 gehören zum BAT-Konzern. Doch die Regelhüter verboten zwei verschiedene Lackierungen für die Autos. So entstand die Reißverschluss-Idee, auf dem beide Marken zu sehen waren.

Ab 2000 setzte BAR einheitlich auf den Lucky-Strike-Look. Mit drei Ausnahmen. Für den Großen Preis von China 2004 lackierte das Team im 555-Design. Der Tabak-Konzern wollte für die in China bekannteren Glimmstängel werben. Jenson Button landete im neuen Design auf Platz zwei. Auch 2005 und 2006 veränderten BAR und das Honda-Nachfolgeteam die Lackierung zugunsten des Sponsors für die Rennen in Shanghai.

Jenson Button - BAR - GP China 2005 - Shanghai - Formel 1
xpb

Jenson Button steuerte in Shanghai 2005 einen im 555-Design lackierten BAR. Der Sponsor wollte die in China prominente Marke stärker bewerben.

Ferrari in Gelb

Mehr als 60 Jahre liegt mittlerweile die berühmte Ferrari-Sonder-Lackierung in Spa zurück. Olivier Gendebien startete in einem gelb bemalten Ferrari in den Großen Preis von Belgien 1961. Der Belgier landete bei seinem Heimspiel auf Rang vier und komplettierte den Vierfachsieg der Scuderia.

Drei Jahre später war Enzo Ferrari sauer auf den italienischen Automobilclub. Aufgrund des Streits traten seine Autos nicht im für Motorsport-Italien symbolisierenden Rot an. Er ließ die Ferrari kurzerhand in Blau und Weiß lackieren. Den Farben des North American Racing Teams, das Ferraris Einsätze in Nordamerika betreute. Die Lackierung war für die letzten beide WM-Läufe in den USA und Mexiko auf den Rennern.

John Surtees krönte sich in Mexiko im weiß-blauen Ferrari sogar zum Weltmeister. Wegen des Titelgewinns des Engländers machen wir bei unserer Auflistung für den blau-weißen Ferrari eine Ausnahme.

John Surtees - Ferrari - GP USA 1964 - Watkins Glen - Formel 1
Motorsport Images

John Surtees feierte 1964 in Mexiko den WM-Titel. Der Ferrari war untypischerweise in Blau und Weiß lackiert.

Ferrari zollt 11. September Tribut

Fast fünfzig Jahre später veränderte die Mythos-Marke ihr Design für den GP Italien. Der Grund waren die Terroranschläge vom 11. September 2001. In Monza fuhren die F2001 von Michael Schumacher und Rubens Barrichello mit schwarzer Nase. Ferrari entfernte außerdem alle Sponsorenaufkleber auf den Rennwagen.

2020 feierte Ferrari den 1.000. Grand Prix in der Formel-1-Geschichte des Teams. In Mugello erhielten die Autos von Charles Leclerc und Sebastian Vettel ein dunkleres Rot, das an die ursprüngliche Farbgebung der Marke mit dem springenden Pferd erinnerte.

In den letzten Jahren zeigte Ferrari für das Heimspiel in Monza regelmäßig Spezial-Lackierungen. Sowohl 2022 als auch 2023 bekamen die Renner von Leclerc und Carlos Sainz mehr gelbe Akzente verpasst. Die Farbe ist der Grundton der Stadt Modena, in der Firmengründer Enzo Ferrari zur Welt kam. Das Modena-Gelb bildet auch die Hintergrundfarbe des Logos des Herstellers.

Michael Schumacher - Ferrari - GP Italien 2001 - Monza - Formel 1
xpb

In Gedenken an die Opfer des 11. Septembers verzichtete Ferrari beim Heimspiel in Monza auf Sponsorenaufkleber. Zusätzlich fuhren Michael Schumacher und Rubens Barrichello mit einer schwarzen Nase.

Mercedes feiert Motorsport-Jubiläum

Der zweite Dino der Formel 1 legte zum Jubiläum von 125 Jahren Motorsport-Geschichte selbst Hand an sein Auto an. Mercedes erinnerte in Hockenheim 2019 mit einem besonderen Look an die Anfänge im Motorsport. Zudem startete die Marke zum 200. Mal bei einem Formel-1-Grand-Prix.

Die weiße Front des Autos war eine Reminiszenz an die ersten Rennen. Der Legende nach schabte Mercedes auf Anweisung von Rennleiter Alfred Neubauer die weiße Lackierung nachts vom Auto, damit die Rennwagen leichter waren. Die legendären Silberpfeile waren geboren. Auch das Team bekam für das Hockenheim-Rennen neue Outfits im Retro-Style.

Genützt hat es jedoch nichts. Valtteri Bottas feuerte in der Nordkurve seinen W10 in den Reifenstapel, Lewis Hamilton wurde nach einem Fehler nur Neunter. Nach der Pole Position Hamiltons am Samstag, war der Jubiläums-Grand-Prix ein Rennen zum Vergessen für die Traditionsmarke.

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Deutschland - Hockenheim 2019
xpb

Mercedes trat 2019 in Hockenheim im Jubiläums-Design an. Die Marke feierte ihre 125-jährige Motorsport-Historie.

McLaren und Williams erinnern an früher

Die Teams setzten in den vergangenen Jahren wieder vermehrt auf Lackierungen für einen Grand Prix. McLaren gedachte für das letztjährige Heimspiel an die Chrom-Ära von 2006 bis 2014. In Silverstone fuhren Lando Norris und Oscar Piastri in chromfarbigen Papaya-Rennern. Norris feierte den zweiten Rang hinter Dominator Max Verstappen.

McLaren präsentierte seinen MCL35M aus der Saison 2021 im legendären Gulf-Design für die Monaco-Ausgabe 2021. Lando Norris fuhr im Spezial-Look auf Platz zwei. Ein weiteres Traditionsteam bediente sich ebenfalls der berühmten Gulf-Lackierung. Williams knallte die hellblaue Farbe mit orangen Akzenten allerdings für drei Grands Prix auf den FW45 aus der Saison 2023.

In unserer Bildergalerie finden Sie die besten Fahrzeug-Lackierungen, die bei nur einem Rennen zu bestaunen waren.