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Gasly giftet gegen Ocon: Stallkrieg bei Alpine

Alpine-Hahnenkampf geht in Barcelona weiter
„Leider hat Esteban zwei Runden gebraucht“

GP Spanien 2024

Der Alpine-Stallregie-Streit von Montreal war auch zwei Wochen später in Barcelona noch ein Thema. Laut Pierre Gasly wurde die Chance auf zwei zusätzliche WM-Punkte verpasst, weil Teamkollege Esteban Ocon nicht schnell genug reagierte.

Pierre Gasly - Alpine - GP Emilia-Romagna - Formel 1 - Imola - 16. Mai 2024
Foto: xpb

In den letzten Runden des Kanada-Grand-Prix wurde es hektisch am Alpine -Kommandostand. Esteban Ocon kämpfte mit Batterie-Problemen und konnte das Tempo von Daniel Ricciardo nicht mitgehen. Um dem Australier den achten Platz noch abzujagen, ordneten die Strategen einen Platztausch mit Pierre Gasly an, der hinter Ocon mit besserer Pace auf seine Chance lauerte.

Doch so schnell wollte Ocon die Position nicht an seinen Teamkollegen abtreten. Auf die erste Anfrage bekam der Kommandostand eine Abfuhr. Dann ließ sich der Pilot erklären, warum er den Platztausch vornehmen soll. Und er verlangte eine Zusage, dass die Positionen vor der Zieldurchfahrt wieder zurückgewechselt werden, wenn Gasly nicht nach vorne kommt.

Unsere Highlights
Esteban Ocon - Formel 1 - GP Kanada 2024
xpb

Trotz Anweisung Platz zu machen, ließ sich Esteban Ocon in den Augen von Pierre Gasly in Kanada zu viel Zeit.

Ocon schimpft auf Alpine-Taktik

Zwei Runden vor Schluss machte Ocon den Weg für den Teamkollegen frei. Doch da war Ricciardo schon außer Reichweite. Der Wechsel zurück auf die ursprünglichen Positionen wurde nicht vorgenommen. Weil Nico Hülkenberg hinter Ocon lauerte, ließ der Kommandostand Gasly vor dem Schwesterauto über die Ziellinie rollen. "Die ganze Aktion hat nicht viel Sinn gemacht", schimpfte Ocon nach dem Rennen.

Der 27-Jährige behauptete, dass er seinen Teil der Abmachung eingehalten hatte, das Team aber nicht. Ocon stellte sich in die Opferrolle. Doch so einfach war die Geschichte nicht, wie Gasly am Donnerstag (20.6.) in Barcelona erklärte: "Ich denke, wir hatten eine Chance, uns den achten Platz zu schnappen. Leider hat Esteban zwei Runden gebraucht, bis der Platzwechsel vollzogen war. In dieser Zeit hat Ricciardo einen Vorsprung von zwei Sekunden rausgefahren."

Das Zögern könnte sich am Ende der Saison auch in der WM-Wertung negativ auswirken. "Es lagen zwei Punkte auf dem Tisch, um die wir hätten kämpfen können", bedauert Gasly. "Es ist schade, dass der Platztausch nicht direkt vorgenommen wurde, als die Ansage vom Team kam."

Jack Doohan - Alpine - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 7. Juni 2024
xpb

Die Monocoques des A524 sind unterschiedlich schwer. Deshalb hat sich Alpine auf ein Rotationsprinzip für seine Fahrer geeinigt.

Monocoques unterschiedlich schwer

Auf die Vorwürfe seines Teamkollegen angesprochen, verdrehte Ocon genervt die Augen. Darauf eingehen wollte er aber nicht: "Ich will das nicht kommentieren. Ich möchte gar nicht mehr über Kanada reden. Das liegt hinter uns. Ich konzentriere mich jetzt ganz auf Barcelona. Natürlich ist eine Gleichbehandlung sehr wichtig. Sie wurde uns auch von Bruno (Famin) zugesagt."

Vor diesem Hintergrund ist auch interessant, dass es einen Gewichtsunterschied zwischen den beiden Autos gibt. Eines der Monocoques ist etwas schwerer als das andere, wodurch ein Pilot immer etwas benachteiligt wird. In Montreal hatte es Ocon getroffen. In Barcelona wird nun gewechselt: "Im Zuge der Gleichbehandlung haben wir uns auf ein Rotationsprinzip geeinigt. Ich werde also dieses Wochenende Pierres Auto fahren", freute sich Ocon. Das leichtere Auto fährt der Ex-Mercedes-Junior nun für die kommenden drei Rennen, die ein Triple-Header sind (Barcelona, Spielberg, Silverstone). Es wäre zu aufwändig, das Auto jedes Mal wieder umzubauen.

Der Unfall in Monaco und der Stallregiestreit von Montreal haben wieder gezeigt, dass die Atmosphäre bei Alpine aktuell ziemlich vergiftet ist. Dazu passt auch die Aussage Ocons auf die Frage, was er sich bei seinem nächsten Team wünscht: "Das wichtigste ist ein Umfeld, bei dem man sich unterstützt fühlt, bei dem man sich gut fühlt und bei dem alle auf ein Ziel hinarbeiten."