Crazy Stats GP Abu Dhabi 2023
Wo bleiben die neuen Sieger?

GP Abu Dhabi 2023

Das Formel-1-Jahr 2023 wurde zur Saison der Rekorde. Max Verstappen und Red Bull legten eine Dominanz an den Tag, wie man sie noch nie in der Königsklasse gesehen hat. In den Crazy Stats haben wir die Zahlen zum Finale.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2023
Foto: Red Bull

Als Michael Schumacher Anfang der 2000er-Jahre von Sieg zu Sieg raste, herrschte bei den meisten Motorsportfans in Deutschland eine lang andauernde Glückseligkeit. Auch die vier WM-Titel von Sebastian Vettel wurden ordentlich gefeiert. Im Anschluss sorgte dann Mercedes dafür, dass die deutsche Nationalhymne regelmäßig bei der Pokalübergabe gespielt wurde.

Doch spätestens seit 2021 haben sich die Zeiten geändert. Wir befinden uns mittendrin, in der nächsten Phase der Dominanz, die von einem niederländischen Fahrer und einem österreichischen Team geprägt werden. Nach mittlerweile drei WM-Titeln von Max Verstappen und 31 Red-Bull-Siegen in den letzten 33 Rennen, hat sich hierzulande Ernüchterung breitgemacht.

Unsere Highlights
Red Bull - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2023
Red Bull

In der Saison 2023 wurden weder die deutsche noch die britische Hymne auf dem Podium gespielt.

Kein britischer Sieg

Auch die britische Hymne erklangt bei den Podiumszeremonien der abgelaufenen Saison nicht ein einziges Mal. Das gab es zuletzt im Jahr 1952 – also praktisch in der Formel-1-Steinzeit. Die Fans sind zwiegespalten. Soll man sich darüber freuen, dass man mit live dabei ist, wie einer der besten Fahrer in einem der besten Autos aller Zeiten Rekorde für die Ewigkeit aufstellt? Oder soll man eher die aktuelle Langeweile und Eintönigkeit der vorhersehbaren Resultate bemängeln?

Die Zahlen sind so eindeutig wie eindrucksvoll. Dabei ließen nicht nur die Erweiterung des Rennkalenders und die Inflation der Punkteverteilung mit Bonus-Zählern für Sprint-Resultate und schnellste Runden die Bestmarken purzeln. Verstappen stellte auch neue Rekorde in Kategorien auf, die unabhängig von neumodischen Entwicklungen sind.

Die Siegquote ist einzigartig. Der Anteil seiner Punkte am gesamten Kuchen kann ebenfalls jedem historischen Vergleich standhalten. Und auch der Prozentwert der Führungsrunden im Verhältnis zu den gesamt zurückgelegten Runden stellt einen neuen Bestwert dar. Alberto Ascari, Jim Clark und Michael Schumacher rutschen in den jeweiligen Kategorien auf Rang zwei ab.

Toto Wolff & Christian Horner - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2023
Red Bull

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Verstappen unersättlich

Wie einst der Kannibale unter den Radfahrern, Eddy Merckx, ließ Verstappen seinen Gegnern kaum ein Krümelchen übrig. Der einzige Ferrari-Sieg durch Carlos Sainz in Singapur veranlasste Red Bull dazu, einen Social-Media-Beitrag mit der eigenen Saisonbilanz zu veröffentlichen, der unter dem Motto stand: Nobody’s perfect!

Es gab in der abgelaufenen Saison weder einen neuen Grand-Prix-Sieger noch einen Fahrer, der seine erste Pole-Position feiern durfte. Nur Oscar Piastri fiel etwas aus der Reihe. Der Rookie konnte wenigstens ein paar Mal in den Sprints glänzen. Doch die Mini-Rennen spielen in den offiziellen Statistiken bisher kaum eine Rolle.

Welche kuriosen Zahlen das Finale in Abu Dhabi und die gesamte Saison 2023 noch produziert hat, verraten wir Ihnen in den Crazy Stats in der Galerie. Zumindest Statistiker dürften sich über viele neue Rekorde und einmalige Resultate freuen.

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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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