GP Abu Dhabi 2023 - Ergebnis Rennen
Verstappen-Sieg vor Leclerc

GP Abu Dhabi 2023

Weltmeister Max Verstappen fliegt in Abu Dhabi zu seinem 19. Saisonsieg. Er teilt sich das Podest mit Charles Leclerc und George Russell. Sergio Perez wäre im zweiten Red Bull dort ohne seine Fünfsekunden-Strafe gestanden. Mercedes verteidigt WM-Platz zwei gegen Ferrari.

Start - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2023
Foto: xpb

Zum 22. und letzten Mal trafen sich die zehn Teams in dieser Saison, um bei einem Grand Prix die Positionen auszufechten. Der Goliath startete in seinem Red Bull von Pole Position. Selbstredend ging Max Verstappen als der große Favorit in den Lauf in Abu Dhabi – zumal der Seriensieger der Formel 1 hier die letzten drei Ausgaben gewonnen hatte.

Der Weltmeister wurde seiner Rolle gerecht und holte sich nach 58 Runden den vierten Sieg beim GP Abu Dhabi. Allerdings hingt vorerst über seinem 54. Karriere-Erfolg noch ein klitzekleines Fragezeichen. Die Sportkommissare untersuchten noch ein mögliches Vergehen bei einem der Boxenstopps. Wie sich später herausstellte, waren alle Teams davon betroffen. Es ging um einen unzureichenden Augenschutz während der Stopps. Die FIA klopfte den Teams auf die Finger – mehr nicht.

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Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2023
xpb

Max Verstappen lenkte sich zum vierten Sieg in Abu Dhabi und zum 19. in dieser Saison.

Leclerc nur in Startrunde ein Gegner

Auf dem Weg zum Erfolg musste Verstappen sich nur in der Startrunde den Angriffen eines Konkurrenten erwehren. Am Start schaffte es Charles Leclerc auf der Innenseite bereits neben den Red Bull mit der aufgeklebten Nummer 1. Doch der Champion bremste auf der Außenseite später und hielt sich an der Spitze.

Es folgten zwei weitere Attacken des Ferrari-Piloten aus dem Windschatten heraus in den Kurven sechs und neun. Verstappen parierte sie jeweils auf der Außenbahn. "Max hätte mich ohnehin später wieder geschnappt. Es machte also keinen Unterschied. Mir war es wichtiger, nicht zu viel Reifengummi in einem sinnlosen Zweikampf zu verschwenden", berichtete Leclerc nach dem Zieleinlauf.

Der spätere Sieger Verstappen befreite sich sofort auf über eine Sekunde zu seinem Verfolger in Rot. Danach war erstmal Reifenmanagement angesagt. Die sensiblen Mediumreifen verlangten es im ersten Stint. Verstappen trug sie bis zur 16. Runde. Dann tauschte Red Bull auf die harte Mischung. Ferrari lotste Leclerc einen Umlauf später in die Boxenstraße, um auf den C3-Reifen zu wechseln. Zurück auf der Strecke, hatte der Monegasse den Weltmeister aus den Augen verloren. Stattdessen musste sich der Ferrari-Fahrer nach hinten orientieren.

Kein Kraut gegen Verstappen gewachsen

Auf der harten Mischung bestritt Verstappen ein einsames Rennen. Seine Strategen richteten die Taktik nach den Verfolgern aus, die aber keine echten waren. In Runde 43 bat Red Bull den 26-Jährigen ein zweites Mal an diesem Rennsonntag zum Reifenservice. In der Folge konnte er in den Cruise-Modus switchen und den 19. Saisonsieg nach Hause fahren.

Wie gesagt: Nur in der Startrunde durfte Leclerc für einen Mini-Moment von einem Coup träumen. Immerhin setzte sich der 26-Jährige in seinem Ferrari gegen George Russell im Mercedes durch. Dafür riefen die Ferrari-Strategen ihren Schützling im 36. Umlauf erneut zum Reifenwechsel für die harte Mischung. Es war der letztmögliche Moment. Ansonsten hätte der Mercedes durch den früheren zweiten Service durchrutschen können.

Am Start hatte sich Russell noch von Lando Norris im McLaren austricksen lassen. Die verlorene Position gewann der Mercedes-Pilot beim ersten Boxenstopp. Beide waren parallel bei ihren Mechanikern aufgetaucht. Am McLaren klemmte es hinten links. Es dauerte 5,1 Sekunden, bis der Papaya-Renner wieder von den Wagenhebern hüpfte. Ausreichend Zeit, damit Russell durchschlüpfte.

Sergio Perez - Red Bull - GP Abu Dhabi 2023
xpb

Sergio Perez wäre ohne seine Strafe von fünf Sekunden Zweiter geworden.

Fünfsekunden-Strafe gegen Perez

Mercedes hatte eine ansprechende Rennpace. Im Duell mit Leclerc entschied die schlechtere Qualifikation und die durchwachsene Startrunde. Somit schrieb der Monegasse an der zweiten Stelle an – 17,9 Sekunden hinter Verstappen – und vor Russell auf dem dritten Rang. Dahinter reihte sich im Klassement Sergio Perez im zweiten Red Bull ein, obwohl er auf der Strecke der zweitplatzierte Fahrer war.

Der Mexikaner verbaute sich ein besseres Ergebnis zunächst einmal durch ein mangelhaftes Qualifying, in dem er nur den neunten Platz belegte. Seine Aufholjagd schien der zweimalige Saisonsieger mit einem Manöver gegen Norris in der 48. Runde noch erfolgreicher gestalten zu können. Er schnappt sich den Papaya-Rennwagen in der sechsten Kurve und wehrte den versuchten Konter in der neunten Ecke des Yas Marina Circuits ab.

Einen Umlauf zuvor hatten sich die beiden fast gegenseitig von der Fahrbahn gekegelt. Norris wich in die Auslaufzone aus. Dafür handelte sich Perez eine Fünfsekundenstrafe ein. Das war für ihn doppelt bitter. Denn mit einem fulminanten Schlussspurt arbeitete sich der WM-Zweite noch an Russell und Leclerc vorbei, fiel durch seine Strafe jedoch wieder hinter die beiden zurück. Das bedeutete auch, dass Mercedes den zweien WM-Platz gegen Ferrari hielt. "Das ist besonders für die Mitarbeiter in der Fabrik besonders wichtig", strahlte Russell.

McLaren vierte Kraft

McLaren hatte nicht die Pace von Red Bull, Ferrari oder Mercedes. Mehr als die Plätze fünf (Norris) und sechs (Piastri) waren für den Traditionsrennstall aus Woking nicht möglich. Es reichte, um souverän den vierten Platz in der Weltmeisterschaft gegen Aston Martin zu behaupten.

Fernando Alonso lieferte sich zwischendurch ein kleines Privatduell mit seinem alten Rivalen Hamilton. Der Spanier entschied es für sich, obwohl er über seinen Aston Martin schimpfte: "Wir haben das mit Abstand langsamste Auto auf den Geraden." Der Topspeed reichte, um eine späte Attacke gegen Yuki Tsunoda erfolgreich zu reiten. Damit landete der Mann mit den meisten Grand Prix in der Formel 1 auf dem siebten Platz.

Beim letzten Rennen von Teamchef Franz Tost nach 18 Jahren an der Spitze des Rennstalls rollte Tsunoda als Achter ins Ziel. Gefolgt von Hamilton. Der Rekordsieger der Formel 1 fuhr über weite Strecken mit einem beschädigten Frontflügel. Er hatte ihn sich am Heck des Alpine von Pierre Gasly demoliert. Den letzten WM-Punkt beim Finale ergatterte Lance Stroll in seinem Aston Martin. Im Duell um den siebten WM-Platz reichte Tsunodas achter Platz übrigens nicht, um Williams noch zu überholen.

GP Abu Dhabi 2023 - Ergebnis Rennen

Fahrer

Team

Zeit/Rückstand

1. Max Verstappen

Red Bull

1:27:02.624 h

2. Charles Leclerc

Ferrari

+ 17.993 s

3. George Russell

Mercedes

+ 20.328 s

4. Sergio Perez

Red Bull

+ 21.453 s

5. Lando Norris

McLaren

+ 24.284 s

6. Oscar Piastri

McLaren

+ 31.487 s

7. Fernando Alonso

Aston Martin

+ 39.512 s

8. Yuki Tsunoda

Alpha Tauri

+ 43.088 s

9. Lewis Hamilton

Mercedes

+ 44.424 s

10. Lance Stroll

Aston Martin

+ 55.632 s

11. Daniel Ricciardo

Alpha Tauri

+ 56.229 s

12. Esteban Ocon

Alpine

+ 66.373 s

13. Pierre Gasly

Alpine

+ 70.360 s

14. Alexander Albon

Williams

+ 73.184 s

15. Nico Hülkenberg

Haas

+ 83.696 s

16. Logan Sargeant

Williams

+ 87.791 s

17. Zhou Guanyu

Alfa Romeo

+ 89.422 s

18. Carlos Sainz

Ferrari

Ausfall

19. Valtteri Bottas

Alfa Romeo

+ 1 Runde

20. Kevin Magnussen

Haas

+ 1 Runde

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