Die Fans haben sich trockene Bedingungen für das dritte Training erhofft, damit das Bild zum Kräfteverhältnis endlich etwas klarer wird. Der Wunsch wurde erhört. Der Regen vom Freitag hatte sich verzogen. Doch viel schlauer hat uns die 60-minütige Trainingseinheit nicht gemacht. Das Ergebnis wirft einige Fragen auf.
Vor allem eine superschnelle Runde von Lewis Hamilton dürfte an den Kommandoständen der Konkurrenz für Kopfzerbrechen gesorgt haben. Der Weltmeister brauchte nur 1.12,549 Minuten für den 4,361 Kilometer langen Power-Kurs auf der Ile Notre-Dame. Damit setzte sich der siebenfache Weltmeister zwischenzeitlich um mehr als sieben Zehntel vom Rest des Feldes ab.
Verstappen an der Mauer
In den letzten zehn Minuten konnten einige Piloten mit mehr Gummi auf der Bahn den Rückstand noch eindampfen. Mit ablaufender Uhr schob sich Max Verstappen auf Rang zwei. Dem Red-Bull-Piloten fehlten dabei aber immer noch 0,374 Sekunden zur Marke von Hamilton. Verstappen ging bei seinem letzten Anlauf ans Limit. In der Wall of Champions touchierte er sogar die Bande.
George Russell im zweiten Mercedes bestätigte mit Rang drei den guten Eindruck des Silberpfeil-Teams. Mit Lance Stroll im Aston Martin und McLaren-Pilot Oscar Piastri auf den Positionen vier und fünf lagen noch zwei Mercedes-Kunden weit vorne. In der bunt durchgemischten Top Ten konnte auch Daniel Ricciardo im Toro Rosso auf Platz sechs ein positives Zeichen setzen.
Der erste Ferrari fand sich dagegen erst hinter Lando Norris, Fernando Alonso und Sergio Perez auf dem zehnten Rang wieder. Charles Leclerc fehlten am Ende glatte acht Zehntel auf die Hamilton-Bestzeit. Vor allem in den ersten beiden Kurven ging Zeit verloren. "Wir sind so langsam", schimpfte der Monaco-Sieger. Carlos Sainz war auf Rang zwölf sogar noch einen Tick langsamer.
Zhou rutscht früh raus
Auch bei Nico Hülkenberg passte noch nicht alles zusammen. Der Deutsche fand sich am Ende auf P17 wieder. Die Zeitabstände in der zweiten Hälfte der Top Ten waren aber sehr eng. Kevin Magnussen im Schwesterauto sah auf Rang 11 deutlich besser aus. Auf der Uhr betrug der Unterschied aber nur drei Zehntel.
Bei kühlen Bedingungen schienen die Reifentemperaturen mal wieder ein wichtiger Faktor zu sein.Nach dem verregneten Training gestern wurden offenbar mehrere Teams mit dem Setup auf dem falschen Fuß erwischt.
Mit den meisten Fragezeichen geht Sauber-Pilot Guanyu Zhou in das Qualifying. Der Chinese rutschte mit seinem Sauber schon in der vierten Runde in die Bande von Kurve zwei und kam aus eigener Kraft nicht mehr weg. Auch Alex Albon musste vorzeitig aufgeben, nachdem er sich bei einem Bandenkontakt in der Wall of Champions die Aufhängung hinten rechts ramponierte.
Fahrer | Team | Zeit | Abstand | Runden |
1. Lewis Hamilton | Mercedes | 1:12.549 | 30 | |
2. Max Verstappen | Red Bull | 1:12.923 | + 0.374 s | 31 |
3. George Russell | Mercedes | 1:12.957 | + 0.408 s | 32 |
4. Lance Stroll | Aston Martin | 1:13.026 | + 0.477 s | 26 |
5. Oscar Piastri | McLaren | 1:13.266 | + 0.717 s | 31 |
6. Daniel Ricciardo | Toro Rosso | 1:13.279 | + 0.730 s | 33 |
7. Lando Norris | McLaren | 1:13.293 | + 0.744 s | 31 |
8. Fernando Alonso | Aston Martin | 1:13.340 | + 0.791 s | 29 |
9. Sergio Perez | Red Bull | 1:13.342 | + 0.793 s | 28 |
10. Charles Leclerc | Ferrari | 1:13.349 | + 0.800 s | 28 |
11. Kevin Magnussen | Haas | 1:13.439 | + 0.890 s | 29 |
12. Carlos Sainz | Ferrari | 1:13.570 | + 1.021 s | 33 |
13. Valtteri Bottas | Sauber | 1:13.642 | + 1.093 s | 31 |
14. Logan Sargeant | Williams | 1:13.663 | + 1.114 s | 30 |
15. Yuki Tsunoda | Toro Rosso | 1:13.716 | + 1.167 s | 30 |
16. Pierre Gasly | Alpine | 1:13.737 | + 1.188 s | 28 |
17. Nico Hülkenberg | Haas | 1:13.777 | + 1.228 s | 26 |
18. Alexander Albon | Williams | 1:13.880 | + 1.331 s | 22 |
19. Esteban Ocon | Alpine | 1:14.075 | + 1.526 s | 30 |
20. Zhou Guanyu | Sauber | 1:18.656 | + 6.107 s | 4 |