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McLaren baggerte bei RB Powertrains

Interesse an Deal mit RB Powertrains
Was lief da zwischen McLaren und Red Bull?

McLaren hat sich bei Red Bull wegen einer möglichen Motoren-Partnerschaft erkundigt. McLaren-CEO Zak Brown bestätigte in Silverstone einen Besuch in Milton Keynes. Der Grund ist die Motoren-Situation mit Mercedes.

Christian Horner - Red Bull - Zak Brown - McLaren - Formel 1
Foto: Motorsport Images

Das Formel-1-Reglement ab der Saison 2026 wirft schon jetzt seine Schatten voraus. Im Fahrerlager geht bei dem ein oder anderen Team die Sorge um, für den Startschuss der neuen Motoren-Ära nicht so gut gerüstet zu sein. Die Elektro-Leistung bei den Antrieben nimmt massiv zu. Sie steigt von 120 kW (163 PS) auf 350 kW (476 PS). Sprich: ein Zuwachs um 300 Prozent gegenüber der bisherigen E-Power.

Alle Hersteller stehen unter Druck. Es kommt darauf an, die Batterie schnell genug wieder aufladen zu können und sie ausreichend zu kühlen, ohne zu große Kompromisse auf Chassis-Seite einzugehen. Mercedes ist einer der sechs Hersteller, der fieberhaft an seinem Antrieb für 2026 arbeitet. Die Experten trauen den Ingenieuren in Brixworth nach der Dominanz in der ersten Hybrid-Ära erneut den großen Wurf zu.

Unsere Highlights
Lando Norris - GP Spanien 2024
McLaren

McLaren setzt beim Antrieb auf Mercedes-Aggregate. Der Vertrag läuft bis 2030.

McLaren und Williams mahnen

Doch die Kundenteams von Mercedes sind skeptisch. Das liegt an der verwunderlichen Idee von Alpine-Berater Flavio Briatore, ab 2026 eine Power Unit vom Konkurrenten zu beziehen. Alpine soll demnach mit Mercedes verhandeln. Schließlich verliert Mercedes mit Aston Martin einen Kunden. Das Team von Besitzer Lawrence Stroll startet ab 2026 mit Honda-Power im Heck. McLaren und Williams befürchten, dass Mercedes durch die Belieferung von drei Rennställen Probleme bei der Standfestigkeit bekommen könnte. Der Flirt zwischen Alpine und Mercedes wurmt sie.

Beide Traditionsteams haben langfristige Verträge mit Mercedes. Der Kontrakt mit Williams läuft bis 2031. Teamchef James Vowles sagte in Silverstone durch die Blume, dass er gegen einen weiteren Mercedes-Kunden ist. "Wir arbeiten schon lange am richtigen Konzept unseres Autos – und das in Absprache mit Mercedes." Er warnte Alpine: "Egal, was du machst: Du bist mindestens sechs bis zwölf Monate bei der Entwicklung hinten dran."

Während Vowles den mahnenden Finger hebt, sieht die politische Taktik bei McLaren anders aus. Die Tatsache, dass man erst im letzten Jahr den Vertrag mit Mercedes bis ins Jahr 2030 verlängerte, hält Zak Brown nicht davon ab, mit einem anderen Hersteller zu sprechen. Der McLaren-CEO klopfte bei Red Bull und Ford an die Türe. Das Energy-Drink-Team baut für 2026 erstmals in seiner F1-Geschichte einen eigenen Antrieb. Ford unterstützt Red Bull dabei auf technischer Seite. Die Infrastruktur des ehrgeizigen Projekts steht. Red Bull konnte einige hochrangige Ingenieure von Mercedes nach Milton Keynes lotsen.

Das hatte auch das Interesse von McLaren geweckt. Zak Brown bestätigte in Silverstone, dass er die Motoren-Schmiede von Red Bull bereits besichtigt hatte. "Ich habe ein großartiges Verhältnis zu Jim Farley (Ford-CEO, Anm. d. Red.). Wir haben uns letztes Jahr getroffen und dann die Fabrik besucht. Das war, bevor wir uns entschieden haben, mit Mercedes zu verlängern."

Jim Farley - Ford - Christian Horner - Red Bull
Red Bull Ford

Ford-CEO Jim Farley (links) und Red-Bull-Teamchef Christian Horner (rechts) wollen mit ihrem Antrieb ab 2026 F1-Titel gewinnen.

Red-Bull-Spitze verwundert

Wie zu hören ist, blieb es aber nicht bei dem Besuch. Brown soll in letzter Zeit regelmäßig den Kontakt zu Red Bull wegen einer möglichen Motoren-Partnerschaft gesucht haben. Der US-Amerikaner war sich der brisanten Umstände jedoch bewusst. Mit einem Lächeln fügte er an: "Ich glaube nicht, dass ich momentan gerne dort gesehen werde." Brown spielte damit auf den Spielberg-Crash zwischen Max Verstappen und Lando Norris an. Anschließend flogen Giftpfeile zwischen Red Bull und McLaren.

Aus dem Lager des Weltmeister-Teams war etwas Verwunderung über das Timing der Motoren-Anfrage zu hören. In Silverstone versuchte Lando Norris zwar die Wogen mit Max Verstappen zu glätten, doch sein Boss trieb das Thema immer noch um. "Wir wollen Rennen gewinnen. Aber nicht um jedem Preis. Das passt nicht zu uns", setzte Brown eine weitere Spitze Richtung Red Bull. Das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Teams dürfte so schnell nicht abkühlen. McLaren und Red Bull verfügen momentan über die besten Autos im Feld. Der Zweikampf um den Konstrukteurs-Titel ist entflammt.

Motoren-Partner für 2026

  • Mercedes: Mercedes HPP
  • Red Bull: RB Powertrains
  • Ferrari: Ferrari
  • McLaren: Mercedes HPP
  • Aston Martin: Honda
  • Alpine: Renault
  • Toro Rosso: RB Powertrains
  • Haas: Ferrari
  • Sauber: Audi (Werksteam)
  • Williams: Mercedes