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Kritik an F1-Regeln 2026: Zu langsam, zu kompliziert

F1-Reglement für 2026 in der Kritik
„Es wird wohl deutlich langsamer“

Das neue 2026er Reglement ist bei den Fahrern nicht nur auf Begeisterung gestoßen. Einige wollten lieber gar nichts sagen, andere hielten sich mit Kritik nicht zurück.

Fernando Alonso - GP Kanada 2024
Foto: Motorsport Images

Am Donnerstag (6.6.) stellte die FIA in Montreal das neue Technik-Reglement für die Saison 2026 vor. Basis waren die neuen Motoren. Der Vortrieb wird künftig fast zur Hälfte aus elektrischer Energie erzeugt. Allerdings hat das auch Konsequenzen. Die Autos bekommen eine aktive Aerodynamik, damit sie auf den Geraden weniger Luftwiderstand produzieren.

Das altbekannte DRS wird abgeschafft. Die Flügel können künftig vorne wie hinten immer flach gestellt werden, wenn der Fahrer das wünscht. Um Überhol-Action zu provozieren, bekommen die Fahrer künftig einen Elektro-Boost als Waffe. Allerdings fehlt die zusätzlich eingesetzte Energie dann in der Runde danach.

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Fernando Alonso freut sich schon auf den Elektro-Boost als Überholhilfe: "Das erinnert mich an die Zeit mit KERS. Da konnten wir die Extra-Leistung für sechs Sekunden pro Runde einsetzen, wann und wo wir wollten. Es ist immer gut, wenn du als Fahrer Freiheiten hast, um den Unterschied auszumachen. DRS ist für alle gleich."

F1 Reglement 2026 - FIA Concept
FIA

Die Autos werden kleiner und leichter. Allerdings werden die Teams kaum an das Gewichtslimit kommen.

Komplizierte Aero-Regeln

Der Spanier erwartet von den 2026er-Regeln, dass das Feld noch näher zusammenrückt. "Die Formel 1 ist im Moment so gut, wie sie schon lange nicht war. Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist, dass mehr Fahrer eine Chance bekommen, ein Rennen zu gewinnen. Ich setzte darauf, dass der Neustart die Karten neu mischt."

Der Routinier bezeichnet einige Punkte in den Regeln allerdings auch als zu kompliziert. Zum Beispiel die aktive Aerodynamik, bei der die Fahrer zwischen zwei Abtriebsstufen wählen können. "Das bedeutet sicher mehr Arbeit im Cockpit." Für Alonso ist das die Strafe für ein zu ambitioniertes Motoren-Reglement. "Die Autos müssen das jetzt ausbaden."

Die Formel 1-Autos sollen 2026 um 30 Kilogramm leichter werden. Viele hätten sich sogar noch mehr gewünscht. Alonso warnt: "Die neuen Motoren werden alleine werden 30 Kilogramm schwerer. Du musst also schon 60 Kilogramm finden, wenn du ans Limit willst. Das wird am Anfang keiner schaffen."

Der älteste Fahrer im Feld hätte sich generell Regeln gewünscht, die Fahrern und Ingenieuren mehr Spielraum lassen. "Ich mag es, wenn mehr Parameter über einen Sieg entscheiden. Deshalb sollten auch die Designer mehr Freiheiten bekommen. Wir hatten eine Zeit in der Formel 1, da haben Teams Autos mit sechs Rädern gebaut. Das Konzept war gut auf einigen Strecken und weniger auf anderen. Das Gleiche gilt für den Reifenkrieg. Da gab es Strecken und Bedingungen, die Michelin besser gepasst haben als Bridgestone und umgekehrt."

Alex Albon - GP Kanada 2024
xpb

Alex Albon sieht in den neuen Regeln noch nicht den erhofften Fortschritt.

Albon sieht noch Optimierungsbedarf

Nicht alle Fahrer trauten sich, schon am ersten Tag der Präsentation Kritik zu üben. Neben Alonso fand vor allem Alex Albon mahnende Worte: "Unsere Simulator-Fahrer haben die neuen Autos schon mal getestet. Es wird wohl langsamer werden, extrem langsam. Ich denke, da muss nochmal dran gearbeitet werden. Im Vergleich der Speed-Daten mit den aktuellen Autos ist es schon ziemlich langsam."

Genau wie Alonso erwartet auch der Thailänder keine große Gewichtsreduzierung, nur weil im Reglement 30 Kilogramm weniger drinstehen. "Ich weiß nicht, welcher Teil des Reglements dafür sorgen sollen, dass diese Autos leichter werden. Sie sagen den Teams einfach, dass sie die Autos leichter bauen sollen."

Albon befürchtet zudem, dass man die Fans mit dem neuen Reglement überfordert: "Es sieht so aus, als würde die Motorenformel alles drumherum extrem kompliziert machen. Zum Beispiel die ganze Aerodynamik mit den verschiedenen Modi. Ich hätte lieber einfachere Motoren und ein einfacheres Reglement. Das ganze ist sehr technisch und für uns schon schwer zu verstehen. Wie muss es dann erst für die Fans sein?"

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 6. Juni 2024
xpb

Hamilton ist noch nicht überzeugt, dass die 2026er Regeln in die richtige Richtung gehen.

Racing muss sich verbessern

Auch Lewis Hamilton blickt noch mit einer Portion Skepsis auf die neuen Regeln. "Ich habe mit einigen Fahrern gesprochen, die es schon im Simulator ausprobiert haben. Sie haben gesagt, dass es ziemlich langsam wird. Wir müssen also mal sehen, ob es in die richtige Richtung geht."

Der siebenfache Champion fordert die Regelhüter auf, im Zweifel nachzubessern: "In Sachen Nachhaltigkeit, speziell auf Seiten des Motors, ist es ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen jetzt nur sicherstellen, dass die Autos effizient und schnell sind und sich das Racing verbessert."