Neue Anhörung nach Alonso-Urteil
Aston Martin lässt Sprint-Strafe prüfen

GP China 2024

Aston Martin will die Strafe gegen Fernando Alonso aus dem Sprint von Shanghai neu verhandeln lassen. Das Team hat neue Beweise gesammelt, um die drei Strafpunkte für den Doppelweltmeister aus dem Sündenregister zu löschen.

Fernando Alonso vs. Carlos Sainz - GP China 2024
Foto: Wilhelm

Auf den ersten Blick hatte es sich um eine eigentlich harmlose Szene gehandelt, drei Runden vor Schluss des Sprintrennens von Shanghai. Fernando Alonso war in einem harten Fight um Rang drei in Kurve 8 von Carlos Sainz überholt worden. Doch in Kurve 9 wagte der Altmeister den Konter, wobei es zu einem leichten Kontakt kam. Dabei schob sich Sergio Perez im Red Bull an beiden Spaniern vorbei.

Weil sich Alonso bei der Berührung des Ferrari einen Reifenschaden einfuhr, zog Aston Martin das Auto zurück. Eigentlich hatte man gedacht, dass die Angelegenheit damit erledigt sei. Doch die FIA-Stewards schauten sich die Szene noch einmal genauer an, verhörten beide Beteiligten und sprachen nachträglich eine Zehn-Sekunden-Strafe gegen Alonso aus.

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Fernando Alonso - Aston Martin - Formel 1 - GP China - Shanghai - 20. April 2024
Aston Martin

Kann Aston Martin nachträglich ein milderes Urteil für Alonso erwirken.

Alonso bei sechs Strafpunkten

Der Routinier wurde als Unfallverursacher ausgemacht, weil er sich nicht an die Zweikampfregeln gehalten haben soll. Der Kontakt hatte zudem eine kleine Beschädigung am Ferrari nach sich gezogen. Der Strafenkatalog sieht in solchen Fällen eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe vor, die wegen des Ausfalls von Alonso aber keine Auswirkungen mehr auf das Ergebnis hatte.

Ärgerlicher waren da schon die drei Strafpunkte, die noch obendrauf kamen. Damit steht das Sünderkonto von Alonso nun schon bei sechs Punkten. Kommt ein Fahrer über die Grenze von zwölf Punkten, setzt es automatisch eine Rennsperre. Aston Martin will unbedingt verhindern, dass Alonso in die Nähe der Grenze kommt. Deshalb hat der Rennstall von seinem Recht auf eine nachträgliche Überprüfung Gebrauch gemacht.

Ein entsprechender Antrag wurde bei der FIA fristgerecht am vergangenen Dienstag (23.4.) deponiert. Für Freitag (3.5.) wurden Vertreter von Aston Martin und des gegnerischen Ferrari-Teams jetzt zu einer Video-Konferenz mit den FIA-Stewards eingeladen, um den Fall neu aufzurollen. Dabei ist die Session mit den Schiedsrichtern in zwei Teile aufgeteilt.

Fernando Alonso - Aston Martin - Formel 1 - GP China - Shanghai - 20. April 2024
Motorsport Images

Aston Martin konnte schon letztes Jahr in Jeddah eine Strafe gegen Alonso revidieren. Damals hatte man in kürzester Zeit Präzedenzfälle vorgelegt, die ohne Strafe geblieben waren.

Welche Beweise hat Aston Martin?

Er einmal muss Aston Martin zeigen, dass man neue Beweise hat, die den Kommissaren zum Zeitpunkt der Urteilsfindung in Shanghai nicht zur Verfügung standen. Nur wenn diese Beweise als neu, signifikant und relevant erachtet werden, gibt es eine Chance, im zweiten Teil der Anhörung eine Revision des ersten Urteils herbeizuführen.

Wie diese neuen Beweise aussehen, wollte Aston Martin aus verfahrenstaktischen Gründen natürlich noch nicht verraten. Normalerweise handelt es sich in solchen Fällen um eine Zusammenstellung von vergleichbaren Szenen aus der Vergangenheit, in denen ein milderes Urteil gefällt wurde. Hier kommt es immer darauf an, ob die Stewards diese Szenen auch als Präzedenzfälle anerkennen.

Fernando Alonso hatte schon direkt nach dem Sprint sein Unverständnis über die Strafe geäußert: "In Kurve 7 lagen wir Seite an Seite. In Kurve 8 habe ich versucht, die Außenbahn zu wählen, er hat sich aber auch raustragen lassen und mir dadurch keinen Raum gegeben. In Kurve 9 habe ich dann das Gleiche gemacht. In Kurve 8 hatte ich die Lenkung aufgemacht, um auf der Außenbahn die Kollision zu vermeiden. In Kurve 9 lag ich innen und er hat es nicht gemacht. Also kam es zur Berührung."

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