Flavio Briatore: Neuer Vertrag als Renault-Berater

Neuer Berater-Vertrag bei Renault
Briatore zurück in der Formel 1

Flavio Briatore feiert ein Comeback in der Königsklasse. Der 74-Jährige wurde von Renault-Chef Luca de Meo als Berater für Formel-1-Angelegenheiten eingestellt.

Flavio Briatore - Formel 1 - 2024
Foto: xpb

Der Name Flavio Briatore ist nicht nur Formel-1-Fans ein Begriff. Der Italiener kultivierte über Jahre ein öffentliches Image als Playboy. Er führte Beziehungen mit Supermodels wie Naomi Campbell oder Heidi Klum. Mit Letzterer hat er sogar ein gemeinsames Kind. Mit seinen Nobel-Discotheken in Italien gilt er heute noch als Partykönig.

Formel-1-Fans verbinden mit dem Namen Briatore vor allem mit den erfolgreichen Anfangsjahren Michael Schumachers bei Benetton. Unter Teamchef Briatore feierte Schumi seine ersten beiden WM-Titel 1994 und 1995. Als Renault-Teamchef sammelte Briatore 2005 und 2006 noch zwei weitere Meisterschaften mit Fernando Alonso. Den Spanier betreut Briatore heute noch als Manager.

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Der Name Briatore ist aber auch für immer mit einem der größten Skandale der Formel-1-Geschichte verbunden. 2008 hatte Nelson Piquet Jr. seinen Renault-Renner auf Anweisung der Teamleitung beim GP Singapur absichtlich in die Mauer gelenkt, um eine Safety-Car-Phase auszulösen. Der fingierte Crash verhalf Teamkollege Alonso zum Sieg.

Flavio Briatore & Michael Schumacher - Formel 1 1995
Motorsport Images

Die deutschen Fans verbinden Flavio Briatore immer noch mit seiner Rolle als Schumacher-Teamchef bei Benetton.

Comeback als Renault-Berater

Als die Manipulation aufflog, wurde Briatore aus der Formel 1 verbannt. Bis 2012 durfte er keinen offiziellen Posten in der Königsklasse annehmen. So wurde es in den vergangenen Jahren wieder etwas ruhiger um den ehemaligen Playboy. Briatore besuchte zwar immer mal wieder ein paar Rennen und tauchte als Experte im italienischen Fernsehen auf, verfolgte das Geschehen aber eher von der Seitenlinie.

Das soll sich jetzt ändern. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist der 74-Jährige immer noch ein gefragter Mann. Als ihm Renault-Geschäftsführer Luca de Meo vor einigen Wochen einen Beraterjob anbot, konnte Briatore nicht nein sagen. Die Verpflichtung wurde am Freitag (21.6.) offiziell bestätigt.

Briatore soll dabei helfen, das kriselnde Alpine-Team wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. Mit der Verpflichtung zeigt die Renault-Führung aber auch, dass man Teamchef Bruno Famin diese Aufgabe nicht alleine zutraut. Briatore soll De Meo in allen Formel-1-Angelegenheiten des Renault-Konzerns beraten.

Flavio Briatore, Toto Wolff, Frederic Vasseur - Formel 1 - 2023
Wilhelm

Briatore hat den Kontakt zur Formel-1-Szene nie verloren. Nun soll er Alpine wieder in die Spur bringen.

Briatore hilft bei Fahrern und Strategie

In der offiziellen Bestätigung ist die Rede davon, dass sich der Italiener vor allem um die Suche nach talentierten Junior-Piloten kümmern und der Renault-Führung exklusive Einblicke in das Geschehen auf dem Transfermarkt bieten soll. Außerdem soll er untersuchen, ob die Struktur und die Strategie für das aktuelle Formel-1-Projekt von Alpine richtig ist.

Offenbar war Briatore in den vergangenen Wochen schon tätig. Wie der Fahrerlagerfunk berichtet, soll der neue Berater die Idee ins Spiel gebracht haben, dass Alpine sein Motorenprojekt für 2026 beerdigt und stattdessen mit einem Kunden-Triebwerk antritt. Das würde zwar Geld sparen, Alpine würde damit aber auch den Status eines Werksteams verlieren.

Noch ist auch nicht klar, wer Alpine in diesem Fall mit einem Antriebspaket beliefern soll. Bei einer kurzen Umfrage im Fahrerlager hagelte es viele Absagen. Die anderen Motorenhersteller haben ihre Kapazitäten nicht auf ein zusätzliches Kundenteam ausgelegt. Die ganze Angelegenheit könnte also noch zu interessanten Diskussionen führen.