Gerüchte um Vettel bei 24h Le Mans
Vettel 2024 im Porsche?

Neben Mick Schumacher könnte auch der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel 2024 in der Sportwagen-WM fahren: Der Heppenheimer hat offenbar ein konkretes Angebot des britischen Jota-Teams vorliegen. Angeblich könnte zeitnah ein Test mit einem LMP2-Auto stattfinden.

Sebastian Vettel - Red Bull Formula Nürburgring 2023
Foto: Red Bull

Die Silly Season ist in der Sportwagen-WM in vollem Gang: Nur wenige Wochen vor dem Saisonfinale der WEC in Bahrain hat das Gerangel um die besten Fahrerplätze für 2024 begonnen. Mittendrin befinden sich auch zahlreiche Formel-1-Piloten: Erst Mitte letzter Woche tauchte in Frankreich das Gerücht auf, dass der vierfache F1-Weltmeister Sebastian Vettel Anfang Oktober einen Test in Spanien für das britische Jota-Team bestreiten könnte.

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Das Ziel: Man wolle Vettel in einem geschlossenen LMP2-Prototyp die Chance bieten, sich auf die aktuelle Hypercar-Klasse einzuschießen, die Jota-Sport-Piloten António Félix da Costa und Will Stevens sollen Vettel dabei unterstützen. Da Vettel beim Japan-GP in Suzuka war, fragte unser F1-Korrespondent Michael Schmidt direkt beim Deutschen nach. Die Antwort: "Bisher ist nichts unterschrieben oder entschieden, aber ich habe die Sache im Hinterkopf. Ich habe ja noch Zeit, um mich zu entscheiden." Ein Dementi sieht sicherlich anders aus…

Unsere Highlights
Porsche 963 - WEC - Jota-Team
xpb

Das Jota-Team setzt in der Sportwagen-WM einen Porsche 963 ein.

Vettel mit Le Mans im Hinterkopf

Vettel hatte sich bereits in der Hochphase der LMP1-Hybrid-Ära von 2013 bis 2017 als Le-Mans- und Langstrecken-Fan geoutet. Auch wenn sich der 36-Jährige heute primär um Nachhaltigkeitsthemen kümmert, lässt ihn das alte Virus Rennfahren nicht los: "Wenn ich irgendwann zu dem Schluss kommen sollte, dass es ohne Rennfahren nicht geht, dann werde ich wieder fahren", erklärte Vettel in Suzuka.

Warum der Langstreckensport ausgerechnet jetzt in den Fokus von Formel-1-Piloten wie Vettel rückt, ist einfach zu erklären: In der neuen Hypercar-Topklasse stehen 2024 neun (!) Hersteller am Start, damit ist die WEC hinter der F1 die zweitbeste Bühne im globalen Motorsport.

Wegen der großen Herstellerdichte setzen einige Werke und Teams auf namhafte Piloten, um für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, was die Chancen erhöht, Sponsoren zu finden. Das britische Jota-Team, das 2024 mit zwei Kunden-Porsche-963 in der WEC an den Start gehen will, arbeitet seit geraumer Zeit an einem All-Star-Fahrer-Lineup für ihr zweites Fahrzeug: Teamchef Sam Hignett verhandelt mit Ex-F1-Pilot Robert Kubica, der seinen Hauptsponsor Orlen in die Partnerschaft einbringen könnte. Der Pole stand auch mit BMW in Kontakt, doch offenbar ist Jota seine beste Option für 2024.

Schumacher bei Alpine?

Der ehemalige F1-Weltmeister Jenson Button hat gegenüber Fahrerkollegen gesagt, er habe bereits für 2024 unterschrieben – angeblich bei Jota. Ex-F1-Weltmeister Kimi Räikkönen wurde als dritter Fahrer im All-Star-Porsche gehandelt – bis letzte Woche der Name Vettel erstmals auftauchte. Das Angebot ist offenbar da, ob Vettel es aber auch annehmen wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Ein zweiter deutscher F1-Pilot geriet vor zwei Wochen anlässlich des WEC-Laufs in Fuji ins Fadenkreuz der Spekulationen: Mick Schumacher wurde als Option beim Hypercar-Einsteiger Alpine/Renault gehandelt, wie unser Schwestermagazin "Motorsport aktuell" exklusiv berichten konnte. Am Rande des F1-GP in Suzuka bestätigte nun Alpine-Teamchef Bruno Famin konkrete Gespräche mit dem Mercedes-Ersatzfahrer: "Im Moment reden wir zwar nur, aber es könnte auch zeitnah zu einem Test kommen", sagte Famin.

Alex Albon - GP Italien 2023
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Alexander Albon tritt im Januar 2024 in Daytona an.

BMW mit Valentino Rossi?

Schumacher und Vettel sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Ex-Alpha-Tauri-Pilot Nyck de Vries könnte 2024 ein Doppelprogramm aus Formel E und Einsätzen in der Sportwagen-WM beim Toyota-Hypercar-Team bestreiten, wo er den Argentinier José María López ersetzen würde. Ex-McLaren-F1-Pilot Stoffel Vandoorne hat für 2024 bei Peugeot angedockt und ersetzt dort Gustavo Menezes.

Williams-Pilot Alex Albon versucht ebenfalls, in der Langstrecke Fuß zu fassen: Der 27-Jährige will im Januar 2024 den Saisonauftakt der nordamerikanischen IMSA-Meisterschaft in Daytona in einem LMDh-Hpyercar von Acura/Honda bestreiten, das vom Team Wayne Taylor Racing eingesetzt wird. "Es ist noch nichts fix. Aber gegen solch einen Gaststart hätten wir keine Einwände", erklärt Williams-Teamchef James Vowles.

Viele Szenekenner fühlen sich bereits an die glorreiche LMP1-Hybrid-Ära erinnert. Damals sorgte der Start zahlreicher F1-Stars für Aufsehen: Nico Hülkenberg holte 2015 in einem Porsche 919 Hybrid den Gesamtsieg beim 24h-Rennen in Le Mans, Mark Webber gewann 2015 den WM-Titel. Formel-1-Altmeister Fernando Alonso startete 2018 und 2019 für Toyota in der Sportwagen-Weltmeisterschaft, dabei holte er zwei Le-Mans-Siege und wurde 2019 zusammen mit Kazuki Nakajima und Sébastien Buemi Weltmeister, bevor er in die Formel 1 zurückkehrte.

Und BMW könnte 2025 einen weiteren Superstar in die Hypercar-Topklasse bringen: Der neunfache Motorrad-Champ Valentino Rossi fährt 2024 als BMW-Werksfahrer in der LMGT3-Klasse der Sportwagen-WM – und 2024 soll der Italiener eine "ernsthafte" Testchance im Hypercar-Prototyp M Hybrid V8 erhalten…