Streckenlimits in Austin entschärft
30 Zentimeter mehr Spielraum

GP USA 2023

In der Qualifikation wurde acht Fahrern die Zeit gestrichen, weil sie in Kurve 19 die Streckenlimits überschritten haben. Die FIA gab den Piloten jetzt 30 Zentimeter mehr Spielraum. Und alle blieben sauber.

Lando Norris - McLaren - GP USA 2023 - Austin
Foto: Motorsport Images

Die Fahrer hatten schon vor dem ersten Training in Austin davor gewarnt. "Es könnte hier ähnliche Probleme mit den Streckenbegrenzungen geben wie in Katar", prophezeite Charles Leclerc, nicht ahnend, dass er davon profitieren würde. In der Qualifikation wurden acht Fahrern die Rundenzeiten gestrichen. Das prominenteste Opfer war Max Verstappen, der dadurch die Pole Position verlor.

In Austin steht hauptsächlich Kurve 19 im Fokus. In der 200 km/h schnellen Linkskurve fängt außen eine große Asphaltfläche entgleiste Autos auf. Und genau das ist laut Verstappen das Problem mit den unpopulären Streckenlimits: "Es gibt keine natürlichen Begrenzungen wie in Suzuka. Deshalb müssen sie das Ende der Strecke irgendwie definieren. Als Fahrer ist das frustrierend. Du willst am Limit durch die Kurve fahren, aber du achtest mehr darauf, innerhalb der weißen Linie zu bleiben."

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Leclerc gab Verstappen recht: "Das Problem mit Linien ist, dass du sie aus dem Auto nur schwer erkennen kannst. Mir ist ein Randstein als Begrenzung lieber. Da spüre ich im Auto, wie weit ich gehen kann."

Alexander Albon - Williams - GP USA 2023 - Austin
Motorsport Images

In drei Kurven erweiterte die FIA die Track Limits. In den restlichen 17 Ecken blieb mit der weißen Linie alles beim Alten.

Austin-Modell dank flachen Kerbs

Nach 127 Verletzungen der Streckenlimits in Katar baten die Fahrer diesmal die Rennleitung proaktiv, die äußere weiße Linie in Kurve 19 zu verschieben. Es war klar, dass es sonst wieder zu vielen Strafen oder Streichungen der Rundenzeit kommen würde. Weil zu wenig Zeit zur Qualifikation blieb, konnte die Rennleitung erst für den Sprint-Samstag auf den Vorschlag der Fahrer reagieren.

Die weiße Linie wurde um 30 Zentimeter verbreitert. Somit konnten die Fahrer einen Teil des Randsteins mit in ihre Linie einbeziehen. Wenn die rechten Räder auf die Rüttelpiste trafen, wussten sie: Bis hier und nicht weiter. So war gleichzeitig sichergestellt, dass sich die linken Räder noch auf dem Strich befanden. Prompt gab es im Sprint-Shootout nur noch einen Alarm. Pierre Gasly war ein Mal zu optimistisch.

Auch in den Kurven 9 und 12 gestattete die FIA den Piloten durch eine Anpassung mehr Spielraum.Die Fahrer lobten, dass diese Maßnahme auch für andere Strecken Modell stehen könnte. Nicht ganz. In Austin sind die Kerbs nur zwei Zentimeter hoch. Das vertragen die Reifen. In Katar hatten die Randsteine an ihrem höchsten Punkt eine Höhe von fünf Zentimetern. Das führte bei zu langer Fahrt unter hohen Geschwindigkeiten dazu, dass sich die Lauffläche der Reifen von der Karkasse löste. Die Rennleitung musste deshalb die Linie in den drei kritischen Kurven nach innen verlegen, um zu verhindern, dass sich die Fahrer zu hoch auf den Randstein treiben lassen.

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