Setup-Umbau bei Haas und Aston Martin
Vier Autos starten aus der Boxengasse

GP USA 2023

Haas und Aston Martin zweckentfremden das Rennen in Austin als eine Testfahrt, weil Punkte aussichtslos erscheinen. Beide Teams starten nach einem Setup-Umbau aus der Boxenstraße. Beide wollen die 56 Runden nutzen, um möglichst viel über ihre Ausbaustufen zu lernen.

Fernando Alonso - Aston Martin - Formel 1 - Sprint - GP USA 2023 - Austin
Foto: Motorsport Images

Die Startaufstellung zum Grand Prix der USA in Austin ist um vier Autos ärmer. Die beiden Haas von Nico Hülkenberg und Kevin Magnussen sowie die beiden Aston Martin von Fernando Alonso und Lance Stroll werden bei der Aufstellung in den Grid fehlen. Weil die vier Piloten aus der Boxenstraße in das 18. Rennen der Formel-1-Saison starten. Die Entscheidung trafen beide Teams aus ähnlichen Gründen. Sie müssen lernen.

Haas und Aston Martin zählen zu den fünf Teams, die ihre Autos für Austin umgebaut haben. Der US-Rennstall zündete gar eine B-Version des VF-23. Es ist ein Konzeptwechsel. Neu sind die Bremsbelüftungen vorn, der Unterboden, der Kühleinlass in den Seitenkasten, die Form des Seitenkastens selbst, die Motorabdeckung und die Kühlauslässe.

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Der erste Aufritt stellte das Team nur mäßig zufrieden. "Wir müssen mehr tun, weil das Upgrade nicht erfüllt, was wir erwartet haben", erzählte Haas-Rennleiter Guenther Steiner nach einem enttäuschenden Sprintrennen. Die Ingenieure stellten in den Daten zwar auf Anhieb eine kleine Verbesserung fest. Das US-Auto hat etwas an Abtrieb gewonnen. Der Fortschritt erscheint allerdings nicht groß genug.

Haas mit zu kleinem Flügel

Aston Martin besserte an den Kanten des Unterbodens nach, überarbeitete den Diffusor, unterschnitt die Seitenkästen stärker und stattete den AMR23 mit einem erneuerten Beam-Wing aus. Das neue Paket soll die fehlgeleitete Entwicklung unter der Saison korrigieren. Aston Martin hatte sich von falschen Simulationen täuschen lassen. "Wir sind auf den falschen Weg geraten und wollen mit der Ausbaustufe auf den richtigen zurück", erklärt Aerodynamik-Chef Eric Blandin.

Die verkürzte Trainingszeit stellte sowohl Haas als auch Aston Martin ein Bein. In nur einer Stunde schafften es beide nicht, das Setup für die Autos hinzubekommen. Haas wählte einen zu kleinen Heckflügel. Der US-Renner ist schnell geradeaus, dafür fehlt Haftung in den Kurven. Für das Rennen sattelt Haas auf, verstoßt dabei aber gegen die geltenden Parc-fermé-Regeln, wonach ein Umbau ab der Qualifikation am Freitagabend untersagt war.

Von den Startpositionen 14 und 16 hatte man sich ohnehin nichts ausgerechnet. Bestärkt vom Ergebnis aus dem Sprintrennen hat sich Haas dazu entschieden, das Heimrennen als eine Testfahrt zu betrachten. Für Fahrer und Ingenieure geht es darum, möglichst viel zu lernen. Vor allem im Hinblick auf die nächste Saison. Darauf zielt der Konzeptwechsel fünf Rennen vor Schluss ohnehin ab. Sie soll den Ingenieuren den Weg für 2024 weisen. "Wir haben festgestellt, dass wir mit dem neuen Konzept viel mehr Entwicklungspotenzial haben."

Fernando Alonso - Aston Martin - GP USA 2023 - Austin
Wilhelm

Aston Martin ist zu langsam und hat dazu Bremsprobleme.

Bremsen werfen Aston Martin zurück

Auch für Aston Martin schienen Punkte nach dem Doppel-K.o im Q1 mit Alonso an der 17. und Stroll an der 19. Stelle utopisch zu sein. Mit nur 24 Runden im Training fanden die Ingenieure keine passende Abstimmung. "Wir sind weit weg von einem optimalen Setup", beichtet Blandin. Also baut die britische Edelmarke beide Autos um. Und lässt die Fahrer obendrein mit unterschiedlichen Paketen fahren. Alonso sitzt im alten Auto, Stroll im neuen. Das bringt einen direkten Vergleich und hilft, besser festzustellen, inwiefern die neuen Teile tatsächlich besser funktionieren. Nach den Entwicklungsproblemen sieht sich Aston Martin zu diesem Schritt genötigt.

Eine Erklärung für das völlig verkorkste Rennwochenende hat das Team aus Silverstone. Die Bremsprobleme im ersten Training sorgten für eine Runden-Diät und fehlende Informationen. "Wir haben die Bremshutzen vorn zu stark abgedeckt. Das war ein Fehler in unserer Simulation", erklärt Blandin. Am Auto von Stroll brach im Training nach nur wenigen Runden vorne links ein Feuer aus. Danach war für den Kanadier Schluss. Eine Folge: Die Aston Martin schafften es nicht, die passende Bremsbalance zu finden. Das soll nun korrigiert werden.

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