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Haas-Upgrade: Neue Teile erst für Magnussen

Haas-Upgrade erst für Magnussen
Neue Teile für schnellere Kurven

GP China 2024

Haas ärgert sich über verpasste Punkte in Japan. Die US-Renner waren erneut schneller als erwartet, obwohl Suzuka mit vielen schnellen Kurven gespickt ist. Das Upgrade, das in Shanghai debütiert, setzt an dieser Schwachstelle an.

Haas - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 5. April 2024
Foto: Motorsport Images

Zum vierten Mal in Folge waren die Haas schneller als erwartet. Dabei hatte Teamchef Ayao Komatsu vor Suzuka den größten Respekt. "Wenn es eine Strecke gibt, die unsere Schwachstellen hervorkehrt, dann Suzuka. Dem Auto fehlt noch Abtrieb. Deshalb zahlen wir am meisten in schnellen Kurven."

Suzuka ist vollgespickt mit schnellen Kurven. Trotzdem hätte es Nico Hülkenberg fast ins Q3 geschafft. Dem Rheinländer fehlten nur 77 Tausendstel zum Aufstieg. Schon das war eine Überraschung. Deshalb rechnete sich der US-Rennstall am Sonntag eine Chance auf Punkte aus. In diesem Jahr sind die Haas am Sonntag regelmäßig besser als am Samstag.

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Am Ende fehlten Hülkenberg nur 5,5 Sekunden auf den dritten Punktegewinn in Folge. Komatsu ist sicher: "Wäre das Rennen nicht abgebrochen worden, hätte es Nico in die Punkte geschafft. Nach dem ersten Start war er schon Zehnter." Der zweite Startversuch 28 Minuten später stellte alles wieder auf den Kopf.

Hülkenberg ließ die Kupplung einen Hauch zu schnell kommen. Damit ging der Motor in den Leerlauf (Anti-Stall), und bis der Haas endlich wieder Vortrieb hatte, waren sieben Konkurrenten am Deutschen vorbeigeflogen. Vor einem Jahr hätte Hülkenberg das Rennen vergessen können. Doch jetzt hat er ein Auto, mit dem er selbst aus einer aussichtslosen Lage wie dieser etwas machen konnte.

Nico Hülkenberg - Formel 1 - GP Japan 2024
xpb

Hülkenberg kämpfte in Suzuka am Ende vergeblich um den letzten WM-Punkt.

Das Ziel war Tsunoda

Der Kommandostand holte seinen Fahrer schon nach fünf Runden aus dem Verkehr, verpasste ihm harte Reifen und ließ ihn bis zur 33. Runde auf der Strecke. Undenkbar im Vorjahr. Genauso wie das Einstopp-Rennen von Kevin Magnussen. Hätten die Haas-Piloten beim GP Japan im vergangenen September das gleiche probiert, wären ihnen die Reifen schon nach 20 Runden um die Ohren geflogen.

Zum diesem Zeitpunkt sah Yuki Tsunoda noch nicht wie ein Gegner aus, doch in den Köpfen der Strategen war er es bereits. Der Toro-Rosso-Pilot lag sieben Positionen weiter vorne auf dem Platz, den Haas sich eigentlich zum Ziel gesetzt hatte. Aber er stand schon in Runde 22 zum zweiten Mal an der Box. Zu dem Zeitpunkt hatte Hülkenberg nur noch 2,2 Sekunden Rückstand auf den Japaner.

Haas ließ den Deutschen trotzdem noch elf Runden auf der Strecke, um das Reifen-Delta zu Tsunoda so groß wie möglich werden zu lassen. Zu Beginn des letzten Stints lag Hülkenberg 24 Sekunden hinter Tsunoda. 20 Runden später war der Rückstand auf 5,5 Sekunden geschrumpft. Komatsu schließt daraus: "Wir hatten den Speed der Toro Rosso und hätten sie bei einem normalen Rennen auch geschlagen."

Nico Hülkenberg - Haas - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 6. April 2024
Motorsport Images

Bei Haas muss die Weiterentwicklung dieses Jahr besser werden als in der Vorsaison.

Nur zwei neue Aero-Kits

Ingenieure und Fahrer wissen aber auch, dass sie nicht ewig von der gesunden Basis des Haas VF-24 leben können. Die Gegner haben schon die ersten Upgrades gebracht. Toro Rosso einen neuen Unterboden, Williams, Sauber und Alpine neue Flügel. In Miami will Toro Rosso mit Teil zwei der ersten Entwicklungsstufe nachlegen.

Haas hatte sein erstes großes Upgrade erst für Imola geplant. Der Großteil davon wird aber schon vor dem GP China fertig. Allerdings nur in zweifacher Ausfertigung. Deshalb kann der US-Rennstall in Shanghai und Miami nur ein Auto damit bestücken.

Gäbe man beiden Fahrer je ein Upgrade-Kit, bestünde bei einem Unfall die Gefahr, dass der betroffene Pilot aus der Boxengasse starten muss. Ein Zurück zur alten Version bedeutet einen Spezifikationswechsel. Da die Grand Prix in Shanghai und Miami Sprint-Wochenenden sind, ist das Risiko eines Unfalls noch größer.

Kevin Magnussen - Haas - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 6. April 2024
Motorsport Images

Kevin Magnussen darf es schon in Shanghai mit neuen Teilen probieren.

Magnussen tritt Auto an Bearman ab

Das Upgrade wird in Shanghai an Magnussen gehen. Das hat nicht nur damit zu tun, dass sich der Däne in den ersten vier Rennen schon mehrmals in den Dienst des Teams gestellt und in Jeddah Hülkenberg zum WM-Punkt verholfen hat. Würde man jetzt Hülkenberg den Vorzug geben, wäre Magnussen doppelt gestraft.

In Imola haben zwar dann beide Autos die komplette Ausbaustufe an Bord, doch dort muss Magnussen sein Auto im ersten Training an Oliver Bearman abtreten. Er hätte dann nur zwei Trainingssitzungen Zeit, sich an das Auto mit den neuen Teilen zu gewöhnen, wenn er es vorher nie gefahren wäre.

Haas verspricht sich von dem Entwicklungsschritt eine Verbesserung in schnellen Kurven. Ohne in langsamen Ecken dafür allzu viel bestraft zu werden. "Du versuchst an einem Ende so viel wie möglich zu gewinnen, ohne am anderen zu viel zu verlieren. Die Freigabe eines Upgrades erfolgt immer erst dann, wenn der bestmögliche Kompromiss erreicht ist", erklärt Haas-Technikchef Andrea de Zordo.