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Ferrari vs. McLaren: Altes Auto schlägt B-Version

Ferrari-Altwagen schlägt B-Version
McLaren trickst sich selbst aus

GP Miami 2024

Am Freitag sah McLaren wie ein möglicher Herausforderer für Red Bull aus. Das große Aero-Upgrade schlug ein wie eine Bombe. Doch am Samstag übernahm Ferrari die Rolle des Verstappen-Jägers. McLaren trickste sich selbst aus.

Carlos Sainz - GP Miami 2024
Foto: xpb

Es war ein Hoffnungsschimmer, doch er währte nur kurz. Bis zur zweiten K.O.-Runde der Sprint-Qualifikation am Freitag stellte McLaren die Formel-1-Welt auf den Kopf. Lando Norris nahm in der B-Version des MCL38 WM-Spitzenreiter Max Verstappen vier Zehntel ab. Doch kaum wurden die Autos auf Soft-Reifen umgerüstet, war der alte Zustand wieder hergestellt: Red Bull vor Ferrari und McLaren.

Das große Upgrade hatte seine Zähne gezeigt. Mehr nicht. Die Fahrer nahmen die weichen Reifen in der Vorbereitung zu hart ran und stolperten von Fehler zu Fehler. "Wir haben die Reifen überkocht", bedauerte McLaren-Chef Zak Brown. Erleichtert stellte er aber auch fest: "Wir haben mir der B-Version einen Riesenschritt gemacht."

Unsere Highlights
Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Miami - 4. Mai 2024

Für Lando Norris war der Sprint nach wenigen Metern vorbei.

Ohne Upgrade die Nummer zwei

Mit der Erfahrung vom Freitag im Rücken sollte es am Samstag besser laufen. Im Sprint konnten Oscar Piastri und Lando Norris von den Startpositionen sechs und neun keine Wunder erwarten. Für Norris war der Sprint schon nach 200 Metern vorbei. Er wurde von Lance Stroll in der ersten Kurve umgedreht. Piastri sammelte auf Platz sechs nur kleine Pünktchen.

Für die Qualifikation musste man aber mit den McLaren wieder rechnen. Doch am Ende reichte es weder für die Red Bull noch für Ferrari. Norris und Piastri qualifizierten sich für die dritte Startreihe. Der Rückstand auf die Pole Position betrug dreieinhalb Zehntel. Ein Fortschritt gegenüber den letzten Rennen, doch vom Ergebnis weniger, als man sich bei McLaren ausgerechnet hatte.

Ferrari präsentierte sich erneut als zweite Kraft. Charles Leclerc durfte sogar kurz von der Pole Position träumen. Der Rückstand von 0,141 Sekunden ist eine respektable Leistung, vor allem weil der WM-Dritte einen Highspeed-Rutscher in Kurve 5 einbaute und für den Rest der Runde unter überhöhter Reifentemperatur litt.

Carlos Sainz - GP Miami 2024
xpb

Ferrari startet das Rennen in Miami von den Plätzen zwei und drei.

Noch kein Urteil über das Upgrade

Im Vergleich zu dem in elf Punkten umgebauten McLaren war der Ferrari SF-24 ein Altwagen. Abgesehen von kleinen Änderungen an den Flügeln fährt Ferrari immer noch mit der ersten Spezifikation. Das erste große Upgrade kommt erst in Imola. "Unter dem Gesichtspunkt, dass wir noch keine Entwicklungsstufe ans Auto gebracht haben, haben wir in Miami besser abgeschnitten als gedacht", atmete Teamchef Frédéric Vasseur auf.

Lando Norris sieht die Niederlage gegen Ferrari nicht als Pleite für den runderneuerten McLaren. "Es wäre unfair jetzt schon ein endgültiges Urteil über das Upgrade zu fällen. Da müssen wir drei Rennen auf unterschiedlichen Strecken abwarten. Erst dann haben wir ein vollständiges Bild, was die Änderungen wirklich gebracht haben. Es fühlt sich nicht viel anders an, aber es ist besser."

Auch Teamchef Andrea Stella lobte seine Technikabteilung: "Wir können an den Daten erkennen, dass die Änderungen das bewirken, was sie sollen. Bei Lando etwas mehr als bei Oscar." Der Italiener präzisierte noch einmal den Unterschied zwischen den beiden McLaren: "Oscar hatte den neuen Frontflügel, die Vorderachse, Teile der Hinterachse und die neuen Bremsbelüftungen. An Landos Autos waren dazu noch die modifizierten Seitenkästen und der Unterboden."

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Miami - 3. Mai 2024
xpb

Lando Norris will noch kein Urteil zum großen Upgrade-Paket abgegen.

Das eine Prozent über dem Limit

Das Miami Autodrome war mit seinem glatten Asphalt und Streckentemperaturen von bis zu 50 Grad nicht der ideale Ort für die Premiere einer Entwicklungsstufe. "Der kleinste Rutscher, und du kannst deine Runde vergessen", klagte Norris. Der Engländer präzisiert: "Ein Prozent über dem Limit oder 1 bis 2 km/h zu schnell reicht aus, dass die Reifen für den Rest der Runde zu heiß sind. Da hilft das beste Upgrade nichts."

Zur Verwirrung trug auch bei, dass der Medium-Reifen kaum langsamer war als der Soft-Gummi. Norris fühlte sich auf der mittleren Mischung sogar wohler. "So gut wie im SQ2 am Freitag war das Auto nie wieder. Auf den Soft-Reifen ging uns etwas verloren. Sie waren nur an bestimmten Stellen ein Vorteil. Deshalb habe ich im Q3 einen Medium-Reifen eingestreut, um Vertrauen zurückzugewinnen."

Stella gab zu, dass man sich nach dem guten Auftakt am Samstag ein bisschen mehr erhofft hatte. "Aber so wie sich die Reifen benahmen, war es schwierig, den maximalen Grip zu finden." Trotzdem hat er die Hoffnung für das Hauptrennen nicht aufgegeben: "Ich glaube, wir können mit den Ferrari und Perez kämpfen."