Mercedes klärt Ausfall-Ursache
Russell-Motor nicht zu retten

GP Australien 2023

Der erste Ausfall der Saison kostete George Russell wichtige WM-Punkte. Inzwischen hat Mercedes die Ursache für den Motorschaden herausgefunden. Ein Trümmerteil im Zylinder sorgte für ein Feuer. Die Techniker können den Sechszylinder auch nicht mehr retten.

George Russell - Formel 1 - GP Australien 2023
Foto: xpb

Die Saison ist noch jung, doch bei Mercedes gab es bereits zwei Motoren-Defekte zu beklagen: einen bei McLaren, den anderen im Werksteam selbst. Im ersten Fall traf es Lando Norris zum Saisonauftakt in Bahrain. Ein Leck im pneumatischen Ventilsystem zwang den McLaren-Fahrer mehrmals in die Boxenstraße, um Luft nachzufüllen. So gerieten WM-Punkte außer Reichweite. Der Motor überlebte nach Aussage von Norris nicht. Deshalb bekam er in Saudi-Arabien bereits die zweite Antriebseinheit der Saison eingebaut.

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Das Werksteam erwischte es in der 17. Runde im Grand Prix von Australien. Das Unheil bahnte sich bereits im letzten Streckenabschnitt im Umlauf zuvor an. Russell befand sich auf dem vierten Platz, als sein Mercedes plötzlich langsamer wurde. Es qualmte im Heck. Auf der Zielgerade entzündete sich dann ein Feuer, das den Engländer dazu zwang, seinen W14 auf Höhe des Boxenausgangs abzustellen. Die Streckenposten mussten mit Feuerlöschern ran.

George Russell - Mercedes - GP Australien 2023 - Melbourne
Motorsport Images
Erster Ausfall der Saison: Russell muss seinen Mercedes am Boxenausgang abstellen.

Bruchstück sorgt für Feuer

Mercedes-Teamchef Toto Wolff berichtete unmittelbar nach dem Rennen, dass es wahrscheinlich einen der Zylinder erwischt hatte. Es dauerte rund zwei Wochen, bis die Motorentechniker im englischen Brixworth die genaue Ursache für den Schaden lokalisiert hatten. Demnach mischte sich ein Fremdteil in den Verbrennungsprozess, was schlussendlich zum Leistungsabfall und damit verbunden zum Aus führte. Ein Bruchstück trug hierfür die Verantwortung. Der Motor nahm das Trümmerteil in einem Zylinder auf, was den Ausfall erzwang.

Die Trümmer stammen von einem Bauteil, das nicht zum versiegelten Bereich des Motors gehört. Die Techniker haben den Verbrenner und die dazugehörigen Elemente wie Turbolader und MGU-H für verloren erklärt*. Noch wird untersucht, ob andere Komponenten wie die Batterie oder die Leistungselektronik zu retten sind. In Aserbaidschan wird Russells Auto in jedem Fall mit einem neuen Motor ausgerüstet. Er setzt damit im vierten Rennen bereits den zweiten ein. Erlaubt sind deren drei Motoren für die insgesamt 23 Rennen. Ab dem vierten Motor der Saison spricht die FIA eine Startplatzstrafe aus. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Russell in diesem Jahr mindestens eine kassiert.

[* Im Ursprungs-Artikel hatten wir geschrieben, dass der Motor vielleicht noch zu retten sei. Das war aufgrund eines Missverständnisses falsch. Wir bitten um Entschuldigung]

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