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Sprint-Quali mit vielen Rätseln: Hülkenberg-Poker

Sprint-Quali mit vielen Rätseln
Haas-Poker mit gebrauchten Reifen

GP Miami 2024

Die Qualifikation für den Sprint von Miami gab viele Rätsel auf. McLaren stürzte ab, Charles Leclerc kam aus dem Nichts und Nico Hülkenberg hätte trotz gebrauchter Reifen auf den siebten Platz fahren können.

Nico Hülkenberg - Haas - Formel 1 - GP Miami - 3. Mai 2024
Foto: Motorsport Images

In Miami sah es lange nach einem McLaren-Tag aus. Das große Upgrade funktionierte. In der 100-Prozent-Version von Lando Norris und auch die halbe Portion von Oscar Piastri. Doch im SQ3 landeten die McLaren-Piloten nur auf den Plätzen sechs und neun. Dabei wäre Norris mit seiner SQ2-Zeit auf Medium-Reifen auf der Pole Position gestanden.

Es war eines von vielen Rätseln der Qualifikation für den Sprint von Miami. Teamchef Andrea Stella erklärte sie mit Fehlern seiner Fahrer und mit dem vom Reglement erzwungenen Wechsel von Medium- auf Soft-Reifen. Norris selbst gab zu: "Ich habe es übertrieben. Schon in der ersten Kurve habe ich einen Fehler eingebaut. Und danach lief es auch nicht besser."

Unsere Highlights
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Miami - 3. Mai 2024
xpb

Ein Dreher kostete Leclerc fast das komplette erste Training.

Leclerc steigerte sich mit dem Soft-Reifen

In den Köpfen vieler Fahrer geistert im SQ3 noch das Grip-Verhalten und der Aufwärmprozess für die Medium-Gummis herum. In vielen Fällen gerät dann die Vorbereitungsrunde zu aggressiv. "Wir haben die Reifen überkocht", bedauerte Stella.

McLaren war nicht allein mit diesem Problem. Auch Carlos Sainz und Fernando Alonso ist das passiert. Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur blickte zwei Wochen zurück: "Es hat sich schon in Shanghai gezeigt, dass sich das Auto von einer Reifenmischung zur anderen ganz anders verhält." Während Sainz seine Medium-Zeit nur um 0,159 Sekunden verbessern konnte, machte Charles Leclerc einen Sprung von 0,228 Sekunden. Nicht schlecht für einen, der im Freien Training nach einem Dreher zuschauen musste.

Auch bei Aston Martin wurden zwei unterschiedliche Geschichten erzählt. "Es ist nicht immer einfach, das Gripniveau zu antizipieren", entschuldigte sich Alonso. Vielleicht hätte er besser die Taktik von Lance Stroll kopiert. Der Kanadier fuhr das SQ3 auf gebrauchten Reifen. Er hatte einen Satz Soft schon im freien Training verschossen. Am Ende stand Stroll vor seinem Teamkapitän.

Nico Hülkenberg - Haas - Formel 1 - GP Miami - 3. Mai 2024
Haas

Nico Hülkenberg bewies mal wieder seine Qualitäten als starker Qualifier.

Hülkenberg verliert Platz 7 auf Randstein

Nico Hülkenberg bewies wie Stroll, dass ein gebrauchter Soft keine so schlechte Wahl für das Top Ten-Finale war, weil er in seinem Grip-Verhalten eher dem frischen Medium-Reifen entsprach. Der Haas-Pilot verzichtete freiwillig auf den extra-Grip des frischen Soft-Gummis: "Wir wollen unsere Pistole für die Qualifikation für das Hauptrennen geladen haben. Da haben wir mehr Chancen, in die Punkte zu fahren, und deshalb ist es wichtig so viele Softs aufzuheben wie möglich."

Hülkenberg qualifizierte sich zwar nur für den zehnten Platz, doch er hätte auch dort stehen können, wo Stroll in den Sprint startet. "Der siebte Platz lag drin. Leider bin ich in der langsamen Sektion der Kurven 13, 14 und 15 zu weit auf den Randstein geraten, und das Auto hat versetzt. Das hat mich zu viel Zeit gekostet. Aus der tiefen Cockpit-Perspektive siehst du die Randsteine leider nicht."

Die Überraschung der Qualifikation am Freitag war der vierte Platz von Daniel Ricciardo. Damit setzte der Australier seinen Aufwärtstrend fort. "Daniel hat sein Selbstvertrauen wieder gefunden, und gleichzeitig fühlt er sich im Auto immer wohler", lobte Horner. Der neue Unterboden des Toro Rosso VCARB 01 erwies sich als Volltreffer.

Daniel Ricciardo - Toro Rosso - Formel 1 - GP Miami - 3. Mai 2024
Red Bull

Daniel Ricciardo startet den Sprint aus der zweiten Reihe.

Ricciardo gewinnt immer mehr Vertrauen

Chefingenieur Alan Permane ist überzeugt, dass es auch Yuki Tsunoda ins SQ3 geschafft hätte. "Yuki war ähnlich schnell unterwegs wie Daniel. Er war sich so sicher, ins SQ3 zu kommen. Deshalb hat er im SQ2 bis ganz zum Schluss gewartet und sich nur eine Chance gegönnt. Ausgerechnet da hat er dann die Runde nicht zusammengebracht."

Bei Mercedes hingen die Fahnen auf Halbmast. Beide Fahrer scheiterten an der SQ2-Hürde. Weil Lewis Hamilton und George Russell mit dem Auto im freien Training zufrieden waren, ließen die Ingenieure mit Ausnahme von Kleinigkeiten die Finger vom Setup. Doch nur drei Stunden später präsentierten sich die beiden Silberpfeile wieder nicht so wie erwartet. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln. Leicht gestiegene Temperaturen? Mehr Gummi auf der Strecke?

Hamilton brachte die Vorderreifen nicht schnell genug auf Temperatur. Dafür überhitzten die Hinterreifen. Russell war mit der Balance halbwegs zufrieden, hatte aber das Gefühl, dass sein Auto im Vergleich zum freien Training Speed verloren hatte.

Am meisten überrascht war man bei Red Bull. "Wir waren fest überzeugt: Das wird ein McLaren-Tag. Die Pole Position von Max kam völlig überraschend", gestand Teamchef Christian Horner. Sein Fahrer gab sogar noch zu: "Das war eine furchtbare Runde. Was war nur mit den anderen los?" Verstappen zeigte wieder einmal, warum er Weltmeister ist. In den letzten fünf Qualifikationsminuten haben alle Fehler gemacht. Doch bei Verstappen waren es die wenigsten.