Neue Gerüchte um Christian Horner
Red Bull will Verstappen nicht zwingen

GP Saudi-Arabien 2024

Kein Tag ohne neue Entwicklungen im Red-Bull-Skandal. Was ist dran an den Gerüchten, dass Christian Horner nun doch gehen muss? Und was sagt der Noch-Teamchef zu den Wechsel-Drohungen von Max Verstappen?

Christian Horner - GP Saudi-Arabien 2024
Foto: Red Bull

Auf der Strecke fährt Red Bull alles in Grund und Boden. Und auch außerhalb bestimmt der Rennstall aus Milton Keynes weiter die Schlagzeilen. Beim Grand-Prix-Wochenende in Jeddah stand plötzlich Sportchef Helmut Marko im Mittelpunkt der Diskussionen. Erst hieß es, der Grazer müsse seinen Posten verlassen. Nach einem klärenden Gespräch mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff darf der 80-Jährige nun doch bleiben.

Marko verriet dabei, dass Mintzlaff zusammen mit Vertriebschef Franz Watzlawick am Sonntag nach dem Rennen auch noch ein Treffen mit Mehrheitseigner Chalerm Yoovidhya in Dubai vereinbart hatte. Offenbar versuchte die österreichische Seite dem Thailänder noch einmal zu erklären, warum eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Christian Horner negative Auswirkung auf das Team und das weltweite Geschäft mit den Energy-Drinks haben könnte.

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Christian & Geri Horner - Formel 1 - GP Bahrain 2024
Motorsport Images

Bisher hat Chalerm Yoovidhya seine schützende Hand über Horner gehalten. Warum sollte sich das ändern?

Sinneswandel bei Yoovidhya?

Das sollte für Yoovidhya aber keine neue Erkenntnis sein. Und es hat ihn bisher auch nicht gejuckt. Auch die Tatsache, dass die Mitarbeiterin, die sich über das Verhalten von Horner beschwert hatte, nun vor ein britisches Zivilgericht ziehen will, wird Yoovidhya kaum beeindrucken. Diese Möglichkeit stand auch schon früher im Raum. Es ist deshalb schwer zu erkennen, wo nun ein plötzlicher Sinneswandel herkommen könnte.

Eins ist aber klar. Der verpatzte Marko-Rauswurf in Jeddah war ein klarer Punktsieg für die Gegner von Horner und Yoovidhya. Offenbar hatten sie nicht damit gerechnet, dass sich Max Verstappen so vehement hinter seinen Förderer stellt, der ihn 2015 aus der Formel 3 direkt in die Königsklasse geholt hatte. Verstappen ließ keinen Zweifel, dass seine eigene Zukunft bei Red Bull eng mit dem Verbleib von Marko verknüpft ist.

Siegerfoto - Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Bahrain 2024
Red Bull

Laut Horner will man Verstappen keine Steine in den Weg legen, sollte die Anfrage nach einem Wechsel kommen.

Verstappen darf wechseln

Horner musste nach dem Rennen kritische Fragen zu den Wechseldrohungen seines Superstars beantworten. Dabei gab sich der Brite äußerlich gelassen: "Es ist wie bei allem im Leben: Man kann niemanden dazu zwingen, irgendwo zu arbeiten, nur weil es auf einem Blatt Papier steht. Wenn jemand nicht in diesem Team sein will, dann werden wir ihn nicht gegen seinen Willen zwingen, zu bleiben."

Horner versuchte dieses Statement allgemein zu halten und nicht konkret auf Verstappen zu beziehen. Es beträfe Mitarbeiter in allen Funktionen bei seinem Rennstall. "In einem Team wie diesem zu arbeiten, verlangt Engagement und Leidenschaft. Das ist bei Max vorhanden. Er ist ja schon hier, seit er 18 Jahre alt ist. Und ich zweifele auch nicht daran, dass sich an seinem Engagement und seiner Leidenschaft in Zukunft etwas ändert."

Helmut Marko & Max Verstappen - Red Bull - Test Bahrain 2024
Red Bull

Verstappen und Marko haben den ersten Angriff von Horner abgewehrt. Wie geht es nun weiter?

Horner: "Man kann nichts ausschließen"

Seit Wochen versucht Horner der Öffentlichkeit die heile Red-Bull-Welt zu verkaufen, obwohl um ihn herum eine mediale Bombe nach der anderen einschlägt: "Es gibt keine Spannungen oder Stress. Man kann sehen, wie entspannt Max in der Garage mit allen umgeht. Natürlich würde ihn jedes Team gerne haben. Aber wie Toto (Wolff) schon gesagt hat, wollen die besten Fahrer immer im besten Auto sitzen."

In Bahrain gab sich der Teamchef noch fest überzeugt, dass Verstappen seinen bis 2028 laufenden Vertrag erfüllt. Das klang nun aber schon etwas zurückhaltender: "Man kann natürlich nie alles ausschließen. Wenn ein Fahrer woanders sein will, dann geht er woanders hin. Aber ich sehe keinen Grund, warum jemand dieses Team verlassen will. Max hat die volle Unterstützung um sich herum und liefert tolle Arbeit in einem großartigen Auto ab."

Man darf gespannt sein, wie sich das Thema weiter entwickelt. Wie man hinter den Kulissen hört, soll nicht nur Verstappen, sondern auch Adrian Newey mit der aktuellen Situation unzufrieden sein. Horner will ihn aus Budget Cap-Gründen komplett in das Hypercar-Projekt RB17 abschieben. Der Design-Guru hatte erst vor einem halben Jahr in einem Podcast erklärt, dass er es auf "emotionaler Ebene" bedauere, nie mit Ferrari oder Lewis Hamilton zusammengearbeitet zu haben. Frederic Vasseur wäre dumm, wenn er seine Fühler nicht schon ausgestreckt hätte.