WEC-Test mit Alpine für Mercedes-Ersatzpilot
Schumacher zurück im Rennauto

Mick Schumacher testet den WEC-Prototyp von Alpine in Jerez. Der Deutsche könnte 2024 in Le Mans und der Sportwagen-Weltmeisterschaft starten. Eine Formel-1-Rückkehr für die kommende Saison war die letzten Monate in weite Ferne gerückt.

Mick Schumacher - Mercedes - Fabrik Brackley - 2023
Foto: Mercedes

Lange hatte Mick Schumacher die Hoffnung gehegt, 2024 wieder als Stammpilot in einem Formel-1-Rennwagen zu sitzen. Doch nach und nach schlugen sich die Türen zu. Bis auf das zweite Williams-Cockpit, das aktuell Logan Sargeant innehat, sind alle Formel-1-Plätze vergeben.

Schumacher schaute sich in den vergangenen Wochen deshalb nach anderen Optionen um. Unser Schwestermagazin "Motorsport aktuell" berichtete bereits im September vom Interesse Alpines am Deutschen. Sportdirektor Bruno Famin äußerte beim GP Japan, Schumacher für das WEC-Projekt (Sportwagen-Weltmeisterschaft) der Franzosen verpflichten zu wollen.

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Am Montag (16.10.) bestätigte Alpine gegenüber "Motorsport Magazin", dass der 24-Jährige bereits am heutigen Dienstag den auf LMDh-Basis aufgebauten A424 im spanischen Jerez testen wird. Alpine setzt beim A424 auf einen 3,4 Liter großen V6 mit einem Turbolader, den die Renault-Tochter in Zusammenarbeit mit Mecachrome entwickelte. Die französische Firma Oreca liefert das Chassis. Das von Signatech betreute Einsatzteam testete bereits im französischen Le Castellet und im spanischen Aragón. Schumacher könnte bei erfolgreichem Verlauf der Probefahrt ein Stammplatz für die nächstjährige WEC-Saison winken.

 Alpine A424_ß Showcar
Alpine

Alpine setzt bei ihrem LMDh-Protoyp auf einen V6-Turbo mit 3,4 Liter Hubraum. Das Chassis liefert Oreca.

Le-Mans-Start 2024 für Schumacher?

Zur Sportwagen-Weltmeisterschaft zählt auch das traditionsreiche 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ein Start beim Klassiker des ehemaligen Haas-Piloten würde viel Aufmerksamkeit in der Motorsport-Welt erregen. Die Franzosen haben bislang noch keine Stammfahrer für 2024 verkündet. Laut unseren Informationen sollen die Franzosen Nicolas Lapierre und Matthieu Vaxivière gesetzt sein. Ihr Landsmann Charles Milesi und der Österreicher Ferdinand Habsburg sollen gute Chancen auf zwei Plätze haben. Weitere zwei Cockpits für die beiden startenden A424 wären somit noch frei.

Offen bliebe die Frage, wie es um Schumachers Rolle bei Mercedes aussehen würde. Aktuell verrichtet der Sohn des Rekordweltmeisters von Michael Schumacher wichtige Simulator-Arbeit für die Truppe aus Brackley. Teamchef Toto Wolff und die Piloten Lewis Hamilton sowie George Russell loben die Qualitäten des Deutschen. Einem Engagement Schumachers bei Alpine in der WEC würde Mercedes laut Wolff nicht im Wege stehen. Ob der ehemalige Ferrari-Junior zukünftig eine Doppelrolle als Mercedes-Ersatzmann und Alpine-Stammpilot in der Sportwagen-WM ausfüllen würde, wäre auch zwecks Terminüberschneidungen zu klären.

Mick Schumacher - Reifentest - Barcelona - 2023
Mercedes

Mick Schumacher sitzt in der Saison 2024 auf der Ersatzbank bei Mercedes.

Vettel bei Porsche im Gespräch

Förderer Wolff versuchte seinen Zögling mit seinen Empfehlungen wieder im Formel-1-Starterfeld unterzubringen. Das scheiterte. Zuletzt soll der ehemalige Mercedes-Strategiechef und jetzige Williams-Teamchef James Vowles beim GP Japan abgesagt haben. Die Daten aus dem Simulator überzeugten den Engländer nicht.

Kommt es zum Schumacher-Wechsel zu Alpine, könnte er in Le Mans auf einen alten F1-Weggefährten treffen. Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel scheint von einem Renn-Comeback angetan zu sein. Zuletzt rankten sich Gerüchte um einen Le-Mans-Einsatz des Ende 2022 zurückgetretenen Vettels. Anlaufstelle für den Heppenheimer soll niemand geringeres als Le-Mans-Rekordsieger Porsche sein. Die Stuttgarter wollen nach einer schwierigen Rückkehr an die Sarthe in diesem Jahr zurückschlagen und 2024 den 20. Gesamtsieg beim Klassiker landen.