Ex-F1-Star könnte Porsche-Markenbotschafter werden
Kein Vettel-Start in Le Mans?

Letzte Woche bestritt Ex-F1-Weltmeister Sebastian Vettel einen LMDh-Langstreckentest mit Porsche in Aragón. Der Test lief gut, aber die Chancen sinken, dass der 53-fache GP-Sieger schon 2024 für Porsche beim 24h-Rennen in Le Mans antritt.

Sebastian Vettel - Porsche 963 - Test Aragón - WEC - 24h Le Mans
Foto: Porsche

Der Test in Aragón war als 36-Stunden-Test zur Vorbereitung auf das 24h-Rennen in Le Mans geplant. Neben sieben Werksfahrern nahm auch Vettel an dem Test teil, erstens um ein Gefühl für die Hypercar-Generation zu entwickeln, zweitens um die Chancen auszuloten, ob ein Le-Mans-Start schon in diesem Jahr ein realistisches Ziel sein könnte. Porsche spulte bei dem Test 6.150 Kilometer ab, wobei offenbar ein längerer Stopp für eine Reparatur im Heckbereich notwendig war.

Unsere Highlights

Vettel selbst absolvierte zwei Doppelstints und hatte laut Augenzeugen sehr viel Spaß an seinem Hypercar-Ausflug. Klar war aber auch, dass Vettel noch an seiner Konstanz arbeiten müsste, wofür vermutlich mindestens ein weiterer großer Test notwendig wäre, dazu wäre im Sinne einer perfekten Vorbereitung auf Le Mans auch ein Testrennen in der WEC wünschenswert.

Sebastian Vettel - Porsche 963 - Test Aragón - WEC - 24h Le Mans
Porsche

Sebastian Vettel drehte in Aragón 118 Runden im Porsche 963.

Vettel erst 2025 in Le Mans?

Laut Informationen unseres Schwestermagazins Motorsport aktuell wird es dazu aber wohl nicht kommen: Erstens geht es für Porsche mit allen drei LMDh-Autos in Le Mans 2024 um den Sieg, da wäre der Einsatz selbst eines Hochkaräters wie Vettel ein Risiko. Zweitens wären weitere Tests und/oder ein Renneinsatz notwendig, doch dafür fehlen die Zeitslots. Und drittens hat man offenbar den Porsche-Werksfahrern bereits mitgeteilt, dass das dritte Auto in Le Mans wie ursprünglich geplant von Mathieu Jaminet, Felipe Nasr und Nick Tandy pilotiert werden soll.

Trotzdem arbeitet Porsche weiter an der Verpflichtung von Sebastian Vettel. Laut unseren Informationen soll der vierfache F1-Weltmeister in Zukunft eine Rolle als Markenbotschafter erhalten und dann ab 2025 auch in Le Mans antreten. Ob Vettel dann die volle Saison in der Sportwagen-WM bestreitet oder nur zwei Vorbereitungsrennen und das WM-Highlight in Le Mans, hängt am Ende an der Frage, wie Vettel sein zeitliches Commitment für Porsche-Renneinsätze takten will.

Sebastian Vettel - Porsche 963 - Test Aragón - WEC - 24h Le Mans
Porsche

Der Deutsche könnte in Zukunft als Markenbotschafter für Porsche fungieren und 2025 in Le Mans starten.

Ex-F1-Weltmeister wägt ab

In einem Interview beim britischen TV-Sender Sky gab Vettel lächelnd zu, dass er sich noch Gedanken mache, wieder Rennen fahren zu wollen. "Es reizt mich auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber auch wiederum nicht." Langeweile verspüre der Heppenheimer keine. "Es gibt viele andere Dinge, die mich außerhalb des Motorsports interessieren."

In letzter Zeit wurde der Name Vettel auch mit einem F1-Comeback in Verbindung gebracht. Der ehemalige Ferrari-Fahrer bestätigte, dass er im Austausch mit Mercedes-Teamchef Toto Wolff sei. "Ich spreche mit Toto. Ich weiß aber nicht, ob das heißt, dass ich offiziell mit Mercedes spreche. Wir reden über viele Dinge. Ich habe viele Ideen, ich plane Events. Deshalb habe ich auch mit vielen anderen Teamchefs gesprochen und nicht nur über Motorsport."

Nach über einem Jahr ohne Renneinsatz hielt der Deutsche fest, was ihm am Motorsport fehlt. "Ich vermisse den Nervenkitzel, den Speed und am meisten den Wettbewerb. Schnell zu fahren ist nicht alles, es ist wirklich der Wettbewerb, der mir fehlt."

Porsche-Markenbotschafter zu werden und in Le Mans zu starten, könnte ihm diese drei Sehnsüchte seines Rennfahrerherzens erfüllen. Alle Elemente bietet der 24-Stunden-Klassiker an der Sarthe. Aber für Vettel voraussichtlich erst 2025.