Technik-Upgrades GP Abu Dhabi 2023
Zweifel an Alpha-Tauri-Offensive

Drei Teams haben beim letzten Rennen noch einmal in ihre Technikkiste gegriffen. Alpha Tauri brachte den sechsten neuen Unterboden in diesem Jahr. Die Konkurrenz wundert sich wie das im Rahmen des Budgetdeckels möglich ist.

Alpha Tauri - Technik - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2023
Foto: Red Bull

Die meisten Teams entwickeln schon mit Volldampf für 2024. Trotzdem hatten Aston Martin, Alfa Sauber und Alpha Tauri für das letzte Rennen im Jahr noch einmal die Produktion im Haus mit neuen Teilen für das aktuelle Auto angeworfen. Die drei Teams suchten noch Antworten auf Fragen, die bis zum Finale nicht ganz gelöst werden konnten.

Der neue Frontflügel von Alfa Sauber und der Heckflügel samt Beam Wing bei Aston Martin sind bereits ein Vorgriff auf das nächstjährige Auto. Die Neukonstruktionen sollten aber auch auf der Rennstrecke noch einmal beweisen, dass sie das können, was der Windkanal verspricht. Offenbar gab es in diesem Bereich noch Zweifel, in welche Richtung man gehen soll.

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Ein anderes Thema ist Alpha Tauri. Der AT04 bekam seinen sechsten neuen Unterboden. Neu heißt: Andere Venturi-Kanäle, andere Geometrie im vorderen und mittleren Bereich, andere Kanten. Dazu eine Neugestaltung des Kiels oberhalb des sogenannten T-Trays am vorderen Ende der Bodenplatte.

Es sind die Modifikationen 63, 64 und 65 in dieser Saison. Alpha Tauri ist damit das Team, das mit Abstand die meiste Entwicklungsarbeit geleistet hat. Die Konkurrenz wundert sich, wie das im Rahmen des Kostendeckels möglich ist. Einer sagt: "Das waren nicht Weiterentwicklungen, sondern jedes Mal völlig neue Konzepte. Wenn man weiß, was die Entwicklung und Produktion eines solchen Bodens kostet, dann sprengt das jeden Etat."

Alpha Tauri - Technik - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2023
ams

An der Art der Carbon-Struktur erkennt man gut, dass vorne an der Alpha-Tauri-Kufe neue Teile eingefügt wurden.

Hier ist unser Überblick über die Upgrades von Abu Dhabi:

Alfa Romeo

  • Frontflügel: Komplette Neukonstruktion des Hauptblatts, der Flaps und der Endplatte, um die Strömung zum Heck und die Effizienz zu verbessern.

Aston Martin

  • Heckflügel: Das Profil des Hauptblatts und Flaps hat sich in der Frontalansicht geändert, die vordere Kante. Die Endplatte wurde leicht im Profil angepasst. Das soll mehr Abtrieb bei gleichem Luftwiderstand bringen.
  • Beam Wing: Der untere Heckflügel geht etwas mehr in die Breite. Das korrespondiert mit den Änderungen am oberen Heckflügelelement.

Alpha Tauri

  • Venturi Kanäle: Die vertikalen Leitbleche und damit die Kanäle wurden an die Änderungen im Bereich des vorderen Unterbodens angepasst. Das bringt lokal mehr Anpressdruck.
  • Unterboden: Der Unterboden wurde vom Kiel bis in den mittleren Bereich komplett verändert, um dort mehr Anpressdruck zu erzeugen. Am Kiel wurde ein horizontales Leitblech über dem Boden angebracht.
  • Unterboden Kante: Der Flügel im vorderen Bereich der Unterbodenkante ist weniger stark angestellt, um die Strömung zum hinteren Bereich des Bodens zu verbessern.
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