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Quali-Krimi: Wo verliert Verstappen 20 Tausendstel?

Herzschlagfinale in Barcelona-Quali
Wo verliert Verstappen 20 Tausendstel?

GP Spanien 2024

Lando Norris hat Max Verstappen im Qualifikations-Krimi von Barcelona um 0,020 Sekunden geschlagen, was 1,30 Metern Vorsprung entspricht. Über die Gründe gab es unterschiedliche Theorien. Jede ist wahrscheinlich richtig und erklärt trotzdem nicht alles.

Max Verstappen - GP Spanien 2024
Foto: Motorsport Images

Es gibt selten Momente, in denen man sich bei Red Bull nach einer Niederlage erleichtert zeigt. Erst recht nicht, wenn der Unterschied zwischen der Pole-Position von Lando Norris und dem zweiten Platz von Max Verstappen nur 20 Tausendstel oder 1,30 Meter liegen. Und das, bei einer Wegstrecke von 4.657 Metern. Doch in der Qualifikation war das Auto aus Sicht von Red Bull besser als am Rest des Wochenendes. Und das rettete dem Weltmeister den Tag.

Unsere Highlights

Sportchef Helmut Marko und Technikdirektor Pierre Waché wurden sich nach dem Qualifikations-Krimi von Barcelona nicht ganz einig, wo Verstappen die kaum messbare Winzigkeit verloren hat. Marko war sich sicher, dass es Kurve 4 sein musste. "Da haben wir immer auf Norris Zeit eingebüßt. In der entscheidenden Runde zwei Zehntel."

Waché hatte eher den Sahne-Sektor des Red Bull im Verdacht. Im letzten Streckenabschnitt bestimmte Verstappen durchweg das Tempo. Doch ausgerechnet in der letzten Q3-Runde war der Vorsprung von Verstappen auf Norris mit 0,105 Sekunden geringer als sonst. "Wir waren im ersten Sektor etwas zu aggressiv. Das hat uns in den letzten Kurven gekostet", glaubt Waché.

Max Verstappen - GP Spanien 2024
Red Bull

In den schnellen Kurven war Red Bull dank großem Heckflügel besonders stark.

Pingpong zwischen Verstappen und Norris

Max Verstappen lieferte noch eine dritte Theorie: "Die Runde war eigentlich gut. In den extremen Highspeed-Passagen waren wir immer besonders stark – den Kurven 3, 9 und in der letzten Kurve. Die haben wir locker voll genommen. Vielleicht waren sie für Lando zunächst nicht ganz voll und er konnte sich bei den kühleren Temperaturen noch etwas verbessern, während es für uns nicht mehr schneller ging. Vielleicht bietet unser Auto hier etwas zu viel Luftwiderstand."

Im Sektor-Vergleich zwischen Red Bull und McLaren flog der Ball wie beim Pingpong hin und her. Nach der Zielgeraden und den ersten drei Kurven lag Verstappen um 14 Tausendstel vor seinem Rivalen. Der zweite Sektor, der die ominöse Kurve 4 enthält, ging mit 28,402 zu 28,541 Sekunden klar an Norris. So war der Weltmeister gezwungen, den Rückstand im letzten Streckenabschnitt wieder gutzumachen.

Eigentlich hatte Red Bull mit der Pole-Position gar nicht gerechnet. Nachdem der größere Heckflügel im dritten Training ans Auto kam, stimmte zunächst einmal die Fahrzeugbalance nicht mehr. "Wir haben uns mühsam wieder hingearbeitet", berichtet Marko. "Wir sind viel rumgerutscht. Danach haben wir noch einige andere Setup-Änderungen vorgenommen. Dann war der Grip wieder da, und es fühlte sich normal an", ergänzte Verstappen.

Max Verstappen - GP Spanien 2024
xpb

Verstappen hat endlich einen Herausforderer. Wird es im Rennen auch so knapp?

Große Hoffnungen in Silverstone-Upgrade

Im Q1 deutete Verstappen mit der drittschnellsten Zeit an, dass mit ihm, zu rechnen war. Und dann war plötzlich alles anders. Wolken schoben sich vor die Sonne und senkten die Streckentemperatur von 36 auf 34 Grad. Was sich nach nichts anhört, ist bei den sensiblen Formel-1-Fahrzeugen eine Welt.

Die Abkühlung half Red Bull, obwohl es normalerweise umgekehrt ist. "Wir mögen eigentlich lieber heißes Wetter. Aber man kann sich auf nichts mehr verlassen", wunderte sich der Sportchef. Red Bull hatte wieder mal die richtigen Schlüsse gezogen und den Reifendruck entsprechend adaptiert. Dazu kam ein guter Windschatten von Teamkollege Sergio Perez. "Der war nicht geplant", klärte Marko auf. "In Barcelona muss da der Zufall helfen. Wenn du es inszenieren willst, geht es neun von zehn Mal schief."

Barcelona bestätigte das Bild der letzten Rennen. Die Konkurrenz ist näher gerückt, vielleicht sogar schon vorbeigezogen, wenn man einrechnet, dass Verstappen für ein oder zwei Zehntel gut ist. Jetzt zählt auch noch Mercedes zum Club der Sieganwärter. Der Titelverteidiger wartet händeringend auf das größte Upgrade der Saison, das in Silverstone gezündet wird und Red Bull wieder einen Vorsprung geben soll. Das letzte hat dieses Ziel verfehlt.