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24h Nürburgring 2024 - Ergebnis: Siebter Audi-Sieg

24h Nürburgring 2024 - Ergebnis Rennen
Audi siegt im Nebel-Chaos

24h-Rennen 2024

Die 52. Ausgabe des 24h-Rennens auf dem Nürburgring war von der schlechten Witterung geprägt. Am Ende triumphierte Audi auf der Nordschleife. Das Scherer-Team setzte sich nach Rennabbruch in der Nacht durch. BMW und Mercedes im Unfallpech.

Audi R8 LMS GT3 Evo 2 - Startnummer 16 - 24h-Rennen Nürburgring 2024 - 2. Juni 2024
Foto: Stefan Baldauf

Die letzten zwei Jahre hatte die Eifel sich von ihrer schönen Seite gezeigt. 2022 und 2023 waren die Bedingungen in der Grünen Hölle ideal. Dieses Jahr machte die gefürchtete Rennstrecke ihrem Spitznamen wieder alle Ehre. Nach mehr als sieben Stunden Fahrzeit verhängte die Rennleitung um 23.22 Uhr am Samstagabend (1.6.) die rote Flagge. Der Nebel hatte seinen Schleier über den 25,374 Kilometer langen Kurs gelegt.

Zu diesem Zeitpunkt führte das Scherer-Team. Der Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 16 war von Anfang an in der Spitzengruppe und erlaubte sich keinen Fehler. Das Fahrerquartett Frank Stippler, Christopher Mies, Ricardo Feller und Dennis Marschall holten den siebten Gesamtsieg für Audi seit 2012.

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Halbstündige Wasserstandsmeldungen am Sonntagmorgen (2.6.) ab 7.00 Uhr vertrösteten die Fans immer wieder. Die Hoffnung auf Besserung verschob sich bis zum Mittag. Um 13.30 Uhr ging es mit fünf Formationsrunden nach 14 Stunden und acht Minuten Unterbrechung weiter.

Audi R8 LMS GT3 Evo 2 - Startnummer 16 - 24h-Rennen Nürburgring 2024 - 1. Juni 2024
Stefan Baldauf

Der 16er-Audi des Scherer-Teams siegte nach mehr als 14 Stunden Unterbrechung beim 24h-Rennen 2024.

Die Rennleitung wollte jedem Team die Möglichkeit geben, dass jeder Fahrer die zwei Mindestrunden absolvieren konnte, die die Piloten für die Wertung benötigen. Die fünf Umläufe dienten auch der Beobachtung des Wetters. Hätte es in dieser Zeit aufgeklart, wäre das Rennen nochmal freigegeben worden. Dazu kam es jedoch nicht. Nach den fünf Runden fiel die Zielflagge. Insgesamt legte der Sieger nur 50 Umläufe und eine Distanz von 1.268,7 Kilometer zurück. Nach dem Distanzrekord im Vorjahr stellt diese Zahl die geringste seit dem Debüt des 24h-Rennen im Jahr 1970 dar.

Rennleiter Walter Hornung und sein Team werteten die vorletzte Runde zur Zeit des Abbruchs am Samstagabend. Sie bestimmte die Reihenfolge für die Fortsetzung des Klassikers. Nach 45 Runden lag der Scherer-Audi vor dem RMG-BMW mit der Startnummer 72 und dem Trio Harper/Hesse/Weerts. Doch im Endergebnis fiel der M4 GT3 hinter den Manthey-Porsche (#911 Estre/Güven/Vanthoor/Preining) zurück. Der Grund: Die Rennleitung verrechnete noch Sekunden der Mindeststandzeiten bei den Boxenstopps für jede gefahrene Runde sowie bereits verhängte Zeitstrafen.

BMW M4 GT3 - Startnummer 99 - 24h-Rennen Nürburgring 2024 - 1. Juni 2024
Stefan Baldauf

Der BMW mit der 99 wurde am Samstagabend in Führung liegend aus dem Rennen gerissen.

Cayman-Porsche reißt Top-BMW aus dem Rennen

Ein wahres Drama ereignete sich nach etwas mehr als drei Stunden. Der zu diesem Zeitpunkt führende BMW (#99) wurde Opfer einer Unachtsamkeit und aus dem Rennen gerissen. Sheldon van der Linde setzte in der Furchsröhre zum Überrunden des Porsche Cayman mit der Nummer 420 und des noch davor fahrenden Einser-BMW (#507) an.

Der Südafrikaner wählte die Außenspur und war schon fast am Cayman vorbei. Doch Alesia Kreutzpointner übersah den M4 GT3 und traf den Rowe-BMW am Hinterrad. Van der Linde drehte sich in den Einser-BMW, in dem Fabian Pirrone saß. Der Deutsche stieg über die Leitplanke auf und überschlug sich. Zum Glück konnten alle drei unverletzt aus ihren Wracks klettern.

Alesia Kreutzpointner entschuldigte sich zwar umgehend bei van der Linde, doch der Traum vom Sieg war vorbei. Die 25-Jährige des Four-Motor-Teams bekam im Anschluss eine Strafe in Höhe von 1.500 Euro und verlor ihre Nordschleifen-Permit – und das bei ihrem 24h-Renn-Debüt.

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Mercedes ebenfalls im Pech

Nur 45 Minuten zuvor hatten sich weitere Favoriten im Kampf um den Gesamtsieg verabschiedet. Auf der Döttinger Höhe waren sich Fabian Schiller in seinem Mercedes-AMG GT (#130), Ricardo Feller mit dem 15er-Audi und Vincent Kolb im Porsche 911 GT3 R (#5) des Herbert-Motorsport-Teams nicht über die Vorfahrt einig.

Kolb wollte links an Feller und den rechts vom Schweizer fahrenden Frikadelli-Ferrari (#1) vorbei. Schiller kam mit Überschuss aus der zweiten Reihe angeflogen und wollte zwischen Kolb und Feller hindurch. Der Audi-Pilot übersah Kolb und schnitt Schiller den Weg ab, drängte ihn so weit nach links, bis dieser sowohl Kolb als auch Feller traf. Kolb drehte sich in die Leitplanke und musste zur Reparatur an die Box. Der 130er-Mercedes wurde ebenfalls beschädigt und war raus aus dem Rennen.

Kurz vor der Unterbrechung krallte sich die Nordschleife ihr nächstes Opfer. Adam Christodoulou knallte mit dem GetSpeed-Mercedes (#8) im Bereich Metzgersfeld in die Bande. Der Brite schleppte das Auto zwar an die Box zurück, doch der Schaden war zu groß. Die Startnummer 3 war auch vom Pech verfolgt. Arjun Maini kollidierte in der Nacht mit einem Reh. Der Bilstein-Mercedes konnte aber in der Box repariert werden.

BMW M4 GT3 - Startnummer 72 - 24h-Rennen Nürburgring 2024 - 1. Juni 2024
Stefan Baldauf

Der RMG-BMW mit der 72 musste sich nach der Pole-Position am Freitag mit Rang drei begnügen.

RMG-BMW auf falschen Reifen

Das Wetter spielte schon in den ersten sieben Runden eine gewichtige Rolle. Pünktlich zum Start um 16 Uhr am Samstag (1.6.) war die Strecke nass. Dennoch schickten einige Teams ihre Piloten auf Slicks auf die Bahn. Unter anderem war Daniel Harper mit dem Pole-BMW (#72) auf dem profillosen Michelin-Pneu unterwegs. Nach der Formations-Runde bog Harper sofort an die Box ab und ließ Regenreifen aufziehen.

Auch der Mercedes-AMG GT mit der Nummer 4 und Luca Stolz am Steuer, sowie Marco Wittmann im 98er-BMW wechselten nach der Formations-Runde auf Regenreifen. Ein kluger Schachzug: Die Konkurrenz, die zunächst den Slick drauf hatte, wurde durchgereicht.

An der Spitze durfte sich kurz der Manthey-Porsche (#911) mit Kévin Estre über die Führung freuen, ehe ihn Maro Engel auf geschnittenen Slicks (#130) mit dem GetSpeed-Mercedes noch auf der Grand-Prix-Strecke überholte. Doch auf der Nordschleife war es bereits zu nass. Der Poker ging nicht auf und Engel verlor entscheidende Positionen.

Zuschauerrekord am Nürburgring

Für die Fans war das Wochenende ebenfalls kein Zuckerschlecken. Bereits am Donnerstag suchte Regen den Nürburgring heim. Der Veranstalter untersagte es noch anreisenden Fans, ihre Lager rund um die Nordschleife aufzuschlagen. Die Böden waren da bereits vom Matsch getränkt. Das führte vor allem am Samstag zu einem Verkehrschaos rund um den Ring.

Der Veranstalter konnte dennoch eine neue Bestmarke vermelden: 240.000 Fans strömten 2024 zu dem 24h-Rennen in der Eifel und sorgten damit für einen Zuschauerrekord. Das schlechte Wetter provozierte jedoch, dass viele Fans bereits am Sonntagvormittag abreisten und das Ende der 52. Ausgabe des Klassikers nicht mehr vor Ort erlebten.

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