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Esteban Ocon verlässt Alpine Ende 2024

Chance für Mick Schumacher?
Alpine und Ocon trennen sich

Der Franzose Esteban Ocon sucht für 2025 ein Cockpit in der Formel 1. Die Trennung von Alpine ist keine Überraschung. Ocon war in Ungnade gefallen. Der Abgang könnte einen Rookie ins Auto spülen. Oder kommt Mick Schumacher zurück?

Esteban Ocon - Alpine - GP Emilia-Romagna - Formel 1 - Imola - 16. Mai 2024
Foto: xpb

Spätestens nach dem Monaco-Grand-Prix (26.5.) schienen Esteban Ocons Tage bei Alpine gezählt. Der Franzose hatte sich in der Startphase mit seinem Stallgefährten Pierre Gasly angelegt. Und das trotz des ausdrücklichen Verbots, seinen Landsmann anzugreifen. Ocon flog ausgangs der Portier-Kurve sogar durch die Luft und beschädigte sich dabei die Aufhängung so stark, dass sein Rennen gelaufen war. Gasly konnte weiterfahren und einen Punkt einsammeln. Es war erst der zweite in dieser Saison für das unter den Erwartungen gebliebene Alpine-Team.

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Im Nachhinein brach ein wahrer Shitstorm über Esteban Ocon herein. Vor allem auf Social Media wurde der 27-Jährige angefeindet. Er wäre kein Teamplayer, war noch mit das freundlichste, was Ocon zu lesen bekam. Der wehrte vor sich wenigen Tagen in einem ausführlichen Statement zu den Vorwürfen. Genutzt hat es ihm nichts. Am Montag (3.6.) verkündete Alpine in einer Pressemitteilung die Trennung mit Ende der laufenden Saison. Der Kontrakt mit dem Werkspiloten wird nicht verlängert. Im Fahrerlager vermehrten sich schon vor dem Monaco-Vorfall die Stimmen, dass Alpine keine Weiterbeschäftigung mit Ocon anstrebe. Teamchef Bruno Famin bedankte sich in der Pressemitteilung höflich für die gemeinsamen fünf Jahre.

Esteban Ocon - Alpine - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2024
Wilhelm

Esteban Ocon verlässt Alpine Ende der Saison 2024.

Haas in der Pole-Position?

Esteban Ocon spielte den Ball zurück: "Es war ein bedeutender Abschnitt in meiner Formel-1-Karriere. Wir hatten einige großartige Momente zusammen, aber auch einige schwierige Momente. Ich bin jedem im Team dankbar." Ocon gewann unter anderem 2021 das Chaos-Rennen in Ungarn. Es war der erste und einzige Alpine-Sieg seit dem Werkseinstieg 2016. Bis 2020 traten die Franzosen noch unter dem Namen des Mutterkonzerns Renault an.

Esteban Ocon versprach in seinem Statement, schon bald verkünden zu können, wie es für ihn weitergeht. "Ich werde meine Pläne sehr bald bekannt geben, aber in der Zwischenzeit konzentriere ich mich voll und ganz darauf, für Alpine abzuliefern und einen erfolgreichen Rest der Saison zu haben." Gerüchten zufolge steht Haas in der Pole-Position, um den ehemaligen Force-India-Piloten zu verpflichten. Das US-Team sucht nach dem Abgang von Nico Hülkenberg zu Audi-Sauber noch nach einem Nachfolger. Außerdem läuft der Vertrag von Kevin Magnussen ebenfalls Ende 2024 aus. Haas-Teamchef Ayao Komatsu und Esteban Ocon kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Renault/Lotus, als Ocon noch im Junior-Programm aufgebaut wurde.

Ayao Komatsu - GP Australien 2024
Haas

Haas-Teamchef Ayao Komatsu soll die Fühler nach Esteban Ocon ausgestreckt haben.

Williams, Audi, Mercedes als weitere Optionen

Sollte Ocon nicht zum Team von Eigner Gene Haas wechseln, bieten sich noch weitere interessante Cockpits auf dem Fahrermarkt. Williams dürfte sich nach dieser Saison von seiner Nummer zwei Logan Sargeant trennen. Teamchef James Vowles krempelt die Truppe aus Grove gehörig um und sucht nach der Vertragsverlängerung mit Alex Albon nach einem weiteren starken Piloten.

Sauber hat für 2025, wie bereits erwähnt, vor wenigen Wochen Nico Hülkenberg an Land gezogen. Der Deutsche soll bei der Aufbauarbeit helfen, ehe die Schweizer Truppe ab 2026 als Audi-Werksteam an den Start gehen wird. Aktuell bemüht sich Projekt-Chef Andreas Seidl intensiv um Carlos Sainz, doch der Spanier in Ferrari-Diensten, lässt sich noch Zeit mit einer Entscheidung. Hier könnte die Tür für Ocon nochmal aufgehen.

Am unwahrscheinlichsten erscheint ein Wechsel zu Mercedes. Die einstigen Formel-1-Dominatoren bildeten Ocon zwar wie Renault ebenfalls aus, doch Teamchef Toto Wolff verzichtete bereits mehrmals auf die Dienste des eigenen Juniors. Nach Nico Rosbergs Abgang 2016 holte Wolff lieber Valtteri Bottas. Und auch in den kommenden Jahren war kein Platz im Silberpfeil. Trotz einiger Kritik an Bottas hielt der Teamchef immer an seinem Finnen fest, ehe er 2022 lieber George Russell beförderte.

Das Cockpit würde Ocon vermutlich mit Kusshand nehmen. Bereits bei der Fahrzeug-Präsentation im Winter dieses Jahres liebäugelte Ocon mit einem Wechsel zu Mercedes. Wenige Tage zuvor hatte Lewis Hamilton seinen Abgang zu Ferrari für das Jahr 2025 bekannt gegeben. Doch Teamchef Wolff jagt lieber Weltmeister Max Verstappen und hat mit Andrea Kimi Antonelli das nächste Supertalent schon in der Hinterhand.

Mick Schumacher - Formel 1 - 2023
Wilhelm

Mick Schumacher hofft auf den entscheidenden Anruf, damit er 2025 wieder in einem Formel-1-Auto sitzen kann.

Doohan oder Schumacher?

Das freigewordene Alpine-Cockpit werden jetzt einige Fahrer jagen. Unter anderem Mick Schumacher hofft auf die Rückkehr in der Königsklasse. Der Deutsche ist seit diesem Jahr für Alpine in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) im Einsatz. Laut Teamchef Bruno Famin er auf der Liste für einen Platz im Formel-1-Auto 2025.

Der Sohn des Rekord-Weltmeisters soll aber nicht die besten Karten haben. Alpine-Junior Jack Doohan absolviert dieses Jahr für die Franzosen mehrere Tests mit einem alten F1-Alpine. Das Werksteam hat auch noch Victor Martins im Köcher. Der Franzose ist seit 2023 in der Formel 2 aktiv und ebenfalls im Junior-Programm von Alpine. Keine allzu guten Aussichten für Schumacher. Der Deutsche wurde deshalb zuletzt auch mit einem Wechsel in die IndyCar in Verbindung gebracht. Dayle Coyne würde den 25-Jährigen gerne verpflichten.