Aston Martin V12 Vantage Roadster
Schön, stark, ausverkauft

Erstmals erhält ein Vantage Roadster einen V12-Motor. Mit zwei Turbos und 700 PS dürfte das Triebwerk mächtig anschieben, zumal auf Leichtbau geachtet wird.

08/2022, Aston Martin V12 Vantage Roadster
Foto: Aston Martin

Ob es an der sonnigen kalifornischen Umgebung liegt? Aston Martin präsentiert sich im Rahmen der Monterey Car Week jedenfalls sehr offenherzig. Nicht nur, dass dort mit dem DBR22 ein neuer Extrem-Speedster als Concept-Car debütiert, das schon bald in Kleinserie produziert und danach an wenige wohlhabende Glückliche verteilt wird. Nein, die Briten zeigen in Pebble Beach auch die Roadster-Version des neuen V12 Vantage. Was folglich bedeutet, dass der Vantage in seiner Roadster-Version erstmals ein V12-Triebwerk erhält.

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Diese ist nicht gar so exklusiv wie der DBR22, aber etwas seltener als das Coupé: Vom geschlossenen V12 Vantage (siehe Video) baut Aston Martin 333 Exemplare; vom offenen Pendant entstehen maximal 249 Einheiten. Sollten Sie sich schnell noch einen neuen Vantage sichern wollen, müssen wir Sie leider enttäuschen: Die Baureihe ist schon ausverkauft; sowohl das Coupé als auch der offene Zweisitzer sind künftig nur noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt erhältlich. Oder wohl eher bei exquisit besetzten Auto-Auktionen.

V12-Biturbo mit 700 PS und 753 Nm

Technisch spiegelt der Roadster natürlich, was das Coupé vorgibt. Beispiel Motor: Hier wie dort kommt Aston Martins aktueller Twin-Turbo-V12 mit 5,2 Litern Hubraum und 60-Grad-Bankwinkel zum Einsatz. In beiden Fällen liefert das doppelt zwangsbeatmete Zylinder-Dutzend 700 PS sowie ein maximales Drehmoment von 753 Newtonmetern. Wenig überraschend bot kein offener Aston Martin Vantage zuvor mehr Leistung und Drehmoment. Damit geht es in 3,6 Sekunden von null auf 100 km/h und bis hinauf auf 322 km/h.

Der Motor spannt mit einer Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF zusammen, die sich durch besonders schnelle Gangwechsel auszeichnen soll. Das dort positionierte mechanische Sperrdifferenzial soll sicherstellen, dass die Antriebskraft auch auf dem Untergrund ankommt. Während er die Lenkung unverändert vom Coupé übernimmt, verfügt der V12 Vantage Roadster über angepasste Adaptivdämpfer, die im Fahrwerks-Layout mit besonders breiter Spur (plus 40 Millimeter im Vergleich zum V8 Vantage) ihre Stärken ausspielen sollen.

Die Carbon-Keramik-Bremsanlage arbeitet vorne mit 410 Millimeter großen Scheiben und Sechskolben-Sätteln. Hinten kommen 360er- und Vierkolben-Pendants zum Einsatz. Die Stopper wohnen in 21-Zoll-Felgen, die mit Michelin Pilot 4S-Sportreifen in den Formaten 275/35 R21 vorne und 315/30 R21 bezogen sind. Aston Martin bietet die Felgen optional in einer geschmiedeten Leichtbau-Variante an, die pro Radsatz acht Kilogramm Gewicht spart. Die Felgen sind stets schwarz, kommen aber wahlweise mit satiniertem und glanzgedrehtem Finish ans Auto.

Leichtbau-Komponenten vorne und hinten

Um das Gewicht bei 1.855 Kilogramm zu halten, weist die auf einem Aluminium-Chassis aufbauende Karosserie des neuen Aston Martin V12 Vantage an einigen Stellen Leichtbau-Komponenten auf. Die Frontschürze, Motorhaube, vorderen Kotflügel und Schweller sind aus Carbon gefertigt, während die Heckschürze mit integriertem Diffusor und die Klappe, die den 200 Liter großen Kofferraum bedeckt, aus anderen Verbundwerkstoffen bestehen. Auch die Batterie und die Abgasanlage aus besonders dünnem Edelstahl sparen Gewicht. Letztere mündet in zwei zentral positionierten Endrohren. Einen aufgesetzten Heckspoiler – Standard beim Coupé – bringt der V12 Vantage Roadster nur auf Wunsch mit.

08/2022, Aston Martin V12 Vantage Roadster
Aston Martin
Wie es innen aussieht, kann die Kundschaft weitgehend selbst bestimmen - der Individualisierungsabteilung Q sei Dank.

Das Verdeck öffnet und schließt auch während der Fahrt bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h in knapp sieben Sekunden. Innen gleicht der V12 Vantage Roadster dem Coupé weitgehend. Sport-Plus-Sitze bringt er serienmäßig mit; Sitzgelegenheiten mit Carbon-Konsole und sechsfacher Verstellung kosten extra. Welche Farben und Materialien hier zu sehen und fühlen sind, besprechen die Kundinnen und Kunden am besten mit Aston Martins Individualisierungsabteilung Q. Die coole, nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit zentral positioniertem Motor-Startknopf, um diesen herum gruppierte Getriebe-Wahltasten und eingebettetem V12-Emblem gibt es aber immer.

Preisinformationen zum neuen V12 Vantage Roadster hält Aston Martin bislang zurück. Klar ist: Die Produktion startet bereits im dritten Quartal 2022; vom vierten Quartal an wird ausgeliefert.

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Fazit

Aston Martins letztes V12-Aufbäumen kommt in Form des neuen Vantage Roadsters besonders schön daher. Den ersten offenen Vantage mit Zwölfzylinder – und damit den stärksten je angebotenen – können wir jedoch nur passiv erleben, selbst wenn wir ihn uns leisten könnten: Die 249 Exemplare sind längst ausverkauft.