BMW 5er Touring Detailvergleich G61 gegen G31
7 Dinge, die Sie am neuen 5er vermissen werden

Im Februar 2024 hat BMW den neuen 5er Touring vorgestellt. Bei manchem verabschiedet sich die Marke von alten Tugenden und praktischen Details. Wir sehen genau hin.

In zunächst vier Antriebsvarianten, als Elektroauto und Diesel, ohne und mit Allradantrieb hat BMW im Februar 2024 den neuen 5er Touring G61 vorgestellt. Die vor allem für den europäischen Markt sehr wichtige Kombi-Ausführung folgt der im Herbst 2023 gestarteten Limousine. Viel neue Technik und jede Menge neue Features sind an Bord. Allerdings fehlen nicht nur uns ein paar Details, wie ein Blick in die sozialen Medien bestätigt. Dort werden manche verloren gegangene Elemente rege diskutiert.

Unsere Highlights

Wir haben exemplarisch sieben Dinge zusammengefasst, bei denen es früher nicht immer schlechter war als in der schönen, neuen G61-Welt. Wobei die meisten hier aufgeführten Punkte auch für die G60-Limousine gelten.

1. Kein Schiebedach mehr

Unter dem Bestellcode 402 ließ sich beim Vorgänger das zweigeteilte Panorama-Glasdach ordern, dessen vordere Hälfte sich mit einer Schiebe- und Hebefunktion öffnen ließ. Dieses ist beim neuen 5er dem "Panorama Glasdach inkl. Dachlackierung in Schwarz Hochglanz" gewichen. Da kann man jetzt zwar mangels Mittelsteg besser durchgucken, aber nicht mehr aufmachen. Immerhin: Es kostet 70 Euro weniger als das zweigeteilte Glasdach zuletzt. Was einige Kommentatoren in Internet-Foren zusätzlich irritiert: Bei den G60-Limousinen in den USA ist ein Schiebe-Hebedach in bisheriger Ausführung Serienumfang.

2. Keine Heckscheibenöffnung

Vielgeliebtes Detail am 5er Touring war die separat zu öffnende Heckscheibe. Schnell nach dem Einkauf oder aus dem Büro kommend etwas in den Laderaum werfen ist bei der neuen Generation nicht mehr vorgesehen. BMW tröstet Kunden aber mit der höheren Nützlichkeit der nur noch einteilig öffnenden Heckklappe: "Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde die Breite der Gepäckraumöffnung vor allem im oberen Bereich deutlich gesteigert", so der Hersteller.

3. Keine Massagesitze

Gerade die klassische Vielfahrer-Kundschaft schätzt es, bei langen Autobahnfahrten ein bisschen durchgeknetet zu werden. Nach der Sonderausstattung 4T7 (Massagefunktion vorn, 8 Massageprogramme in jeweils 3 Intensitätsstufen) aus dem Vorgänger-5er sucht man in der neuen Generation vergebens. Dafür sind jetzt allerdings die Sportsitze Serienumfang, die gab es zuvor nur mit dem M-Paket als Gratis-Dreingabe.

4. Keine 17-Zöller mehr

Schon die Basisversion des neuen 5er startet auf 18 Zoll großen Rädern, die elektrisch angetriebenen und die später folgenden Plug-in-Hybride kommen auf 19 Zoll großen Füßen. Bei den Serienrädern bleibt der 55er Querschnitt im Vergleich zum Vorgänger identisch, Komforteinbußen sind daher eher kein Thema. Allerdings ist die Auswahl bei den bisher speziell als Wintersatz beliebten 17-Zöllern in der Seriendimension 225/55-17 erheblich größer und bei identischer Marke auch preiswerter als die neuen 225/55-18.

5. Weniger Tasten

Es ist günstiger in der Herstellung, Funktionen in das Multimediasystem mit dem Touchscreen oder einzelne Touch-Bedienfelder zu integrieren, als separate mechanische Schalter und Regler zu verwenden. Zwar argumentieren die Hersteller gerne, dass praktisch überhaupt keine Handbedienung mehr nötig sei, weil die Sprachsteuerung inzwischen so hervorragend funktioniere. Allerdings griffen Kunden früher mitunter gerne zu den hochwertigen Drehreglern für Temperatureinstellung und Medienlautstärke oder drückten blind auf den Sitzheizungstaster oder die ausgeformten Radio-Stationstasten. Heute wird getoucht und geredet.

6. Adieu, Schalthebel

Klar, die moderne 8-Gang-Steptronic schaltet smarter und schneller als jedes Handschaltgetriebe, bei den i5-Elektroversionen gibt es ohnehin nur noch die Wahl zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang. Dennoch muss man nicht ewiggestrig sein, um die feine Haptik bei der Bedienung des früheren Getriebehebels zu vermissen. Immerhin: Die Schaltwippen am Lenkrad sind jetzt Serienumfang, kosteten früher 150 Euro Aufpreis.

7. Lüftung durch die Fuge

Fugenausströmer nennt BMW die neuen Lüftungsdüsen für den mittleren Bereich, die den bisherigen großen, separat einstellbaren Lüfterdüsen den Garaus gemacht haben. Gesteuert wird der Luftstrom jetzt über die Touchfunktion auf dem Control Display. Das sieht natürlich fancy aus, praktischer ist es nicht unbedingt.

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Fazit

Nein, früher war nicht alles besser. Dennoch haben viele Kunden über die Jahre bestimmte Details liebgewonnen, die in modernen Autos immer seltener werden. Der neue BMW 5er macht da keine Ausnahme, auch wenn manche weggefallene Funktion oder Bedienungsweise dem Fortschritt geschuldet ist. Der branchenweite Trend zu Touch- und Sprachbedienung macht vor BMW nicht Halt.

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