BMW X5 und X6 M Competition Facelift
Vollfettstufen-V8 jetzt mild hybridisiert

Kurz nach dem Facelift des Standard-X5 und -X6 stellt die BMW M GmbH ihre Sportversionen der SUV vor. Die Daten sind zwar bekannt – und doch ist alles anders.

BMW X5 Competition Facelift
Foto: BMW Group

Knapp zwei Wochen hatten die regulären Modellversionen des BMW X5 und X6 (siehe Video) Zeit, die Faszination ihrer Facelifts zu entfalten. Nun rollen deren Sportversionen ins Rampenlicht. Wobei X5 M und X6 M auch weiterhin nur in ihren besonders leistungsstarken Competition-Varianten im Angebot bleiben. So war es zuletzt schon bei den Vor-Facelift-Modellen.

Neuer Mildhybrid-Antrieb

Competition bedeutet: Der bekannte 4,4-Liter-Benziner leistet 625 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 750 Newtonmetern. In Bezug auf die Daten alles wie gehabt also, und dennoch hat die M GmbH den Twin-Turbo-V8 rundum überarbeitet: verstärkter Kurbeltrieb, modifizierte Aufladung sowie weiterentwickelte Ansaugluftführung, Ölversorgung und -abscheidung. Das soll zu einem optimierten Ansprechverhalten samt spontanerer Leistungsentfaltung führen.

Unsere Highlights

Neu ist obendrein das angebundene 48-Volt-Hybridsystem. In das ebenfalls überarbeitete Acht-Gang-Automatikgetriebe hat die M GmbH einen Elektromotor integriert, der beim Boosten bis zu neun kW (zwölf PS) und 200 Newtonmeter extra liefert. Schneller beschleunigen X5 und X6 Competition deswegen aber nicht: Mit 3,9 Sekunden von Null auf Hundert sind sie eine Zehntelsekunde langsamer als die nicht gefacelifteten Pendants.

Das dürfte am gestiegenen Gewicht liegen: Mit 2.445 (X6 M) beziehungsweise 2.475 Kilogramm (X5 M) sind die Neulinge zwischen 50 und 65 Kilogramm schwerer als die Vorgänger, was auf das Konto der neuen Hybrid-Komponenten gehen dürfte. Trotz der Extramasse soll dank der milden Elektrifizierung aber der Durst sinken: Mit 12,7 bis 12,9 (X6 M) beziehungsweise 12,9 bis 13,1 Liter (X5 M) nach WLTP-Zyklus sollen sich die neuen Sport-SUV mit einem bis zwei Tässchen weniger Sprit pro 100 Kilometer begnügen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt übrigens bei 250 (ohne) oder 290 km/h (mit M Driver's Package).

Fahrdynamik und -assistenz

Die Fahrdynamik soll von mehreren Maßnahmen profitieren. An der Hinterachse haben die Fahrwerks-Ingenieure die Vorspur modifiziert, beim adaptiven M-Fahrwerk-Professional haben sie die Elektronik der Stoßdämpfer neu abgestimmt. Je nach Fahrmodus lässt sich eine heckbetonte Auslegung des Allradantriebs wählen, wobei das aktive M-Differenzial noch schneller und präziser als bisher eine vollvariable Kraftverteilung zwischen den Hinterrädern ermöglichen soll.

Die Auswahl an Systemen zum automatisierten Fahren und Parken hat BMW erweitert. Der Frontkollisionswarner erfasst nun auch den Gegenverkehr beim Links- sowie zu Fuß gehende und radelnde Personen beim Rechtsabbiegen. Außerdem neu im aufpreispflichtigen Angebot: Automatischer Tempolimit-Assistent, Ampelerkennung, Streckenverlaufsregelung, eine aktive Navigationsführung sowie ein Nothalte-, Spurwechsel- und Einfädelassistent. Besitzer und Besitzerinnen eines Apple iPhones können ihr Auto aus der Ferne ein- und ausparken oder anderweitig rangieren, sofern der neue Parking Assistant Professional an Bord und die My BMW-App auf dem Smartphone installiert sind.

Außen-Design

Das Design des X5 und X6 M Competition passt BMW nur behutsam an. Die neuen Scheinwerfer sind 35 Millimeter flacher als bisher und weisen pfeilförmige Tagfahrlichter auf. Auch hinten haben die Designer die Leuchtengrafik verändert; obendrein haben sie an beiden Enden des Autos eine neue Lichtinszenierung implementiert. Die BMW-Niere trägt stets Schwarz, wobei auch die sich nach unten in die Schürze fortsetzende Umrandung so gefärbt ist. Der obere Lufteinlass verfügt nun außerdem über horizontale Stäbe und vergrößerte Modellschriftzüge.

BMW X5 Competition Facelift
BMW Group
Die Scheinwerfer sind nun flacher und weisen eine neue Tagfahrlichtgrafik auf.

An den Flanken präsentieren die Sport-SUV leicht umgestaltete Luftauslässe. Zudem füllen drei neue Standard-Lackierungen die Farbpalette auf. Wie bisher sind die Räder vorne 21 und hinten 22 Zoll groß, wobei Kundinnen und Kunden, die sich für Schmiederäder entscheiden, jetzt auch schwarze Rundlinge wählen können. Die Reifendimensionen: 295/35 ZR21 vorn und 315/30 ZR22 hinten. Die Bremsanlage, deren Scheiben aus Verbundmaterial bestehen, verfügt serienmäßig über blaue Sättel. Auf Wunsch tragen die Zangen schwarze oder rote Farbe.

Interieur-Design

Das Interieur mit seinem Curved-Widescreen-Display, das links einen 12,3- und rechts einen 14,9-Zoll-Monitor kombiniert, kommt uns bekannt vor, wobei das Infotainment-System nun das neue BMW-Betriebssystem der achten Generation nutzt. M-Multifunktionssitze samt Kniepads und einer Volllederausstattung namens Merino-Feinnarbe bestimmen aufpreisfrei das Ambiente. Genau wie dunkles Edelholz mit glänzendem Metall und einer hinterleuchteten Ambiente-Lichtleiste samt M-Logo.

Ausstattung, Marktstart, Preise

Zur Serienausstattung gehören ferner ein Head-up-Display, eine 2,5-Zonen-Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, eine elektrisch einstellbare Lenksäule, eine Ladeschale für's Smartphone und eine Harman Kardon-Surround-Soundanlage. Wer aufrüsten möchte, kann das freilich tun und den X5 oder X6 M Competition weiter Richtung Luxus oder Sport trimmen – Letzteres am besten mit den direkt zum Marktstart verfügbaren M-Performance-Parts.

Marktstart? Gutes Stichwort! Im Mai 2023 rollen die ersten Facelift-Exemplare des BMW X5 und X6 M Competition in die Händler-Schauräume. Die Preise steigen spürbar: Beim X5 M Competition von 149.100 auf 158.300 Euro und beim X6 Competition von 152.100 auf 161.200 Euro. Das entspricht jeweils einem Plus von etwa sechs Prozent.

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Fazit

Das Facelift beschert den M-Competition-Varianten des BMW X5 und X6 neben höheren Preisen eine leicht aufgefrischte Optik und einen um ein 48-Volt-Hybridsystem ergänzten Antrieb, dessen technische Daten jedoch auf demselben Niveau verharren. Weil die Autos dadurch schwerer werden, beschleunigen sie fortan etwas langsamer.