Crown als neue Toyota-Submarke
Toyota verrät Details der internen Lexus-Rivalen

Seit 1955 steht der Crown für japanische Limousinen mit Premiumanspruch. Bald wertet Toyota das Label auf, baut es zur Submarke aus und positioniert es höher.

Toyota ist immer mal wieder für eine Überraschung gut. Beispielsweise 2021, als die Japaner auf einen Schlag mal eben 15 verschiedene Elektroautos der Stammmarke und des Nobelablegers Lexus angekündigt hatten. Im Sommer 2022 ist etwas ganz Ähnliches passiert: Als alle Welt mit dem Debüt eines einzigen neuen Modells rechnete, des neuen Crown nämlich, stellte Toyota gleich vier Neuheiten vor.

Zuvor wurde bereits bekannt, dass der Crown seinen Charakter ändert: von einer biederen Stufenheck-Limousine der Mittelklasse zu einem Fließheck-Crossover mit SUV-Attitüde. Überraschend kam jedoch, dass die Baureihe, die in ihrer Heimat Japan mit einem eigenen Emblem vorfährt, zu einer kompletten Submarke ausgebaut wird. Und Toyota hat bei der Enthüllung des Crown Crossovers direkt gezeigt, um welche Art Autos es sich bei den drei anderen Modellen handelt.

Unsere Highlights

Sport Type: edler Mittelklasse-SUV

Der Crown Sport Type ist mit 4,72 Meter der kürzeste Vertreter der neuen Submarke und ein fünfsitziger Mittelklasse-SUV, der im Herbst 2023 in Japan auf den Markt kommt. Toyota bietet ihn mit zwei teilelektrischen Antrieben an: Sowohl der serielle (HEV) als auch der Plug-in-Hybrid (PHEV) mit extern aufladbarer Lithium-Ionen-Batterie arbeiten mit einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Saugbenziner zusammen. Technische Daten nennt Toyota allerdings noch nicht.

Den sportlichen Anspruch unterstreichen einerseits das Design und andererseits technische Dreingaben wie Allradantrieb und -lenkung. Hinzu kommen stark konturierte Sitze in der ersten Reihe des Interieurs. Der Crown Sport Type kostet in der zuerst auf den Markt gebrachten HEV-Modellversion Sport Z 5,9 Millionen Yen, was aktuell umgerechnet knapp 37.500 Euro entspricht.

Estate Type: robuster Familien-SUV

Dieses Antriebs-Portfolio bietet auch der Crown Estate Type, der jedoch erst 2024 zu den Händlern rollt. Er ist 4,93 Meter lang sowie 1,62 Meter hoch und weckt mit seiner Modellbezeichnung falsche Erwartungen: Es handelt sich nämlich nicht um einen Kombi, sondern um einen weiteren SUV. Der Estate Type dürfte aber praktischer und komfortabler veranlagt sein als der Sport Type, obwohl er nicht mehr Sitzplätze bietet als dieser – dafür einen größeren Kofferraum. Im vorderen Bereich scheinen die Cockpits weitgehend deckungsgleich zu sein; nur die Sitze unterscheiden sich.

Toyota Crown Estate Type
Toyota Motor Corporation / Noriaki Mitsuhashi / N-Rak Photo Agency
Der Crown Estate Type tritt als klassischer Familien-SUV an.

Im Gegensatz zum Sport Type trägt der Estate Type robusten Kunststoff an den Kotflügeln. Auch sonst hebt er sich beim Design von den anderen Crown-Modellen ab. Im Gegensatz zu diesen verzichtet er auf einen riesigen frontseitigen Lufteinlass, sondern belässt es bei einem schmalen Element am südlichen Ende des Stoßfängers. Das Dach ist – zumindest beim gezeigten Showcar – farblich abgesetzt und bietet einen Kontrast zur goldgelben Farbgebung des Karosseriekörpers. Viel Kunststoff erkennen wir im unteren Bereich der Heckschürze; beim Sport Type ist auch dieser Bereich in Glanzschwarz lackiert.

Sedan Type: Limousine mit Brennstoffzellen-Option

Der Sedan Type führt am ehesten die sich über 15 Generationen erstreckende Ahnenreihe der Crown-Limousinen fort. Der 5,03 Meter lange und 1,47 Meter hohe Sedan präsentiert eine klare und glattflächige Linienführung, die auf allzu viele Kanten und Sicken verzichtet und einen 1980er-Jahre-Retro-Charme in sich birgt. Wie der Crossover löst er das klassische Drei-Box-Design auf; anstelle der Kofferraum-Stufe tritt ein sanft abfallendes Fließheck, das in einer Abrisskante mündet. Zu einer großen Heckklappe konnten sich die Designer jedoch nicht durchringen: Sie setzt unter der Heckscheibe an und endet über dem Stoßfänger.

Doch auch er rückt auf der Premium-Leiter eine Stufe nach oben; Toyota zufolge soll er "die Bedürfnisse von Chauffeuren befriedigen". Entsprechend ist der Crown Sedan Type innen eingerichtet: Gesetzte Farben, dezentes Ambientelicht, Holzeinlagen, große Kniefreiheit. An den Lehnen der vorderen Sitze gibt es zum Fond gerichtete Haltegriffe. Die Passagiere verfügen hier über eine üppige Mittelarmlehne, in der sich ein weiterer Infotainment-Bildschirm zu befinden scheint. Hinzu kommen eigene USB-Anschlüsse und Luftausströmer.

Beim Antrieb geht er partiell eigene Wege. Während die anderen Crown-Modelle auch als Allradler erhältlich sind, kommt er ausschließlich mit zwei angetriebenen Rädern auf den Markt. Neben einer Hybridversion, die im Herbst 2023 startet, plant Toyota zudem eine Brennstoffzellenvariante. Ob als Ergänzung oder Nachfolger des Toyota Mirai, ist noch nicht bekannt.

Toyotas Crown-Modelle wohl nicht nach Europa

Die neuen Vertreter der Crown-Reihe nutzen die TNGA-K-Plattform des Konzerns und bieten unterschiedlich konfektionierte Hybridantriebe. Im Gegensatz zum Sport Type, der stets auf den 2,5-Liter-Saugbenziner vertraut, aber dafür als HEV ebenso wie als PHEV unterwegs ist, spannt die E-Maschine beim Crossover alternativ mit einem 2,4-Liter-Turbobenziner zusammen. Ein zusätzlicher Elektromotor an der Hinterachse gewährleistet hier wie da einen Allradantrieb, wobei beim Crossover Turbo alles etwas stärker ausgelegt und moderner konstruiert ist. Offensichtlich übernehmen die drei anderen Crown-Modelle das Layout grundsätzlich, wenn auch nicht in allen Facetten.

Bleibt die Frage zu klären, mit welcher Perspektive die Crown-Submarke antritt und was das für die konzerneigene Nobelmarke Lexus bedeutet. Toyota selbst beantwortet sie vorerst nicht offiziell und sagt nur, dass der Hersteller die Crown-Reihe in rund 40 Ländern und Regionen einführen wird. Japan gehört definitiv dazu. China wäre naheliegend, denn hier bietet Toyota mit dem Crown Kluger bereits einen SUV an, der den Namen trägt, aber eigentlich ein adaptierter Highlander ist. Auch sonst dürfte sich Toyota mit den neuen Crown-Modellen auf den asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren. Nach Europa kommen sie ziemlich sicher nicht.

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Guter Ansatz. Das sind interessante Autos, die man sich auch in Europa vorstellen könnte.Überflüssig. Deren Position ist doch bereits von den Lexus-Modellen besetzt.

Fazit

Toyota Crown: Was früher allein als klassische Stufenheck-Limousine um Käuferinnen und Käufer buhlte, wird nun zur Submarke ausgebaut, die perspektivisch vier Baureihen anbieten und internationaler aufgestellt sowie höher positioniert wird. Viele Fragen sind aber noch offen: Wie ist das Trio, das den Crossover ergänzt, technisch aufgestellt? Welche Märkte werden genau bedient? Soll dort immer das komplette Quartett angeboten werden oder nur ein Teil der Crown-Palette? Und wie wirkt sich das strategisch auf Lexus aus? All diese Fragen hat Toyota mit dem Debüt der Crown-Reihe bisher nur aufgeworfen – die Antworten stehen noch aus.