Mercedes EQS-Facelift
Avantgardistische EQ-Optik trifft auf statusbewussten Stern

Mercedes verpasst dem bislang glücklosen EQS ein kleines Technik-Update und frischt die Optik sowie die Ausstattung der elektrischen Oberklasse auf.

Seit 2021 ist der Mercedes EQS als Limousine unter dem internen Code V297 auf dem Markt – die Verkäufe der elektrischen S-Klasse bleiben jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.

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Neuer Mercedes EQS mit Chrom-Grill und Stern

Jetzt reagiert Mercedes nach eigenem Bekunden "so zügig wie noch nie auf Markt- und Kundenfeedback" und bringt zum "Änderungsjahr 2024" ein "ausgesprochen umfangreiches Update-Paket" für den EQS, der ab dem 25. April 2024 bestellt werden kann.

Die größte sichtbare Änderung beim EQS 2024 ist die neue Kühlerverkleidung. Der bis dato recht sterile schwarze "Black Panel"-Kühlergrill erhält in der Ausstattung "Electric Art" einen Chrom-Grill. Diese sollen flächenbündig und mit verchromten Lamellen einen modernen Mercedes-typischen Kühler nachahmen. Dazu verpassen die Stuttgarter ihrer Elektro-Oberklasse noch einen stehenden Stern, um so die "avantgardistische EQ-Optik mit dem ikonischen, statusbewussten Mercedes-Benz Symbol" zu verbinden.

Mehr Akku-Kapazität, höhere Reichweite, mehr Anhängelast

Auch unter der Karosserie wertet Mercedes seinen EQS auf. Die Batteriekapazität wächst von 108,4 auf 118 kWh. Entsprechend legt die Reichweite des EQS 450 4-Matic von 717 auf 799 Kilometer zu – ein Plus von elf Prozent. Der EQS 450+ schafft mit dem neuen Akku-Pack eine Reichweite zwischen 683 und 822 Kilometer. Diese Reichweiten lassen sich sicher nicht realisieren, wenn der Fahrer oder die Fahrerin einen Pferdeanhänger ankoppeln – den mit der Modellpflege hat Mercedes die Anhängelast von 750 auf 1.700 Kilo erhöht.

Eine weitere Modifikation betrifft die Bremsanlage. Durch die Rekuperation sind die Bremsscheiben weniger häufig als bei den Verbrenner-Modellen im Einsatz. Entsprechend legt der EQS von Zeit zu Zeit automatisch die Beläge an die Scheiben an, um diese freizubremsen.

Die Preise für den neuen Mercedes EQS

Übrigens: Der Mercedes EQS bleibt Preis trotz der Verbesserungen in den Grundpreisen unverändert. Der EQS 450+ kostet ab 109.551 Euro, der 450 4-Matic steht mit 113.359 Euro in der Liste und die der 500 4-Matic ab 125.378 Euro. Es folgen der 141.705 Euro teure 580 4-Matic und die AMG-Version als EQS 53 4-Matic+ zu 155.009 Euro.

Mercedes-Benz führt auch für Europa serienmäßig die "Automatische Spurwechselfunktion" (Automatic Lane Change, ALC) nach Level 2 ein. Diese Funktion ermöglicht es Fahrzeugen, auf Autobahnen mit zwei getrennten Fahrtrichtungen bei einer maximalen Geschwindigkeit von 140 km/h automatisch die Spur zu wechseln. Das System ist Bestandteil des aktiven Abstands-Assistenten Distronic und des aktiven Lenk-Assistenten und setzt mindestens das MBUX-Navigationssystem voraus.

Änderungen im Interieur

Für alle Modelle, die mit dem optional erhältlichen Fondkomfort Paket Plus inklusive Executive Sitzen für 3.867,50 Euro ausgerüstet sind, gibt es eine speziell geformte, abgeschrägte Fußstütze auf der rechten Seite des hinteren Abteils, die zwischen den Schienen des Vordersitzes positioniert ist.

Für noch mehr Raum im Fond lässt sich der Beifahrersitz nach vorn klappen und die Lehne im Fond auf bis zu 38 Grad verstellen. Zu den weiteren Annehmlichkeiten gehören eine erweiterte Sitzheizung und eine Heizfunktion für Nacken und Schultern im Fond, pneumatische Sitztiefenverstellung sowie ein beleuchtetes Dekorelement auf der Rückseite der vorderen Sitze.

Beim unterdessen serienmäßigen Fondsitz Paket gibt es auf Knopfdruck die einstellbare Neigung der Rückenlehne von 27 bis 36 Grad, Sitzbezüge in Layer-Optik, eine extra dicke Polsterung der Lehnen und einen von den Seitenwangen unabhängigen Bezug.

Mercedes EQS Facelift 2024
Mercedes

Der Beifahrersitz nach vorne klappen und die Lehne im Fond auf bis zu 38 Grad verstellen.

Manufaktur-Sondermodell für den EQS

Wem das alles nicht genügt, für den hat Mercedes noch eine Sonderedition in petto: die Manufaktur Selection mit exklusiven Ausstattungsdetails. Als Lackfarben sind obsidianmetallic, opalithweiß nachtschwarz magno im Angebot. Das Electric Art Exterieur ist standardmäßig dabei und beinhaltet AMG Styling sowie eine neu gestaltete Kühlerverkleidung mit Chrom-Details und dem aufrecht stehenden Mercedes-Stern. Komplettiert wird die Sonderversion durch 21 Zoll große AMG Leichtmetallräder im Vielspeichen-Design.

Im Innenraum wartet das Modell mit dem Fondkomfort-Paket Plus inklusive Executive Sitzen, dem Fondsitz-Paket Plus mit Sitzklimatisierung im Fond und dem Manufaktur Interieur-Paket auf. Letzteres zeichnet sich durch eine exklusive Sonderpolsterung in Leder Exklusiv Nappa in tiefweiß/schwarz aus. Editionsspezifische Akzente setzen ein Beilegekissen mit Kontrastnaht und silbergrauer Paspel, verziert mit einer Stickung in Roségold, sowie Kopfstützenkissen mit einem gestickten Mercedes-Stern in Roségold und entsprechend gestaltete Einstiegsleisten mit schwarzer PVD-Beschichtung, beleuchtetem Mercedes-Benz Schriftzug und einem Muster im Mercedes-Benz Stil. Die Fußmatten sind ebenfalls speziell gestaltet, mit einem gestickten Mercedes-Stern und einer Einfassung in tiefweiß, abgerundet durch roségoldene Stickerei.

Mercedes EQS Facelift 2024
Mercedes

Der EQS in der Manufaktur-Ausführung in obsidianmetallic.

Für das Interieur wurden Zierteile in Linde linestructure anthrazit offenporig gewählt, und eine "Manufaktur Selection"-Editionsplakette ziert die Mittelkonsole. Der Innenhimmel ist in Mikrofaser Microcut schwarz gehalten. Diese Sonderedition ist mit allen Motorisierungen kombinierbar, wobei der Aufpreis bei 16.600,50 Euro liegt.

Nach dem Facelift überarbeitet Mercedes den EQS Ende 2025/Anfang 2026 erneut. Technisch modifizieren die Stuttgarter die EVA2-Plattform, die künftig unter "EVA2M" firmiert. Sie erlaubt ein 800 Volt-Bordnetz statt der aktuelle 400-Volt-Architekur – entsprechend fällt die Ladedauer kürzer aus. Mit der Einführung der 800-Volt-Technik stellt Mercedes auch den Antrieb des EQS neu auf. Der Siemens-Valeo-E-Motor fliegt raus, stattdessen kommt der eigene eATS 2.0-Antrieb mit dem Zusatz "Large" zum Einsatz. Dieser Antriebsstrang (mit integriertem E-Motor, Getriebeteilen und neuer SiC-Leistungselektronik) findet nicht nur in der EVA2M-Plattform Verwendung, sondern auch bei den MB.EA-Modellen ab 2025 – unter anderem im Nachfolger des Mercedes-AMG GT 4-Türer. Die Large-eATS 2.0, die im Mercedes-Werk in Untertürkheim gefertigt wird, zeichnet sich durch einen stärkeren PSM-Motor und ein an höhere Drehmomente angepasstes 2-Gang-Getriebe aus. Im aktuellen Modell ist noch ein Ein-Gang-Getriebe verbaut. Die weiteren Neuerungen sind ein zweiter Kondensator im Kühlkreislauf sowie eine Optimierung der Rekuperation.

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Fazit

Mercedes EQS erhält für 2024 umfangreiche Updates mit mehr Batteriekapazität, höherer Reichweite und einem neuen Chrom-Grill, ohne Preisanstieg.