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Ford Ranger Raptor Pick-up jetzt auch mit Diesel

Ford Ranger Raptor (2023)
Hardcore-Pick-up nun auch mit Diesel

Der Ranger Raptor ist nach dem V6-Benziner (292 PS) jetzt auch mit 210-PS-Diesel zu haben. Der ist über 6.000 Euro günstiger, ein wichtiges Detail fehlt aber.

Ford Ranger Raptor (2022) Weltpremiere
Foto: Ford

Ende November 2021 hatte Ford den neuen Ranger Pick-up für den Weltmarkt vorgestellt. 2022 folgte die Weltpremiere des Ranger Raptor, das ist die böse Motorsportversion des Pick-up. Und dieser Raptor hatte tatsächlich einige Überraschungen zu bieten, begonnen bei der Motorisierung.

Wer darauf gesetzt hatte, dass in Europa ein Diesel-V6 zum Einsatz kommt, durfte umdenken. V6 ja, Diesel nein. Stattdessen trat der Ford Ranger Raptor zunächst mit einer neuen Dreiliter-Benziner-Maschine an, per Biturbo auf 292 PS aufgeblasen. Das ist angesichts des Hubraums nicht übermäßig viel, liegt aber deutlich über der Leistung des Vorgänger-Raptor, den Ford bei uns mit einem 213 PS starken Zweiliter-Diesel anbot.

Unsere Highlights

491 Newtonmeter liegen beim Benziner maximal an, serienmäßig ist eine zehnstufige Automatik verbaut. Ende März 2023 hat Ford für Deutschland einen Dieselmotor nachgeschoben, jedoch einen Vierzylinder mit 2.0 Liter Hubraum und 210 PS Leistung, der V6-Diesel bleibt nur für den "normalen" Ranger eine Option. Auch der Diesel-Raptor ist serienmäßig mit Zehngang-Automatik ausgestattet.

Erstmals mit permanentem Allradantrieb

Erstmals für den Ranger gibt es im neuen Raptor einen permanenten Allradantrieb, der gegenüber dem starren Zuschalt-Allrad erheblich bessere Performance auch auf der Straße verspricht, da sich der Antriebsstrang bei Kurvenfahrt nicht verspannt. Dazu gibt es eine schaltbare Geländeuntersetzung sowie, auch das ist besonders, Differentialsperren für Vorder- und Hinterachse. Sieben Fahrprogramme lassen sich außerdem auswählen, darunter vier Offroad-Programme mit dem "Baja"-Modus für Rallye-Feeling als Krönung.

Allerdings kommen nur Benziner-Käufer in den Genuss der beiden Achsdifferentialsperren. Beim Diesel ist lediglich die Hinterachssperre serienmäßig an Bord, die vordere Sperre des Benziners ist bei ihm auch nicht gegen Aufpreis zu haben.

Ford Ranger Raptor (2022) Weltpremiere
Ford
Permanenter Allradantrieb, Untersetzung, zwei Achssperren (nur beim Benziner) und diverse Offroad-Programme: Der Ranger Raptor ist ziemlich kompetent für den Gelände-Einsatz.

Kurios für einen Pick-up: Der neue Ford Ranger Raptor bekommt einen elektronisch gesteuerten Klappenauspuff. Der beherrscht vier Stufen vom nachbarschaftstauglichen Leisetreter-Modus bis hin zur komplett offenen Baja-Einstellung, die man besser nicht im öffentlichen Straßenverkehr einsetzt.

Fahrwerks-Feinschliff

Die Offroad-Performance definiert der Ford Ranger Raptor weiterhin vor allem über das Fahrwerk. Es ist an der Vorderachse mit Leichtmetall-Achslenkern bestückt und verfügt über die neueste Generation der Fox-Rallye-Stoßdämpfer. Gegenüber dem Vorgänger-Raptor soll in diesen Dämpfern die Reibung durch spezielles Teflon-Öl um rund 50 Prozent reduziert sein, was im harten Einsatz der Überhitzung vorbeugt. Die adaptiven, elektronisch geregelten Dämpfer werden je nach Fahrprogramm eingestellt und verfügen an der Hinterachse außerdem über eine Funktion, bei voller Beschleunigung die Dämpfer zu versteifen, damit das Heck nicht einsinkt.

Das Fahrwerk mit den hohen Federwegen bekommt durch die serienmäßigen Geländereifen von BF Goodrich im Format 285/70 R17 Unterstützung, außerdem bekommt der Raptor robuste Stahl-Unterfahrschutzplatten für den Kühler, den Motor und die Getriebe. Dabei legt der maximale Federweg der Vorderräder um 20 auf 256 Millimeter zu, der Federweg der Hinterräder bleibt dagegen mit 290 Millimetern gegenüber dem Raptor-Vorgänger unverändert.

Umfangreiche Ausstattung

Der neue Ranger Raptor kommt serienmäßig mit LED-Matrixscheinwerfern, die über Kurvenlicht und blendfreies Fernlicht verfügen. Innen unterscheidet sich die Performance-Variante des Ranger durch die orangen Raptor-Applikationen und eine spezielle bernsteinfarbene Ambientebeleuchtung von den normalen Pick-ups der Baureihe. Am beheizbaren Sportlenkrad finden sich Schaltwippen zur manuellen Steuerung des Getriebes. Serienmäßig ist außerdem das neue Ford-Sync-Multimediasystem mit dem zwölf Zoll großen, hochkant montierten Bildschirm, außerdem fährt der Raptor serienmäßig mit einem 640 Watt starken Soundsystem mit zehn Lautsprechern vor, das Bang & Olufsen beisteuert.

Ford Ranger Raptor (2022) Weltpremiere
Ford
Mit 288 PS ist der Dreiliter-Benziner zwar deutlich stärker als der Zweiliter-Diesel, aber eigentlich recht zurückhaltend für einen Biturbo mit diesem Hubraum.

Ford selbst ist jedenfalls ziemlich überzeugt von der neuen Power-Pritsche: "Wir wussten, dass die Kunden beim kommenden Ranger Raptor ein völlig neues Performance-Level erwarten würden. Aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mit dem wirklich enormen Sprung gerechnet haben, den wir gemacht haben. Es ist echt ein großes Vergnügen, diesen Pick-up zu fahren, und ich denke, die Leistung wird sie umhauen", so Dave Burn, leitender Programm-Ingenieur für den Ranger Raptor anlässlich der Premiere.

Marktstart und Preis

Die letzte Überraschung bot Ford mit dem Marktstart des Ranger Raptor. Denn statt die Topversion der Baureihe nach den regulären Modellen einzuführen, machte der Ranger Raptor den Anfang. Im Herbst 2022 kam er in Deutschland auf den Markt, die braven Diesel-Ranger folgten erst Anfang 2023. Das lag daran, dass die Serien-Ranger aus dem Ford-Werk in Südafrika kommen, während der Raptor in Thailand gebaut wird. Der Preis liegt spürbar über dem Vorgängermodell (70.859 Euro): 80.265 Euro werden für den scharfen Pick-up aufgerufen (Stand März 2023). Der neu vorgestellte Diesel liegt mit 74.196 Euro inklusive Mehrwertsteuer rund 6.000 Euro darunter.

Der Konfigurator für den Ford Ranger Raptor ist recht übersichtlich. Zusätzlich zum Basispreis lassen sich noch einige Metallicfarben (821 Euro, Arctic White ist serienmäßig und gratis) ordern, dazu gibt es ein Dekor-Aufkleber-Set für 892 Euro. Ebenfalls eher Deko ist das Raptor-Paket für 2.380 Euro, das einen Sportbügel, eine Laderaumreling und ein elektrisches Laderollo umfasst. Ferner ist in dem Paket eine Laderaumschutzwanne und ein Zwölf-Volt-Anschluss in der Seitenwand der Ladefläche enthalten. Die Optionspreise sind bei beiden Motorisierungen identisch.

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Fazit

Da ist Ford durchaus eine Überraschung gelungen. Mit einem fast 300 PS starken V6-Benziner als Antrieb der radikalen Raptor-Variante hatte hierzulande kaum jemand gerechnet. Die Kritiker, denen der bisherige Zweiliter-Diesel im Ranger Raptor zu schmalbrüstig war, dürften damit verstummen. Der hohe Aufwand bei Fahrwerk und Antriebsstrang, unter anderem mit permanentem Allrad und zwei Achssperren (beim Benziner) hat allerdings auch seinen Preis. Der neu angebotene Dieselmotor macht den Raptor zwar über 6.000 Euro günstiger, ein Sonderangebot ist aber auch dieser nicht.