Koenigsegg Gemera
Für XXL-Aufschlag auch mit V8 statt Dreizylinder

Der schwedische Supersportwagen-Hersteller hat bereits 2020 seinen ersten Mega-GT vorgestellt, der nach eigenem Bekunden alle GTs dieser Welt und auch die meisten Hypercars in den Schatten stellen soll. Eine neue V8-Option legt die Leistungslatte noch weiter nach oben. Der Aufpreis ist allerdings gewaltig.

Koenigsegg Gemera
Foto: Koenigsegg

Der Viersitzer – übrigens der erste der Marke – kommt in der Basisversion mit einem Dark Matter getauften Elektromotor (800 PS), der an einen Dreizylinder-Benziner angeflanscht ist, an den Start. Insgesamt stellt der schwere Gemera 1.400 PS und 1.850 Nm Systemleistung bereit.

Dreizylinder mit 600 PS

Den Turbo-Benziner nennt Koenigsegg liebevoll "Tiny Friendly Giant", kurz "TFG", übersetzt: "Kleiner freundlicher Gigant". Und der TFG hat es in sich. Aus zwei Litern Hubraum stemmt die Eigenentwicklung 600 PS und 600 Nm Drehmoment – wobei zwei Turbolader ordentlich Druck ausüben. Als Maximaldrehzahl liegen bei dem nur 70 Kilo schweren und als Mittelmotor ausgelegten Dreizylinder 8.500/min. an. Für die Kraftübertragung auf die Vorderräder ist das patentierte Koenigsegg Direct Drive-Eingang-Getriebe verbaut. Bis zur V-Max von 400 Sachen ist also kein einziger Gangwechsel erforderlich. Für den Sprint auf 100 km/h gehen im 1.988 Kilogramm schweren Gemera gerade einmal 1,9 Sekunden ins Land.

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Bei normaler Fahrweise soll der Reise-GT eine Reichweite von 1.000 Kilometern haben. Die elektrische Reichweite liegt bei 50 Kilometern; sie ist dank der im Fahrzeugboden untergebrachten 16,6 kWh-Lithium-Ionen-Batterie mit 800 Volt-Technik möglich.

V8 für 400.000 Dollar Aufpreis

Im Rahmen der Einweihung der erweiterten Fabrik im schwedischen Angelholm im Juli 2023 kündigte Firmengründer Christian von Koenigsegg allerdings eine weitere Antriebsoption an. Der Gemera soll mit dem aus den Modellen Agera oder Jesko bekannten V8-Verbrenner bestückt werden können. Der selbst entwickelt Fünfliter-Achtzylinder wird dabei in das bestehende Hybridsystem integriert. Die Gesamtleistung steigt auf 2.300 PS, wenn der V8 mit E85 befeuert wird. Das Systemdrehmoment klettert auf 2.750 Nm. Für den V8 allein nennt Koenigsegg 1.500 PS und 1.500 Nm. Mit dem Umstieg auf den V8 wechselt der Hersteller aber auch das Getriebe – vom Eingang-Hydracoup-Direktantrieb auf eine Neungang-Schaltung.

Wer sich für die V8-Option entscheidet, wird mit einem Preisaufschlag von satten 400.000 Dollar (umgerechnet rund 365.000 Euro) konfrontiert.

Koenigsegg Gemera mit Brachial-Optik

Bereits seit 2003 arbeitet Christian von Koenigsegg an dem Hyper-GT mit hohem Praxisnutzen. Optisch erinnert der 4,98 Meter lange, 1,99 Meter breite und 1,30 Meter hohe Gemera ein wenig an den Koenigsegg CC aus dem Jahr 1996. Die Front präsentiert sich mit schmalen Scheinwerfereinheiten und einem massiven Kühlerschlund, die Überhänge sind kurz, die riesigen 21-Zoll-Räder vorne und die 22 Zöller hinten füllen die Radhäuser komplett aus. Sie sind mit Michelin Pilot Sport 4S-Reifen der Größen 295/30 beziehungsweise 315/30 bezogen. Dahinter stecken Keramik-Stopper mit 410er Scheiben und Sechskolbenzangen vorn und 395er Discs und Vierkolbenzangen hinten.

Koenigsegg Gemera

Koenigsegg Gemera

in Zahlen

Länge:

4.975 mm

Breite:

1.988 mm ohne Spiegel

Höhe:

1.295 mm

Radstand:

3.000 mm

Tankinhalt:

75 Liter

Trockengewicht:

1.715 kg

Kofferraum-Volumen:

200 Liter

Die Fahrgastzelle wirkt wie eine Flugzeugkanzel. In der Seitenansicht fallen zudem die großen Lufteinlässe vor den kräftig ausgestellten hinteren Kotflügelbacken auf – weitere Luftöffnungen sind direkt hinter der Tür angebracht. Der Fahrer schaut übrigens nicht mehr in klassische Spiegel – stattdessen liefern Kameras Bilder in den Innenraum. Auf Märkten, wo diese Technik noch nicht zugelassen ist, soll der Gemera mit konventionellen Spiegeln kommen. Das Heck des Koenigsegg GT ist nicht minder spektakulär: Der Diffusor mächtig, die Leuchten schmal und aggressiv, der Spoiler feststehend. Hingucker sind die runden Endrohre der Akrapovic-Sportauspuffanlage, die ähnlich wie beim Porsche 918 Spyder das schmale Heckfenster flankieren. Mit seinen beiden Kofferräumen vorne und hinten stellt der Gemera 200 Liter Ladevolumen bereit. Optional soll es eine Dachbox geben. Ebenfalls auf der Aufpreisliste steht ein sogenanntes Ghost-Paket, das weitere Aeroparts für den Gemera mitbringt.

Innenraum mit acht Cupholdern für vier Passagiere

Koenigsegg Gemera
Koenigsegg
Der Arbeitsplatz des Konigsegg Gemera-Fahrers.

Den Zustieg zum Innenraum für alle Passagiere gewähren Fallbeiltüren. Alle Insassen sitzen auf konturierten Sportsitzen mit Karbonschalen – eine breite Mittelkonsole trennt sie. Der Fahrer greift in ein unten und oben abgeflachtes Zweispeichen-Sportlenkrad. Rechts und links an der A-Säule geben zwei je 13 Zoll große Bildschirme die Außenwelt wieder. In der Mittelkonsole prangt ein riesiger Infotainment-Touchscreen. Ansonsten prägt ein Alcantara-Finish mit Kontrastnähten das Interieur.

Die weitere Ausstattung: Dreizonen-Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Infotainment-System mit Social-Media-Verbindung, Live-Streaming und Handbuch, elektrische Handbremse, elf Lautsprecher plus Subwoofer, Audioanlage mit Apple Carplay, zwei induktive Ladezonen für Smartphones sowie zwei Cupholder pro Mitfahrer jeweils mit Heiz- und Kühlfunktion. Preise für den Koenigsegg Gemera gibt es nicht, allerdings ist der Hyper-GT auf 300 Exemplare limitiert. Bestätigt ist aber das Jahr der Markteinführung: Noch 2023 soll die Produktion des Hyper-GTs starten. Die ersten Auslieferungen sind aber erst ab Anfang 2025 geplant.

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Fazit

Es ist immer wieder faszinierend, wie sich Koenigsegg neu erfindet und ganz nonchalant mit Superlativen die arrivierten Großserien-Hersteller schockt. Bis das Auto aber tatsächlich auf die Straße rollt, vergeht noch eine ganze Weile. Und wer sich mit dem Dreizylinder-Hybridkonzept in einem Hypercar so gar nicht anfreunden kann, für den hält Koenigsegg auch eine V8-Option bereit, lässt sich diese aber sehr teuer bezahlen.

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AUTO MOTOR UND SPORT 05 / 2024
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Erscheinungsdatum 15.02.2024

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