Neuer VW Crafter / MAN TGE Modellpflege 2024
Wird volldigital, aber nicht teurer

Mitte April 2024 startet der Vorverkauf für das Facelift des großen VW Crafter und des baugleichen MAN TGE. Für die Kunden wird es komfortabler, wohnlicher und vor allem digitaler – aber nicht teurer. Hier alle Informationen.

VW Crafter Facelift 2024
Foto: Volkswagen Nutzfahrzeuge

Seit 2017 hat VW die neue, selbst entwickelte Crafter-Generation im Angebot, nachdem der Vorgänger noch einem Joint-Venture mit Mercedes (Sprinter) entsprang. Diese zweite Generation Crafter, die gemeinsam mit dem baugleichen Schwestermodell MAN TGE im polnischen VW-Transporter-Werk in Września produziert wird, steht für 2024 vor einem umfangreichen Update, allen voran für Optik und Technik im Innenraum. Die Informationen sind dabei nicht nur für gewerbliche Nutzer, sondern auch für Privatkäufer spannend, schließlich ist der VW Grand California als Reisemobil auf Crafter-Basis ebenfalls von diesem Update betroffen.

Unsere Highlights

Ein wesentlicher Teil der Facelift-Maßnahmen betrifft die Elektronik-Infrastruktur und die Neugestaltung des Cockpits (siehe Video oben). Hier gibt es gleich mehrere bedeutsame Änderungen. Am deutlichsten, weil prominent sichtbar, ändert sich die Instrumentierung. Hier gehen Crafter und TGE weg von den bisherigen klassischen Analog-Instrumenten; diese werden künftig wie in modernen Pkw volldigital dargestellt. Über eine separate View-Taste im Multifunktionslenkrad kann der Fahrer dabei verschiedene Ansichten wählen und das Display individuell anpassen.

VW Crafter Facelift 2024
Volkswagen Nutzfahrzeuge

Neue, modernere Cockpit-Landschaft im künftigen Crafter.

Der zentrale Monitor zur Steuerung von Fahrzeugfunktionen und dem Infotainment-System ist ebenfalls neu. Standard ist eine Diagonale von 10,3 Zoll; in der optionalen großen Version, die auf den ersten Bildern zu sehen ist, beträgt die Diagonale 12,9 Zoll. Das VW-System kennzeichnet eine neu entwickelte grafische Oberfläche und eine Menüführung, wie sie im Sommer dieses Jahres erstmals für den neuen ID. Buzz mit langem Radstand vorgestellt wurde.

Lenkrad ohne Slider

Bei den Varianten mit Automatikgetriebe wandert der Bedienhebel künftig an die Lenksäule. Der dann freigewordene Platz des bisherigen Schalthebels an der Mittelkonsole wird als Cupholder umfunktioniert. Neu ist ferner die per Schalter elektrisch betätigte Feststellbremse. Der Raum neben dem Fahrersitz wird damit frei. Das vergrößert den Durchstieg nach hinten und vereinfacht bei den Reisemobilen die Bedienung eines drehbaren Fahrersitzes.

Das neugestaltete Multifunktionslenkrad behält die mechanischen Schalter für die verschiedenen Funktionen. Die in aktuellen VW-Modellen verwendeten "Slider" sind demnach kein Thema für das neue Gespann VW Crafter/MAN TGE.

Geslidet wird dennoch, nämlich bei der Klimasteuerung, die nun über den Zentralbildschirm bedient wird. Die frühere Bedieninsel für die Klimatisierung unterhalb des Infotainments wird durch Lüftungsdüsen ersetzt. Das schafft ferner den Raum für ein zusätzliches Ablagefach neben dem Display, in dem Mobiltelefone kabellos geladen werden können.

Produktion startet im Mai 2024

Entsprechend künftiger Vorschriften und der runderneuerten Hardware-Basis mit angepassten Steuergeräten, Sensoren und Kameras zieht eine Reihe neuer Assistenzsysteme im Crafter und TGE ein. Dazu gehören unter anderem serienmäßige Verkehrszeichenerkennung, aktiver Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und eine Einparkhilfe. Für die Versionen über 3,5 Tonnen serienmäßig, bei den Varianten unterhalb dieser Gewichtsgrenze gegen Aufpreis: Ein "Blind Spot Informationssystem", das den Fahrer im Stadtverkehr (0 – 30 km/h) auf Fußgänger und Zweiradfahrer im toten Winkel hinweist, sowie ein "Moving Off-Informationssystem" (informiert beim Anfahren, ob sich Passanten vor dem Crafter aufhalten) und ein Abbiegeassistent (bremst bei Gegenverkehr).

Von außen ändert sich nichts am Crafter, die Front entspricht dem bisherigen Modell. Die drei Leistungsvarianten des Zweiliter-Turbodiesels liegen weiter zwischen 103 und 130 kW (140 bis 177 PS). Sechsgang-Schaltgetriebe und Achtgang-Automatik bleiben ebenso auf dem aktuellen Stand. Neu ist jedoch die Automatik-Option für Crafter mit Heckantrieb. Standard ist wie bislang der Frontantrieb, der optionale Allrad-Antriebsstrang bleibt ebenfalls im Programm.

Preise und Marktstart

Die Produktion des neuen Transporter-Pärchens wird im Mai 2024 beginnen; der Vorverkauf des Crafter startet Mitte April. Die Preise des neuen Crafter starten in Deutschland für die Version Crafter 35 Kastenwagen Normaldach mit 140-PS-TDI und Schaltgetriebe bei 44.440 Euro (52.880 inkl. Mehrwertsteuer), die entsprechende Version mit dem 177-PS-TDI startet bei 46.155 Euro (54.924 Euro inkl. Mehrwertsteuer). Das Fahrgestell mit Einzelkabine beginnt bei 41.545 Euro (49.839 Euro inkl. Mehrwertsteuer). Damit liegen die Preise des neuen Modells trotz deutlich aufgewerteter Sicherheitsausstattung und mehr Komfort-Features auf dem Niveau des Vorgängers. Die deutschen Händler nehmen ab sofort die Bestellungen entgegen, die ersten Auslieferungen werden im Sommer erfolgen. Das Auslaufmodell des alten Crafter war zuletzt zu Preisen ab 53.068 Euro inkl. Mehrwertsteuer konfigurierbar. MAN hat die Preise für den aufgefrischten TGE noch nicht kommuniziert.

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Fazit

Der große Transporter des VW-Konzerns bekommt für das Modelljahr 2024 eine umfangreiche Modellpflege. VW Crafter und MAN TGE werden dabei innen und bei der Technik modernisiert. Neue Assistenzsysteme, neues Cockpit und bessere Ergonomie sind die wichtigsten Eckpunkte der Überarbeitung. Der Vorverkauf zu nahezu unveränderten Preisen startet Mitte April – produziert wird dann ab Mai 2024.