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McLaren Solus GT: Gaming-Renner wird real

McLaren Solus GT
Gaming-Renner wird real

Der Solus GT startete seine Karriere als virtueller Rennwagen im Videospiel Gran Turismo Sport. Jetzt holt ihn McLaren ins wirkliche Leben und baut 25 Exemplare davon. Die taugen auch nur für die Rennstrecke und sind alle bereits verkauft.

McLaren Solus GT
Foto: McLaren

Bislang konnten den McLaren Solus GT nur Videogamer genießen. In Pebble Beach haben die Briten jetzt eine Version für die reale Welt vorgestellt. Auch diesseits des Bildschirms ist der Solus GT ausschließlich für die Rennstrecke konzipiert. Limitiert ist der echte Solus GT auf 25 Exemplare, die aber alle bereits vor der öffentlichen Präsentation in Kalifornien verkauft waren.

Rennsportechnik pur

Der Solus GT wurde auf der Grundlage der gesamten Erfahrung und des Fachwissens von McLaren auf den höchsten Ebenen des Motorsports und der Entwicklung von Super- und Hypercars entwickelt. Der Einsitzer – der Pilot sitzt zentral unter einer Schiebehaube im Stil eines Düsenflugzeugs – bleibt mit seinem Carbon-Monocoque unter einem Gewicht von 1.000 Kilogramm. Die ausgeklügelte Aerodynamik spendiert zudem Abtriebswerte, die bis zu 1,2 Tonnen entsprechen. Zusammen mit einem 5,2 Liter großen V10-Saugmotor verspricht McLaren Fahrdynamikwerte, die einem Formel 1-Auto nahekommen.

Goodwood 2023

Die Räder sind in aerodynamische Gondeln gehüllt und werden von Querlenkern getragen. Ein großer Frontsplitter leitet die Luft in Bodeneffekttunnel ein, bevor sie über einen Volldiffusor aus dem Auto austritt. Ein vom Motorsport inspirierter Lufteinlass oberhalb des Cockpits, der in das Design der Überrollbügelabdeckung integriert ist, führt dem Motor kalte Luft zu und generiert gleichzeitig ein markantes Ansauggeräusch. Das Rennwagendesign inspirierte auch die Seitenkästen, in denen die Kühler des Solus GT untergebracht sind. Auf dem Heck sitzt ein großer Flügel, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt.

Das Cockpit mit seiner Halo-Titan-Sicherheitsstruktur aus dem 3D-Drucker biete Rennsport pur. Die Pedalbox lässt sich fernbedienbar verstellen. Der Sitz wird für jeden Fahrer individuell angepasst. Ein FIA-homologierter Rennanzug, ein Helm und eine HANS-Vorrichtung sowie funkfähige Ohreinsätze runden das Motorsportpaket ab. Zusätzlich offeriert McLaren der exklusiven Kundschaft natürlich auch spezielle Fahrerlehrgänge.

V10 mit 840 PS

Aber zurück zum ungewöhnlichen Motorkonzept. In den Serienmodellen setzen die Briten auf aufgeladene V8-Triebwerke und selbst in der Formel 1 sind die V10-Triebwerke bereits lange Geschichte. Der 5,2 Liter große Zehnzylinder im Solus GT wird aus maschinell bearbeiteten Bauteilen in Kleinserie gefertigt wird. Er darf bis über 10.000/min drehen und leistet dabei 840 PS und 650 Nm Drehmoment. Das Ansprechverhalten des Motors wird durch die Verwendung von trommelgesteuerten Drosselklappen für jeden Zylinder verbessert – ein System, das nur für die Rennstrecke geeignet ist – und ist vollständig Zahnradgetrieben, ohne Ketten oder Riemen für Nockenwelle oder Nebenaggregate. Um Gewicht zu sparen ist der Motor ein integraler Bestandteil des Chassis.

Das aus dem Rennsport stammende sequenzielle Siebengang-Getriebe, dessen Gehäuse aus Aluminium mit Magnesiumplatten gefertigt wurde, ist an der Rückseite des Motors montiert, wobei die hintere Aufhängung am Getriebegehäuse befestigt ist. Im Inneren des Getriebes befinden sich geradverzahnte Zahnräder, die über eine Mehrscheibenkupplung aus Karbonfasern geschaltet werden. Das System ist vollautomatisch und softwaregesteuert, sodass der Fahrer die Kupplung nicht betätigen muss, was das Anfahren in der Boxengasse erleichtert.

Beim Fahrwerk setzt der Solus GT auf doppelte Querlenker mit innenliegender Drehstabdämpfung, die über Schubstangen an der Vorder- und Zugstangen an der Hinterachse betätigt werden. Beide Achsen sind durch einstellbare Stabilisatoren verbunden. Die vorderen Radaufhängungen sind aus Stahl gefertigt, um die Haltbarkeit zu erhöhen, und werden von aerodynamischen Kohlefaserverkleidungen umschlossen, ähnlich wie in der Formel 1. Auf die 18 Zoll großen Schmiedefelgen mit Zentralverschlussanbindung spannt McLaren Le-Mans-Prototyp-Reifen, die als Slicks und Regenreifen verfügbar sind. Bremspower liefern Carbon-Bremsen in Kombination mit Sechskolben-Monobloc-Sätteln.

Komplettpaket für solvente Gentleman-Racer

Fahrleistungsdaten sind bei einem Rennwagen weniger relevant, wie schnelle Rundenzeiten. Dennoch nennt McLaren eine Spurtzeit von 2,5 Sekunden auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h.

Die Käufer, die sich einen Solus sichern konnten, erhalten zum Rennwagen einen Flightcase-Koffer, einen umfangreichen Werkzeugsatz, Wagenheber, Ständer, Funkgeräte und einen Kühlmittelvorwärmer. Zudem werden für die exklusive Klientel Rennstrecken-Events geplant. Los geht es ab 2023, wenn die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden. Preise für das exklusive Rennsporterlebnispaket nennt McLaren wie immer nicht.

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Fazit

McLaren holt seinen virtuellen Rennwagen Solus GT in die echte Welt. 25 betuchte Käufer können mit dem Einsitzer, der seinen Ursprung in einem Videogame hat, künftig über die Rennstrecke toben. Wer glaubt, solche Konzepte hätten in der aktuellen Klimadiskussion keinen Platz mehr, dem sei gesagt – alle 25 Exemplare waren bereits vor der Präsentation verkauft.