Mercedes-AMG CLE 53 4-Matic+
Sechszylinder-AMG kostet hoch fünfstellig

Mercedes bringt den CLE auch als 53er-AMG auf den Markt. Er punktet mit einem doppelt aufgeladenen Reihensechszylinder. Ab sofort kann bestellt werden.

In der neuen CLE-Familie hat Mercedes die zweitürigen Modelle der E- und der C-Klasse zusammengeführt. Auch die neue Baureihe krönt Mercedes wieder mit AMG-Versionen. Zu haben sein wird der CLE als AMG CLE 53 und als AMG CLE 63. Ersteren haben die Schwaben Ende 2023 als Coupé enthüllt.

Antrieb und Fahrwerk

Bei den AMG-Motorisierungen spielt Mercedes ein wenig verkehrte Welt. Im Topmodell CLE 63 arbeitet der aus der C-Klasse bekannte Vierzylinder-Performance-Hybrid mit bis zu 680 PS. Der Basis-AMG CLE 53 bietet zwar weniger Leistung, dafür aber einen vermutlich prestigeträchtigeren Reihensechszylinder. Der CLE 53 4-Matic+ kombiniert den 449 PS starken Dreiliter-Sechszylinder mit doppelter Aufladung mit einem Abgasturbolader und einem elektrischen Zusatzverdichter sowie mit einem 48-Volt-ISG-System, das bis zu 23 zusätzliche PS und maximal 205 Zusatz-Nm liefert. Das maximal 560 Nm starke Antriebskonzept findet sich so auch im Mercedes S 500 4-Matic. Per Overboost sind kurzzeitig sogar bis zu 600 Nm drin. Gangwechsel obliegen der bekannten AMG-Speedshift-Neungang-Automatik. Die Kraftübertragung auf alle vier Räder sichert der vollvariable Allradantrieb 4Matic+. Von null auf 100 km/h spurtet der 53er in 4,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt abgeregelt bei 250 km/h. Optional wird das Limit auf 270 km/h angehoben.

Unsere Highlights

Eine Stahlfederung und eine adaptive Verstelldämpfung prägen zusammen mit einer Hinterachslenkung das Fahrwerk des CLE 53. Per Schalter können drei Dämpfer-Kennlinien vorgewählt werden.

Design und Ausstattungspakete

Als Vertreter der AMG-Fraktion geht der CLE 53 optisch eigene Wege. Für den sportlichen Look sorgen eine AMG-spezifische Kühlerverkleidung, eine neu geformte Frontschürze mit größeren Lufteinlässen sowie eine neue Heckschürze, die die runden Doppelendrohrblenden harmonisch integriert. Die Heckleuchten sind durch ein dunkelrotes Design-Element miteinander verbunden. Auf dem Heckdeckel sitzt ein kleiner Spoiler. Besonders markant sind aber die ausgestellten Radläufe, die dem AMG CLE vorn 58 Millimeter und hinten 78 Millimeter mehr Spurbreite verleihen. Darunter stecken 19 Zoll große AMG-Räder; auf Wunsch gibt es Pendants im 20-Zoll-Format. Hinter diesen sitzt die AMG-Hochleistungs-Bremsanlage mit Vierkolben-Sätteln und 370er-Scheiben vorn sowie 360er-Discs und Einkolben-Sätteln hinten.

Das optionale AMG-Optik-Paket setzt noch sportlichere Akzente. Es enthält zusätzliche Flics an Front- und Heckschürze, eine ausgeprägtere Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel und ein Diffusor-Brett zwischen den Endrohrblenden. Zur weiteren Individualisierung stehen je zwei AMG-Night- und -Carbon-Pakete zur Wahl.

Interieur

Im Inneren heißen Sportlenkrad sowie -integralsitze mit Kunstlederbezügen die Fahrerinnen und Fahrer willkommen. Echtes Leder und Sportsitze gibt es gegen Aufpreis. Weitere Interieurmerkmale sind rote Sicherheitsgurte sowie glänzende Carbon-Zierelemente. Des Weiteren implementiert AMG noch selbst entwickelte Fahrprogramme. Ansonsten kommt das Modell in den Genuss des neuesten MBUX-Systems sowie einer verbesserten Sprachbedienung und der aus der S-Klasse bekannten Assistenzsysteme. Die Bildschirmgrafiken und Menügestaltungen sind dabei AMG-spezifisch ausgeführt.

Erster Check

Nichts wie rein in die dunkle Coupé-Stube. AMG-typisch hängen an den Lenkradstegen runde Fahrdynamik-Satelliten. Den Händen am Lenkradkranz schmeichelt weiches Alcantara. Überhaupt ist hier drinnen alles gewohnt Mercedes-like futuristisch, luxuriös und bestens verarbeitet. Unterschiede zum normalen CLE? Die finden wir im Cockpit: Im digitalen Instrumententräger programmieren die Software-Designer AMG-spezifische "Supersport"-Anzeigen. Und im großen MBUX-Bildschirm auf der Mittelkonsole lassen sich die Fahrmodi feinjustieren, die noch mehr Vorfreude auf die erste Ausfahrt schüren.

Als erstes AMG-Modell trägt der CLE neue Performance-Sitze. Die werden natürlich elektrisch an den Türtafeln verstellt. Die hohen Seitenwangen vermitteln schon im Stand perfekten Seitenhalt. Ähnlich wie bei BMWs M3-Carbon-Schalen ist die Rückenfläche zur Gewichtsreduzierung und besseren Belüftung an mehreren Stellen durchbrochen. Ja, da freuen sich schon die Kids auf der Rückbank. Nicht etwa, weil der Zugang in den Fond sonderlich bequem wäre. Zumal die hohen, integrierten Kopfstützen bei dem Vorserienmodell noch an den Sonnenblenden hängen bleiben, statt sich wie beim normalen CLE-Sitz automatisch elektrisch einzufahren. Nein, für den Nachwuchs gibt es kaum Schöneres, als mit den Fingern den Hüftspeck der Eltern zu kitzeln. Wie im normalen CLE können auf den zwei Einzelsitzen hinten aber auch Erwachsene bis 1,75 Meter bequem Platz nehmen.

Preise und Marktstart

Bestellt werden kann der Sechszylinder-AMG ab Mitte Januar 2024. Als Grundpreis rufen die Schwaben wenigstens 91.511 Euro auf. Wer das AMG Dynamik Plus-Paket an Bord haben möchte, muss weitere 2.380 Euro zahlen. Das AMG-Optik-Paket kostet 1.785 Euro Aufpreis, das Carbon-Paket I weitere 3.511 Euro. Dunkle Ansprüche erfüllen die Night-Pakete I und II zu Preisen von 1.131 Euro und 655 Euro. Eine Manufaktur-Spektralblau-Lackierung ist für 5.117 Euro zu haben. AMG-Performance-Sitzpakete sind je nach Ausführung mit 2.559 oder 5.343 Euro zu bezahlen. Nicht-AMG-CLE-Coupés starten ab 58.132 Euro für den CLE 200.

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Fazit

Mercedes bringt nicht nur die neue CLE-Klasse an den Start, einen Zusammenschluss der Coupé- und Cabrio-Modelle aus der E- und C-Baureihe, sondern verpasst den Modellen auch den typischen AMG-Trimm. Neben der brachialen Topversion im 63er-CLE gibt es eine weniger kräftige Variante mit dem 53er-Badge. Diese setzt allerdings auf einen Sechszylinder, während der 63er mit einem Vierzylinder vorliebnehmen muss. Innen geht es aber auch im schwächeren AMG-CLE markentypisch-sportlich zu. Preislich bleibt der CLE 53 zwar unter der 100.000-Euro-Grenze; aber nur, wenn man sich mit der Grundausstattung zufriedengibt. Wer Options-Häkchen setzt, findet sich schnell im sechsstelligen Bereich wieder.

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AUTO MOTOR UND SPORT 05 / 2024
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Erscheinungsdatum 15.02.2024

148 Seiten