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Mercedes Concept CLA Class wird zum CLA

Mercedes Concept CLA Class
Elektrisches 4-Türer-Coupé mit 750 km Reichweite

Mercedes zeigt mit dem Concept CLA Class die Studie einer coupéhaften E-Limousine auf der IAA in München. Das Modell nimmt den elektrischen CLA vorweg.

Für 2024 ist das erste Modell auf Basis der Kompakt-Plattform MMA (Mercedes Modular Architecture) geplant, die für kleinere und mittlere E-Autos konzipiert ist. Der Viertürer von der Größe des CLA ist dann das erste Modell, das unter der Marke "Entry Luxury" firmiert. Auf das viertürige Coupé, für das der in München gezeigte Concept CLA Class als konkreter Ausblick dient, folgen im Mercedes-Einstiegssegment Vorstandsboss Ola Källenius zufolge später noch ein Shooting Brake und zwei SUV.

IAA 2023

Design des Mercedes Concept CLA Class: Front

Die auffälligsten Design-Elemente am mehrheitlich aus CO₂-freiem Stahl und CO₂-armem Aluminium gefertigten Mercedes Concept CLA Class sind seine LED-Leuchten, die an beiden Enden des Autos den Mercedes-Stern symbolisieren. Im oberen Bereich werden sie jeweils von einer durchgängigen LED-Lichtleiste begrenzt, die sich seitlich bis weit in die Kotflügel zieht und dort nahtlos von Charakterlinien weitergeführt wird. Alle Leuchten bieten verschiedene Lichtszenarien bei Tag und Nacht sowie personalisierbare Begrüßungs- und Abschieds-Choreografien. Ist das Licht ausgeschaltet, erscheinen die Lichtbänder im verspiegelten Chrom-Look. Im stilisierten sechseckigen Kühlergrill sitzt zentral ein großer Stern, der von vielen kleinen animierten Pendants umsäumt wird.

Design: Seite und Heck

Seitlich präsentiert die Konzeptstudie typische CLA-Proportionen, bei denen die A-Säule sanft ansteigt, das seitliche Fensterband schmal ist und die Dachpartie kaum merklich in ein kurzes Stufenheck ausläuft. Der Radstand zeigt sich etwas verlängert, weshalb die Studie kürzere Überhänge präsentiert als ein aktueller CLA. Auf Sicken und weitere Charakterlinien verzichtet der Concept CLA Class. Die Türöffner sind vorn in der Karosserie versenkt und hinten überhaupt nicht sichtbar. In subtil ausgestellten Radhäusern befinden sich aerodynamisch optimierte 21-Zoll-Felgen. Das Heck weist ein flächiges Design mit einer aus dem Kofferraumdeckel modellierten Abrisskante auf, unter der der ebenfalls beleuchtete Stern sitzt.

Design: Erlkönig bzw. Serienmodell

Die kommende Serienversion, für die technisch auch der Reichweiten-Rekordler EQXX Concept (siehe Video nach dem ersten Absatz) Pate steht, erscheint größer und natürlich konventioneller als die spektakuläre Studie. Rund 4,70 Meter dürfte der fertige CLA im Serientrimm in der Länge messen.

Schon bei dem noch stark getarnten Erlkönig ist klar, dass sich das Design des Modells nicht mehr zwingend am Style von EQS oder EQE orientiert. Stattdessen erscheint die Front niedrig und wird deutlich aerodynamischer gezeichnet sein. An der Seite erkennen wir schon klassische Türgriffe sowie eine sehr hohe untere Fensterlinie. Im Vergleich zum EQXX ist der elektrische CLA höher, um leichteres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Die Fahrgastzelle erscheint breiter, um hinten drei vollwertige Sitze anzubieten.

Interieur des Mercedes Concept CLA Class

Zurück zum Concept CLA Class: Im Interieur soll er mehr Kopf- und Kniefreiheit bieten als die aktuelle CLA-Generation. Die vier schalenförmig gestalteten Sitze mit verstellbaren Kopfstützen tragen – genau wie die Türinnenverkleidungen – nachhaltig produzierte und verarbeitete Nappalederbezüge in Kristallweiß. Auf den Polstern und Verkleidungen zeigt sich jener Lorbeerkranz, der außen das Markenemblem begrenzt, in neu interpretierter Form. Die Zierelemente aus Papier, das zu jeweils 50 Prozent aus recycelter Zellulose und Hanf besteht, oder Fußmatten aus Bambusfasern beruhigen das Umweltgewissen. Die schwebende Mittelkonsole mit einem Bezug aus recyceltem PET nimmt ein Smartphone in einer induktiven Ladeschale und ein Getränk im entsprechenden Halter auf. Über den Köpfen befindet sich ein großflächiges Glasdach, das über ein beleuchtetes und animiertes Sternmuster verfügt.

MBUX-Superscreen

Innen verfügt die Mercedes-Studie über den sich über fast die gesamte Fahrzeugbreite erstreckenden MBUX-Superscreen, der mit Mini-LED-Technologie und immersiven 3D-Grafiken arbeitet. Eigentlich handelt es sich um drei optisch individualisierbare Einzelmonitore, die von einem schmalen Aluminiumgehäuse eingerahmt werden und somit als Gesamtheit wirken. Ein Design-Clou sind die turbinenähnlichen Lüftungsdüsen, die die Interieur-Designer als weitere Bildschirme ebenfalls in den Superscreen integriert haben. Sie werden von einem schmalen Ring begrenzt, mit dem die Temperatur eingestellt wird. Hinter dem Monitor sitzen die physischen Lüftungsdüsen, die als Kühlrippen hervortreten.

Infotainment mit "MB-OS"

Das Infotainment-System basiert auf dem neuen, von Mercedes selbst entwickelten Betriebssystem "MB-OS" mit Chip-to-Cloud-Architektur, dessen wassergekühlter Nvidia-Prozessor mittig unterhalb des Superscreens als beleuchtetes Element effektvoll in Szene gesetzt wird. Dieses System, das Hard- und Software komplett voneinander entkoppelt, kommt künftig bei jedem MMA-Modell zum Einsatz und soll eine neue Dimension von Personalisierung, Sicherheit und Komfort bieten. Dabei sollen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Software-Updates over-the-air helfen. Ein virtueller Assistent und Drittanbieter-Apps bis hin zu Video-Streaming auf der Beifahrerseite sind ebenfalls an Bord.

Batterie des Mercedes Concept CLA Class

Für den Akku kündigt Mercedes-Technikchef Markus Schäfer "eine innovative Batterie-Zellchemie, einen hohen Integrationsgrad des Batteriepacks und eine hervorragende Energiedichte" an. In der Einstiegsvariante des künftigen Serienautos sieht Mercedes eine Zellchemie mit Lithium-Eisen-Phosphat vor. Die Topvariante verfügt dagegen über Anoden mit Siliziumoxid-Anteil. Dass die Zellen mit Klebstoff und nicht mit Schrauben im Batteriepaket befestigt werden, soll nicht nur das Gewicht senken, sondern zudem die Steifigkeit und damit die Crash-Sicherheit erhöhen.

Mercedes bezeichnet der Concept CLA Class als "Hypermiler” und verspricht für die Studie einen Stromverbrauch von nur zwölf Kilowattstunden auf 100 Kilometern, was zu einer WLTP-Reichweite von mehr als 750 Kilometern führen soll. Für besonders schnelle Ladezeiten – maximal 250 kW Lade-Power beziehungsweise 400 Reichweitenkilometer in 15 Minuten – verfügt das System über eine 800-Volt-Technologie. E-Antriebs-Hightech stellen obendrein der Siliziumkarbid-Inverter (Wechselrichter) und die laut Mercedes besonders fortschrittliche Wärmepumpe dar. Darüber hinaus kann der Concept CLA Class bidirektional laden, also auch Strom an ein Haus oder externe Geräte abgeben.

Antrieb des Mercedes Concept CLA Class

Der laut Mercedes direkt vom EQXX abgeleitete Elektroantrieb mit der Bezeichnung MB.EDU soll der nächsten Generation angehören. In einer kompakten, 175 kW (238 PS) starken Einheit sind der Permanentmagnet-Synchronmotor, das Zweigang-Getriebe und die Leistungselektronik in einem kompakten, weniger als 110 Kilogramm schweren Paket vereint. Der Concept CLA Class verfügt über Hinterradantrieb. Allerdings ist der Antriebsstrang skalierbar und kann auch in anderen Fahrzeugsegmenten sowie in einem Allrad-Layout eingesetzt werden.

Fahrassistenten

Beim automatisierten Fahren auf nahezu allen Straßentypen auf Level 2 hilft das MB-OS-Betriebssystem ebenfalls. In seiner Serienversion soll der Concept CLA Class Unterstützung beim Spurwechsel auf mehrspurigen Straßen sowie automatisches Ein- und Ausparken in engen Parklücken bieten. Bereits für die Basisversion verspricht Mercedes mehrere Kameras sowie Radar- und Ultraschallsensoren. Perspektivisch soll Lidar-Technik das Paket ergänzen. Ist diese von vornherein an Bord, sollen Software-Updates das Auto sogar auf Autonomie-Level 3 upgraden können.

Eine weitere neue Sicherheitsfunktion ist die "Child Presence Detection". Sie soll über mehrere ausgeklügelte Funktionen und deren Verknüpfung sicherstellen, dass bei warmem Wetter nicht unbeabsichtigt Kinder im Auto zurückgelassen werden. Falls es doch passiert, aktiviert der Concept CLA Class beispielsweise die Klimaanlage, warnt Passanten und informiert die Besitzerin oder den Besitzer über die mit dem Auto verbundene Smartphone-App.

Produktion und Marktstart

Die Serienversion des Concept CLA Class soll 2024 auf den Markt kommen; eine präzisere Angabe gibt es von Mercedes bisher nicht. Die Produktion seiner MMA-Modelle wird Mercedes in Rastatt, Kecskemét (Ungarn) und Peking (China) ansiedeln. Im badischen Rastatt entstehen die Neulinge Seite an Seite mit den Vertretern der aktuellen A-Klasse-, B-Klasse-, GLA- und EQA-Generation.

AMG-Version ist geplant

Rund ein Jahr nach dem Debüt dürfte Mercedes vom CLA noch eine AMG-Version auflegen, die dann mit einem eigenen und aggressiveren Styling daherkommt. Vermutlich wird hier dann das ausgeklügelte Aerodynamik-System des EQXX eine stärkere Rolle spielen. Das windschnittige Experimentierfahrzeug besticht durch einen cW-Wert von 0,17, was ziemlich rekordverdächtig anmutet.

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Fazit

Mercedes zeigt mit dem Concept CLA Class auf der IAA in München die Studie eines elektrischen Viertürer-Coupés im Kompaktformat, das auf der neuen MMA-Plattform aufbaut. Das Serienauto, das der Hersteller bereits als stark getarnten Prototyp testet, kommt 2025 als elektrischer CLA auf den Markt.