Mini Countryman C und S All4
Neues Einstiegsmodell heißt Countryman C

Nach den Elektrovarianten und dem scharfen John Cooper Works präsentiert Mini den neuen Countryman nun in den Standardversionen C und S All4 mit milder Hybridisierung.

Mini Countryman C
Foto: BMW Group

Mini präsentiert den neuen Countryman scheibchenweise. Es begann im September 2023 mit den Elektrovarianten E und SE All4 (siehe Video), setzte sich Anfang November mit dem sportlichen John-Cooper-Works-Ableger fort und ging Ende November mit dem stärkeren Verbrenner mit der Zusatzbezeichnung S All4 weiter. Nun gibt die BMW-Tochter Einzelheiten zum Basismodell Countryman C bekannt. Wobei: Ganz allein müssen die Benzinmotoren des Countryman C sowie S All4 die Antriebsarbeit nicht erledigen.

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Die Antriebe des Countryman

Der neue Mini Countryman basiert in all seinen Antriebsvarianten auf der UKL2-Plattform von BMWs Frontantriebsmodellen. Die Basisversion fährt mit 170 PS und maximal 280 Newtonmeter starkem Dreizylinder-Turbobenziner vor. Als zentrale Kraftquelle im Countryman S All4 fungiert ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor mit einer Leistung von 218 PS und einem höchstmöglichen Drehmoment von 360 Newtonmetern. Milde Hybridunterstützung erhalten die Verbrenner jeweils von einer 48-Volt-E-Maschine, die im niedrigen Drehzahlbereich mit anschiebt und einen temporären Boost von 14 kW (19 PS) respektive 55 Newtonmetern zur Verfügung stellt.

Das soll jedoch nicht nur die Kraft, sondern auch die Effizienz der Antriebe steigern. Mini nennt für den Countryman C, der in 8,3 Sekunden von Null auf Hundert beschleunigen und im Höchstfall 212 km/h fahren soll, einen WLTP-Verbrauch von 6,1 bis 6,5 Litern auf 100 Kilometer und einen CO₂-Ausstoß von 138 bis 146 Gramm pro Kilometer. Beim S All4 steigen diese Werte auf 6,8 bis 7,4 Liter und auf 155 bis 169 g/km. Später sollen noch Dieselantriebe in den Countryman-Bug einziehen.

Die Zusatzbezeichnung "All4" verrät es: In der stärkeren Antriebs-Spezifikation fährt der neue Countryman mit Allradantrieb vor, der die Kraft elektronisch und bedarfsgerecht zwischen den beiden Achsen verteilt. Der Countryman C ist dagegen ein Fronttriebler. Das Fahrverhalten soll vom verbesserten Fahrwerk mit Eingelenk-McPherson-Federbein-Vorderachse und Multilenker-Hinterachse sowie von der leicht vergrößerten Spurweite und dem gewachsenen Radstand in puncto Agilität und Komfort profitieren. Optional ist für den Countryman S All4 ein adaptives Fahrwerk mit 15-Millimeter-Tieferlegung und frequenzselektiven Dämpfern erhältlich. In Standard-Konfiguration beträgt die Bodenfreiheit 202 Millimeter. Die Lenkung bezeichnet Mini als markentypisch direkt.

Fahrassistenzsysteme

Erstmals lässt der Countryman teilautomatisiertes Fahren auf mehrspurigen Strecken zu. Bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h können der Fahrer oder die Fahrerin die Hände vom Lenkrad nehmen, sofern er oder sie den Verkehr weiterhin aufmerksam verfolgt und jederzeit zum Eingreifen bereit bleibt. Einen Spurwechsel kann das Modell dank des Autobahnassistenten künftig ebenfalls weitgehend selbstständig ausführen.

Außen-Design

Beim Design unterscheiden sich die Elektro- und Verbrennerversionen des neuen Mini Countryman kaum, weshalb auch der cW-Wert von 0,26 übereinstimmt. Frontseitig verfügen sie über LED-Scheinwerfer mit sechseckiger Tagfahrlicht-Umrandung. Einen Unterschied gibt es beim Kühlergrill, der bei den Benzinern im oberen Bereich offen ist, um dem Triebwerk Frischluft zuzuführen. Das seitlich an der C-Säule angebrachte Design-Element, das optisch in Abhängigkeit der verschiedenen Ausstattungslinien ("Trims") variiert, gibt es ebenfalls hier wie dort. Der Verbrenner rollt jedoch auf anders gestalteten Leichtmetallfelgen, die im Fall des Countryman S All4 Dimensionen von 17 bis 21 Zoll abdecken.

Innenraum

Im Interieur des neuen Mini Countryman soll es geräumiger zugehen als im Vorgänger; das Panorama-Glasdach soll diesen Eindruck zusätzlich verstärken. Gleiches gilt für den Kofferraum: Dieser lässt sich beim S All4 dank der im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Fondsitzlehne von 450 auf 1.450 Liter (Countryman C: 1.460 Liter) vergrößern. Die Rücksitzbank lässt sich zugunsten einer besseren Variabilität um 13 Zentimeter verschieben und ihre Lehne in der Neigung um zwölf Grad verstellen. Mini staffiert den Countryman der dritten Generation innen mit neuen Materialien aus. So trägt das Armaturenbrett künftig einen zweifarbigen Textilüberzug. Bei der Individualisierung hilft die Elektronik: Per Eingabe soll sich das Aussehen und die Atmosphäre des Cockpits komplett verändern, die "Driving Sounds" schaffen unterschiedliche Klänge für den Antrieb.

Ein klassisches, hinter dem Lenkrad positioniertes Instrumenten-Panel gibt es im neuen Mini Countryman nicht mehr. Der zentrale, zur besseren Bedienung näher an die Vordersitze gerückte Touchscreen übernimmt sowohl die Aufgaben eines Kombiintruments als auch jene der Infotainment-Schnittstelle. Das OLED-Display weist eine runde Form auf, misst im Durchmesser 240 Millimeter und arbeitet mit der Betriebs-Software "Mini Operating System 9". Befehle nimmt es nicht nur per Fingertipp, sondern auch über einen Sprachassistenten entgegen.

Markteinführung und Preise

Der neue Mini Countryman wird neben den kleinen BMW-Baureihen 1er, 2er Gran Coupé und 2er Active Tourer in Leipzig gebaut. Die C-Einstiegsversion ist bereits bestellbar, steht vom 17. Februar 2024 an bei den Händlern und kostet mindestens 39.900 Euro im Basis-Trim "Essential". Der Countryman S All4 folgt im Frühsommer zu Preisen ab 45.900 Euro. Die Elektroversionen Countryman E und SE All4 gibt es ab April 2024 für 43.500 beziehungsweise 49.500 Euro.

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Fazit

Mini fährt bei der dritten Countryman-Generation mehrgleisig: Der SUV kommt sowohl mit vollelektrischen Antrieben als auch mit Benzin- und später mit Dieselmotoren auf den Markt, wobei zumindest die Benziner mild hybridisiert werden. Außen gibt es ein moderneres, reduziertes Design und innen kommt der neue Countryman sowohl geräumiger als auch kommunikativer daher.

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AUTO MOTOR UND SPORT 05 / 2024
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Erscheinungsdatum 15.02.2024

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