Nichols N1A Leichtbau-Supersportwagen
Viel V8 und sonst fast nichts

Steve Nichols hat einen Sportwagen im Stil alter CanAm-Renner entwickelt. Den Antrieb übernimmt ein mächtiger Chevrolet-V8-Motor. Nun ist der Bolide reif für die Serienfertigung.

Nichols N1A Leichtbau-Supersportwagen
Foto: Nichols Cars

Steve Nichols stand früher in Diensten von McLaren und entwickelte für die Briten den MP4/4 – den wohl erfolgreichsten F1-Renner der Marke. Jetzt leitet Nichols zusammen mit John Minett mit Nichols Cars seine eigene Marke, schlägt aber mit seinem ersten Modell – dem N1A – erneut die Brücke zu McLaren. Vorbild für den radikal offenen Zweisitzer ist der McLaren M1A, der 1964 als "erster echter McLaren" in der CanAm-Rennserie für Furore gesorgt hatte.

Unsere Highlights

Mit einer Länge von nur 4,30 Meter und einer Breite von 1,76 Meter tritt der N1A ultra-kompakt an. Da es kein Dach und quasi auch keine Windschutzscheibe gibt, fällt zudem die Höhe mit 99 Zentimetern gering aus. Selbst der Radstand liegt mit 2,45 Meter unter VW-Polo-Niveau. Das Rückgrat des N1A bilden ein geklebtes Chassis aus Aluminiumstrangprofilen und Carbon-Elementen sowie eine Karosserie aus Carbon in Formel-1-Qualität. Diese wurde im Windkanal auf möglichst perfekte aerodynamische Eigenschaften getrimmt und kann auf Basis des jeweiligen Kundenwunschs in unzähligen Farben lackiert werden.

V8-Sauger auf Chevy-Basis

Den größten Brocken – im wahrsten Sinne des Wortes – bildet im Nichols-Konzept der Motor. In der Basiskonfiguration kommt ein rund 460 PS starkes Triebwerk zum Einsatz, das von Langford Performance Engineering (LPE), eines Spezialisten für die Wiederaufbereitung klassischer Formel-1-Motoren, auf Basis von Chevrolets LT1-V8 mit 6,2 Litern Hubraum montiert wird. Optional wird eine Leistungsvariante mit 520 PS offeriert.

Nichols N1A Leichtbau-Supersportwagen
Nichols Cars
Charakteristisch für das N1A-Topmodell sind die offenen Ansaugtrichter des Sieben-Liter-V8.

Als Alternative zum Corvette-Aggregat und absolute Overkill-Option wandert auf Wunsch ein sieben Liter großer und ebenfalls bei LPE zusammengebauter V8 in den N1A. Der Motor basiert auf dem ebenfalls in der Corvette eingesetzten LS3-Block und weist neben neuen Kolben und Pleueln auch Drive-by-Wire-Drosselklappen sowie eine Trockensumpfschmierung auf. Dieses Triebwerk fällt mit 659 PS über nur 900 Kilogramm Fahrzeuggewicht her. Spektakulär bei den beiden leistungsstärkeren Versionen sind die frei nach oben gerichteten Ansaugtrichter.

Puristische Fahrmaschine

Geschaltet wird immer mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe vom Spezialisten Dana Graziano. Rein mechanisch per Zahnstange arbeitet auch die Lenkung. Nur gegen Aufpreis wird eine Servounterstützung verbaut; gleiches gilt für das zuschaltbare ABS. Eine Traktionskontrolle ist dagegen serienmäßig an Bord. Die 19 Zoll großen Räder mit 245/40er-Reifen vorn und die 20-Zoll-Felgen hinten mit 305/30er-Walzen – jeweils in Michelin-Pilot-Sport-Cup-2-Spezifikation – docken über Einzelradaufhängungen ans Chassis an. Die Mehrkolben-Bremsanlage ist eine Adaption aus dem Motorsport.

Nichols sieht seinen N1A hauptsächlich als Spaßgerät für die Rennstrecke – da, wo eben auch die CanAm-Modelle unterwegs waren. Dennoch geben die Briten dem radikalen Sportwagen eine Straßenzulassung – zumindest für Großbritannien – mit auf den Weg. Apropos: Das Interieur verfolgt den asketischen Ansatz eines Rennwagens, in dem nichts vom Fahren ablenken soll. Neben Leder sind hochwertige Stoffe und aus dem Vollen gefrästes Aluminium – dieses vor allem an den analogen Armaturen – verarbeitet. Das Lenkrad kommt ganz ohne Multifunktionstasten aus. Das Design des Schaltknaufs zeigt sich von Ayrton Sennas Pendant im McLaren MP4/4 inspiriert.

Einführungs-Sonderserie mit 15 Autos

Nichols Cars beginnt in Kürze mit der Produktion der ersten 15 Fahrzeuge, die alle mit dem Sieben-Liter-Topmotor ausgerüstet sind. Sie erhalten obendrein eine individuelle Seriennummer, die jeweils auf einen Sieg des McLaren MP4/4 referenziert. Zur Erinnerung: In der Formel-1-Saison 1988 gewannen die McLaren-Fahrer Ayrton Senna und Alain Prost mit dem ikonischen Rennwagen 15 von 16 Rennen. Insgesamt soll es maximal 100 Exemplare des Nichols N1A geben. Was der Spaß kostet, wird bislang noch nicht verraten.

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Fazit

Nichols Cars aus Großbritannien baut mit dem N1A quasi einen modernisierten CanAm-Rennwagen der 1960er-Jahre nach. Auch bei der Neuauflage beeindruckt die Kombination aus brachialer V8-Power und extrem wenig Auto. In der höchsten Ausbaustufe treffen 659 PS auf nur 900 Kilogramm Gewicht.

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Erscheinungsdatum 11.04.2024

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