Opel Astra OPC (2023)
Hot Hatch könnte als Elektrosportler kommen

Als PHEV gibt es den Astra schon, eine Elektroversion folgt noch. Nun legen Aussagen des Opel-Designchefs nahe, dass auf Letzterer eine Sportversion basieren könnte. Kommt gar die Modellbezeichnung OPC zurück?

Opel Astra 2022 OPC
Foto: Schulte-Design

Um nur ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, CO₂-Straf-Milliarden an die EU überweisen zu müssen, hat Opel in den letzten Jahren in allen Baureihen motorseitig mächtig abgerüstet. Sechszylinder gibt’s schon lange nicht mehr, dafür jede Menge brave, aber sparsame Drei- und Vierzylinder. Natürlich ist in so einem Umfeld wenig Platz für spaßige Sportmodelle mit OPC-Emblem, das seit April 2018 kein Opel mehr getragen hat. Die selbst auferlegte Sport-Diät war wichtig, um den chronisch klammen Autobauer wieder auf Kurs zu kriegen.

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Wenn alles nach Plan läuft, dann könnte die OPC-Pause mit der aktuellen Generation L des Opel Astra zu Ende gehen. Der kompakte Rüsselsheimer ist nämlich vom alten GM-Unterbau auf die Version 3 der EMP2-Plattform des Stellantis-Konzerns gewechselt. Und die bietet die volle Antriebsvielfalt, wie Ex-Opel-Chef Michael Lohscheller bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt im Interview mit auto motor und sport erklärte: "Der Astra basiert auf der hervorragenden Multi-Energy-Plattform. Die Entwicklung und die Design-Sprache kommen hier aus Rüsselsheim. Der neue Astra wird auf der größeren EMP2-Plattform stehen und damit auch als Plug-in-Hybrid kommen."

Als Elektro- oder PHEV-Sportler?

Was Lohscheller damals noch nicht verraten hat: Opel geht sogar noch weiter und bringt eine vollelektrische Modellversion. Der Astra-e soll Anfang 2023 als fünftürige Limousine kommen; der Sports-Tourer-Kombi mit Batterieantrieb soll kaum länger auf sich warten lassen.

Bleibt die Frage: Falls Opel tatsächlich einen neuen Astra OPC bringt – wird er über einen BEV- oder PHEV-Antrieb verfügen? Für Letzteres spricht ein Seitenblick auf den Opel Grandland X, der ebenfalls den EMP2-V3-Unterbau nutzt und mit den beiden PHEV-Optionen zwei Leistungsstufen am Start hat. Mit Frontantrieb kommt er auf eine Systemleistung von 224 PS. 180 PS liefert der 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder, den Rest steuert der Elektromotor (Peak-Leistung 109 PS) bei. In dieser Antriebs-Spezifikation tritt auch der stärkere der beiden PHEV-Astras an.

Designchef stützt die Elektro-These

Wer den Grandland X Hybrid 4 ordert, hat 300 PS Systemleistung zur Verfügung, weil dann an der Hinterachse eine zweite E-Maschine (Peak-Leistung 109 PS) mitschiebt. Es braucht wenig Fantasie, um sich den künftigen OPC-Astra mit einem vom Grandland X abgeleiteten, 250 PS starken Hybridantrieb vorzustellen. Und warum nicht als 300 PS starke Allrad-Version? Vielleicht hilft ja ein Blick zur Konzernschwester nach Frankreich: Peugeot ist in Sachen Sportlichkeit schon ein Stück weiter und hat bereits den 508 PSE auf dem Markt, den stärksten Serien-Peugeot aller bisheriger Zeiten. Der 508 nutzt ebenfalls die EMP2-Plattform und kommt als Allrad-Version auf eine Gesamtleistung von 360 PS.

Vielleicht geht Opel innerhalb des Stellantis-Konzerns aber auch einen eigenen Weg und bringt die sportlichste Version des neuen Astra als reine Elektroversion. Diese These untermauert Mark Adams mit dieser Antwort auf eine Frage nach einem elektrischen Hot Hatch auf Astra-Basis: "Ja, wir arbeiten an Dingen, die nicht allzu weit weg sind und bei denen wir in diese Richtung gehen werden", sagt Opels Designchef im Gespräch mit Topgear.com. Details verkneift sich Adams zwar; dennoch dürfte damit klar sein, dass sich (teil-)elektrifizierte Sport-Astras in der Pipeline befinden. Munition für Opels OPC-Truppe gäbe es also genug.

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Fazit

Natürlich lässt sich Opel zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu tief in die Karten schauen. Gerade mit Blick auf die PHEV-Optionen des Grandland X und die PSE-Umtriebe von Peugeot sollte es schon mit dem automobilen Teufel zugehen, wenn die Rüsselsheimer dem Astra kein sportliches Topmodell mit auf den Weg geben würden. Ob als OPC oder unter einer neuen Marke, das bleibt abzuwarten. Und ein bisschen Geduld brauchen die Fans darüber hinaus ebenfalls. Zunächst muss der Astra Stückzahlen machen. Ab 2023 wäre dann sicher Luft für ein wenig mehr Sportlichkeit im Portfolio!