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Pagani Huayra R Evo: Jetzt mit 900 V12-Sauger-PS

Pagani Huayra R Evo
Jetzt mit 900 V12-Sauger-PS

Pagani schärft den Huayra R zum Evo – mit stärkerem Motor, extremisierter Aerodynamik und verbessertem Fahrwerk. Öffentliche Straßen sind jedoch tabu.

Der 2021 präsentierte Pagani Huayra R ist bereits ein ziemlich extremes Kraftfahrzeug. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht noch extremer geht: Der nun vorgestellte Huayra R Evo legt die Messlatten in so ziemlich jeder Hinsicht ein ganzes Stück höher. Davor kann man schonmal den Hut ziehen, was der nur für den Rennstreckeneinsatz konzipierte und folgerichtig nicht straßenzugelassene Neuling aus San Cesario sul Panaro ebenfalls macht: Auf Wunsch ist der 5,18 Meter lange, 2,08 Meter breite und 1,16 Meter hohe Sportwagen (Radstand: 2,79 Meter) nach oben offen.

Unsere Highlights

Design und Karosserie

Als Mitglied des Pagani-Programms "Arte in Pista" (frei übersetzt: Rennstreckenkunst) zeichnet den neuen Huayra R ein Design aus, das eher an einen Rennwagen als an ein Straßenauto erinnert. Horacio Pagani zog die größte Design-Inspiration aus der Optik der aktuellen Indy-Cars mit ihrem "Aero-Screen" – einer Art Windschutzscheibe, die zum Schutz vor herumfliegenden Teilen um das gesamte Cockpit verläuft. "Hier kam mir die Idee, ein Auto mit schützenden Polycarbonat-Oberflächen und der Möglichkeit zu schaffen, die beiden Dachteile zu entfernen, um ganz in die Faszination der Luft und den fesselnden Klang des Motors einzutauchen", so der Design- und Firmenchef sowie Gründer des italienischen Edelherstellers.

Windschlüpfig und abtriebsstark sollte die Kohlefaser-Karosserie des Pagani Huayra R Evo natürlich trotzdem gestaltet sein. Was offensichtlich gelungen ist: Im Vergleich zum Standard-R verfügt der Evo über 45 Prozent mehr Abtrieb und eine um 21 Prozent verbesserte aerodynamische Effizienz. Dazu leistet der zehn Zentimeter nach vorn verlegte Frontsplitter seinen Beitrag. Er markiert den Eingang zu einem ausgeklügelten System von Luftkanälen, mit denen Bremsen und Wasserkühler mit Frischluft versorgt werden. Auf der Frontschürze finden sich seitlich Flics, welche die Vorderachse an den Untergrund pressen sollen. Zahlreiche Luftein- und -auslässe gibt es ebenfalls an den Flanken; auch sie dienen vorrangig aerodynamischen Zwecken und der Kühlung einzelner Komponenten. Seinen Motor versorgt der Huayra R Evo in erster Linie über jenen Kanal mit Sauerstoff, der zwischen den herausnehmbaren Dachhälften positioniert ist.

Bei der Gestaltung des komplett durchströmten Hecks haben sich Horacio Pagani und Co. vom Codalunga inspirieren lassen. Das bedeutet übersetzt "Langheck"; im Vergleich zum Huayra R zeigt sich das Evo-Hinterteil um 19 Zentimeter verlängert. Aus der Dachhutze erwächst ein zentrales, längs angeordnetes Aerodynamik-Element, das gleichzeitig als mittlere Stütze des mächtigen Heckflügels dient. Die beiden äußeren Spoiler-Aufnahmen weisen eine geschwungene Form auf und erinnern damit an ein Batmobil. Das Attribut "mächtig" trifft auch auf den Heckdiffusor zu, während die hinteren Leuchten sehr kompakt dimensioniert sind. Den Unterboden des Huayra R Evo hat Pagani neu entwickelt und passgenau in das Aerodynamikkonzept integriert.

Motor

Wie gehabt ist das Triebwerk eine Gemeinschaftsentwicklung mit der motorsporterfahrenen und eng mit Mercedes-AMG verbandelten HWA AG. Den Sechsliter-V12-Saugmotor mit 60 Grad Bankwinkel des Huayra R hat Pagani beim Evo in Form eines geänderten Ansaugkrümmers, geänderter Nockenwellen und eines neu programmierten Steuergeräts weiterentwickelt. Die Maßnahmen münden in einer höheren Leistung (900 statt 850 PS) und einem erhöhten Drehmoment-Maximum (770 statt 750 Newtonmeter); das Drehzahllimit haben die Entwickler von 9.000 auf 9.200/min erhöht. Der Motor ermöglicht dem Huayra R Evo eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h. Beschleunigungswerte nennt Pagani bislang nicht.

Chassis und Antriebsstrang

Es schließt sich eine optimierte Abgasanlage an, deren sichtbares Ende das charakteristische und zentral ins Heck verlegte Endrohr-Quartett ist. Das sequenzielle Sechsgang-Getriebe soll nur 80 Kilogramm wiegen und sich durch besonders schnelle Gangwechsel auszeichnen. Es ist fest mit dem Monocoque verbunden und damit ein zentrales Element für eine optimierte Verwindungssteifigkeit. Im Vergleich zum Huayra R soll sie beim Evo um 38 Prozent besser sein – bei gleichem Gewicht (1.060 Kilogramm), versteht sich. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse beträgt 45:55 Prozent.

Fahrwerk

Der Evo übernimmt das Fahrwerks-Layout des Huayra R mit Doppel-Querlenkern aus geschmiedeter Aluminiumlegierung, Schraubenfedern und elektronisch gesteuerten Dämpfern. Doch er ergänzt es um einen sogenannten "Heave-Dämpfer", der unabhängig von den eigentlichen Stoßdämpfern agiert und die Bodenfreiheit im optimalen Bereich hält. Die aktive Aufhängung arbeitet mit den ebenfalls aktiven aerodynamischen Komponenten zusammen, was die Fahrstabilität und -präzision optimieren soll.

Bremsen und Räder

Die Carbon-Keramik-Bremsanlage hat Pagani zusammen mit dem Spezialisten Brembo eigens für den neuen Huayra R Evo entwickelt. Die CCM-R-Anlage arbeitet an der Vorderachse mit 410 Millimeter großen Scheiben, während an der Antriebsachse 390er-Discs zum Einsatz kommen. Die filigran gestalteten, einteiligen und geschmiedeten Aluminiumfelgen tragen Carbon-Elemente in sich und messen vorn 19 sowie hinten 20 Zoll. In puncto Reifen unterhält der Edelhersteller ebenfalls eine inner-italienische Kooperation: Pirelli liefert eigens gebackene Slicks in den Motorsport-Dimensionen 280/680 R19 vorn und 345/725 R20 hinten. Profilierte Pendants für den Einsatz bei Regenwetter sind natürlich ebenfalls verfügbar.

Innenraum

Als waschechtes Track Tool präsentiert sich der Pagani Huayra R Evo innen entsprechend gestaltet, wobei optische Belange nicht außer Acht gelassen wurden. Den Sicherheitskäfig und die Schalensitze mit Sechspunktgurten hat Pagani nahtlos ins Chassis integriert, wobei fortschrittliche Verbundwerkstoffe wie "Carbo-Titanium HP62-G2" und "Carbo-Triax HP62" das Gewicht drücken. Der Fahrerplatz lässt sich sowohl rechts als auch links integrieren.

"Arte in Pista"-Programm

Die Käuferinnen und Käufer eines Pagani Huayra R Evo erhalten nicht nur ein Auto, sondern ebenso ein um dieses herum gestrickte Event-Paket. Dabei geht es vor allem in "nicht wettbewerbsorientierten" Rennveranstaltungen auf die "prestigeträchtigsten FIA-Rennstrecken der Welt". Ein Pagani-Technik-Team inklusive Ingenieuren, Mechanikern und Technik-Direktor für die Datenanalyse ist dabei ebenso vor Ort wie professionelle Rennfahrer, welche die Fahrfähigkeiten der solventen Kundschaft optimieren sollen; hinzu kommen Physiotherapeuten und Ernährungsberater. Diese Events sollen neben hochoktanigen Adrenalinkicks auch gemütliche Momente enthalten.

Marktstart und Preise

Wann genau Pagani die ersten Kundinnen und Kunden mit einem Exemplar des Huayra R Evo versorgt, verrät der Hersteller bislang nicht. Auch die Limitierung und der Preis bleiben bislang geheim. Orientierung liefern die entsprechenden Daten des Standard-R: Ihn gibt es nur 30 mal und sein Nettopreis liegt bei 2,6 Millionen Euro, was mit deutscher Mehrwertsteuer einem Tarif von knapp 3,1 Millionen Euro entspricht. Wie wir Pagani kennen, dürfte der Evo etwas exklusiver und entsprechend teurer werden.

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Fazit

Der Pagani Huayra R Evo zeigt sich von den aktuellen Indy-Cars inspiriert und bietet eine verbesserte Aerodynamik sowie einen leistungsstärkeren Motor. Wer eines der wenigen und sicher sehr teuren Exemplare ergattert, darf sich jedoch nur auf der Rennstrecke damit austoben.