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Porsche 911 Classic Club Coupe: Der Wunsch-996

Porsche 911 Classic Club Coupe
Wünsch-Dir-was-Porsche geht an US-Promi

Porsche hatte 2022 im Rahmen des Sonderwunsch-Programms für den Porsche Club of America das Porsche 911 Classic Club Coupé als Unikat aufgebaut. Jetzt wurde es versteigert – zu einem extremen Preis an einen extrem bekannten US-Promi.

Porsche 911 Classic Club Coupe Typ 996
Foto: Porsche

Immer mehr Autohersteller fühlen sich bemüßigt, ihren Kunden fast alle Auto-Wünsche zu erfüllen. Auch den nach einem persönlichen Unikat. Porsche hat dazu Mitte 2021 das neue Sonderwunsch-Programm aufgelegt, das an das Sonderwunsch-Programm der späten 1970er Jahre anknüpft. Für die personalisierten Einzelstücke arbeiten die Porsche Exclusive Manufaktur, Porsche Tequipment und Porsche Classic Hand in Hand zusammen.

Ein Sonderwunsch-Kind ist das Porsche 911 Classic Club Coupé, das vom Porsche Club of America (PCA) in Auftrag gegeben wurde. Als Basis diente dabei ein 1998er 911 Carrera vom Typ 996, der mit Elementen vom 1972er 911 Carrera RS 2.7 und der 911er-Sonderserie Sport Classic auf Basis des 997 von 2009 gekreuzt wurde. Das Spenderauto trieb PCA-Geschäftsführer Vu Nguyen vernachlässigt in Virginia auf. Für seine Verwandlung reiste der 996 zurück an seinen Geburtsort in Stuttgart-Zuffenhausen in die Hallen von Porsche Classic.

Unsere Highlights

GT3-Technik trifft Entenbürzel

Porsche 911 Classic Club Coupe Typ 996
Porsche
Unter dem Fiberglas-Bürzel lauert GT3-Antriebstechnik.

Dort durchlief er eine Restaurierung inklusive Demontage und Verstärkung der Rohkarosserie unter Verwendung von Original- und neu entwickelten Teilen. Und weil der Elfer eh schon komplett zerlegt war, wanderten auf PCA-Wunsch auch gleich das Fahrwerk, die Bremsen und Motor des 996.2 911 GT3 unter das Karosseriekleid. Entsprechend leistet der 3,6-Liter-Sechszylinder-Saugmotor im Heck jetzt 381 PS. Über diesem reckt ein Ducktail-Spoiler aus Fiberglas seine Abrisskante keck in die Höhe. Im Double-Bubble-Look tritt das modifizierte Dach an. 18 Zoll große Leichtmetallräder im typischen Look der klassischen Fuchs-Felgen bringen noch mehr Classic-Flair ans Coupé. Abgerundet wird die äußerliche Verwandlung durch eine Sonderlackierung in Sportgraumetallic, die von einem in hellem Sportgraumetallic ausgeführten Doppelstreifen über die Karosseriemitte und zusätzlichen Streifen auf den Flanken akzentuiert wird. Flankierende blaue Linien liefern zusammen mit "Classic Club Coupé"-Schriftzügen das letzte Tüpfelchen auf dem I.

Pepita für den Klassik-Look

Porsche 911 Classic Club Coupe Typ 996
Porsche
Leder und Pepita-Stoffsitzmittelbahnen prägen das Interieur.

Diese findet der Classic Club Coupé-Pilot auch beim Entern des komplett neu gestalteten Cockpits auf den maßgeschneiderten Einstiegsleisten wieder. Hat er erst mal Platz genommen, so umgeben ihn viel schwarzes Leder mit blauen Kontrastnähten. Die Sitzmittelbahnen bringen mit ihrem Stoffbezug das klassische Pepita-Muster ins Spiel. Gestickt auf den Kopfstützen weist erneut ein Classic Club Coupé-Schriftzug auf den Sonderstatus hin. Der Drehzahlmesser greift ihn ebenfalls auf und ergänzt ihn um farbige Elemente, die sich von der Außenlackierung ableiten. Komplett neu in die Mittelkonsole eingepasst wurde in modernes Infotainmentsystem. Überspannt wird die ganze Szenerie von einem perforierten Dachhimmel aus Alcantara. Und weil man bei Porsche eh schon dabei war, hat man für das Unikat gleich noch ein komplettes passendes Taschenset geschneidert.

Umfangreich erprobt

Porsche 911 Classic Club Coupe Typ 996
Porsche
Das Einzelstück wurde in Form eines baugleichen Zwillings umfangreichen Testfahrten unterzogen.

Und weil Porsche sicherstellen wollte, dass das neue Gesamtkunstwerk nicht nur gut aussieht, sondern auch einwandfrei funktioniert, wurden mit einem gleich aufgebauten Schwestermodell umfangreiche Fahrtests in Nardo, Weissach, Idiada und im Porsche-Windkanal durchgeführt. Das Testmodell wurde im Anschluss allerdings wieder demontiert, denn das Porsche 911 Classic Club Coupé soll ja ein echtes Unikat bleiben. Und zwar eines, das alle US-Zulassungsvoraussetzungen erfüllt und so auch ganz legal auf die Straße darf. Über die Kosten für den Umbau schweigt man in Zuffenhausen.

Versteigert für 1,3 Millionen Dollar an Jerry Seinfeld

Das Classic Club Coupe tourte im Jahresverlauf 2022 kreuz und quer durch Nordamerika und legte dabei verschiedene Stopps bei diversen Paraden und PCA-Clubevents ein. 2023 steht für das Unikat der nächste Lebensabschnitt an: Der Wechsel zu einem neuen Besitzer. Der wurde bei der von Broad Arrow Auctions durchgeführten Porsche 75th Anniversary-Auktion vom 8. bis 10. Juni 2023 im Porsche Experience Center in Atlanta gefunden. Der zum Auktionsende nicht genannte Käufer blätterte für das Porsche-Einzelstück 1.325.000 Dollar hin – umgerechnet rund 1.232.000 Euro. Ein Schätzpreis wurde im Vorfeld vom Auktionshaus nicht genannt.

Es war aber allen Beteiligten klar, dass das Unikat nicht billig werden würde. Das Classic Club Coupe gilt jetzt als teuerster Porsche 996 bisher. Zwischenzeitlich wurde auch bekannt, wer so viel Geld für das Unikat angelegt hat. Käufer ist der US-Comedian Jerry Seinfeld, der als großer Porsche-Liebhaber bekannt ist.

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Fazit

Beim Porsche-Sonderwunsch-Programm wünscht der Kunde und Porsche realisiert. Im Fall des 911 Classic Club Coupé stammten die Vorstellungen vom Porsche Club of America. Umgesetzt wurde der Sportwagentraum 2022 bei Porsche Classic in Zuffenhausen. Heraus kam ein 996 mit GT3-Technik und dem Look des Carrera 2.7 RS. 2023 sucht das Unikat nach einem neuen Besitzer. Der wurde im Juni 2023 im Rahmen einer Auktion in Atlanta ermittelt. Der Neu-Besitzer ist kein Geringerer als US-Comedian Jerry Seinfeld. Dem bekennenden Porsche-Fan war das Unikat rund 1,3 Millionen Dollar wert.