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Porsche 911 992.2 im Konfigurator: Porsches Preis-Turbo

Porsche 911 992.2 im Konfigurator
Ausstattung im Wert eines Cayman

Der Porsche 911 GTS rückt nahe an den Turbo – er ist fast so stark und teuer. Auf dem Weg durch den Konfigurator überrascht Porsche mit dreisten Preisen für Lackierungen.

Porsche 911 992.2 Facelift Targa 4 GTS Konfigurator (2024)
Foto: Hersteller

Porsche hat beim 992-Facelift die Farben umsortiert: Contrasts, Shades, Dreams und Legends heißen die neuen Bezeichnungen. Die alte Welt ist im Konfigurator von 718 und 911 Turbo zu besichtigen: Serienfarben, Metallic und Sonderfarben, so war das bisher.

Teure Farbwahl

Umsonst gibt es den 911 GTS in Weiß oder Schwarz. Der Klassiker Indischrot, beim 911 Turbo bisher eine kostenlose Serienfarbe, kostet beim GTS 1.975 Euro extra. Das ist viel Geld für eine Unifarbe. Aventuringrün, beim 718 eine Metallic-Lackierung für 892,50 Euro, ist beim 911 als "Farbe nach Wahl" zu haben – für 10.460 Euro Aufpreis. Das ist der 11,7-fache Preis für dieselbe Lackierung.

Unsere Highlights

Immerhin bietet die Farbe nach Wahl auch Klassiker der Porsche-Farbpalette wie Sternrubin oder Vipergrün. Wer hier nichts findet, kann sich seine eigene Farbe mischen lassen, sollte allerdings 22.896 Euro und acht Monate Wartezeit mitbringen. Ein Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen hat das bereits getan und sich mit seiner Firmenfarbe Essmanngrün in der Palette verewigt.

Wer den Targa wählt, den es übrigens aktuell ausschließlich als GTS mit Allrad gibt, kann das Verdeck kostenlos in Schwarz oder für 357 Euro in Braun, Rot oder Blau haben. Keinen Aufpreis berechnet Porsche für den silberfarbenen Targa-Bügel.

Für 3.201 Euro baut die Exclusive Manufaktur das Sport Designpaket ans Auto: Lufteinlass vorn und Luftauslass hinten sind in Carbon ausgeführt, die Seitenschwellerverkleidungen anthrazitfarben lackiert. Ebenfalls aus der Exclusive Manufaktur: Carrera Exclusive Design-Räder mit Carbon Blades für 887 Euro in der serienmäßigen Rädergröße: 20 Zoll an der Vorderachse, 21 Zoll an der Hinterachse. Für Winterkompletträder im GTS-Design inklusive Michelin Pilot Alpin 5 berechnet der Sportwagenhersteller 10.234 Euro. Manche Fans denken bei diesem Tarif womöglich über den Erwerb eines Winterautos nach.

Innenraum: Race Tex oder Leder

Der Innenraum des 911 GTS bietet serienmäßig drei Möglichkeiten: Eine Kombination aus Race-Tex und Leder mit der Sitzmittelbahn in Race Tex oder Leder sowie eine Lederausstattung. Die ist außer in Schwarz wahlweise in Bordeauxrot oder Darknightblue zu haben. Darüber hinaus gibt es für 596 Euro zweifarbige Kombinationen, etwa in Darknightblue und Kreide. Wer es klassischer mag, kann zum Clubleder greifen, das es für 1.696 Euro in Schwarz oder Trüffelbraun oder für 2.529 Euro in Bi-Color Basaltschwarz/Classic Cognac gibt.

Die teuerste Option ist mit einem Aufpreis von 3.998 Euro das Interieurpaket GTS mit Nähten, Sicherheitsgurten und Schriftzügen in einer der beiden Kontrastfarben Schiefergrau Neo oder Karminrot. Dazu kommen einige Interieur-Zierteile in Carbon. Praktischen Mehrwert bieten die adaptiven Sportsitze Plus mit 18-Wege-Verstellung und Memory: stärker ausgeprägte Wangen stützen besser und bis zu drei Fahrer können ihre Einstellungen für Fahrersitz sowie Außenspiegel über eine Taste neben dem Türöffner abrufen.

Titan-Endrohre und Keramik-Bremsen

Hübsch, aber nicht unbedingt nötig, sind die Sportendrohre in Titan (1.059 Euro) und die Porsche Design Subsecond Uhr (1.056 Euro). Die stoppt zwar, anders als die Sport-Chrono-Anzeige, keine Zeit, passt aber perfekt zur gleichnamigen Armbanduhr von Porsche Design.

Ob Keramikbremsen (Porsche Ceramic Composite Brake, PCCB) unbedingt nötig sind? Vielleicht nicht. Doch wenn ihnen gelbe Bremssättel zu auffällig sind, montiert Porsche die PCCB mit Bremssätteln in Schwarz. Kostet dasselbe wie schwarze Bremssättel bei den Serienbremsen: 821 Euro. Fair, oder nicht?

Sound von Bose oder Burmester?

Vielleicht investieren Sie die 10.532 Euro für die Keramikstopper lieber in andere Technik? Mit dem Remote Park Assist (2.838 Euro) parkt der 911 fernbedient ein, hält mit Inno Drive (2.743 Euro) Abstand, Spur und erkannte Geschwindigkeit, beschleunigt und verzögert außerdem passend zur Topografie und Streckenführung. Wer so entspannt Porsche fährt und dabei Musik hören möchte, kann das Klangerlebnis mit Surround-Soundsystemen von Bose (1.416 Euro) oder Burmester (4.605 Euro) verfeinern.

Die frühkindliche Porsche-Prägung erleichtern diverse Kinder- und Babysitze. Kurz vor der Kasse wartet Quengelware für Erwachsene: Diverse Pflegesets, Putzmittelchen und Reinigungstücher wollen mitgenommen und nach Feierabend zur Wagenpflege eingesetzt werden. Zum Schluss gilt es, nur noch eine schwere Entscheidung zu treffen: Werksabholung am Stammsitz Zuffenhausen oder in Leipzig mit dynamischer Fahreinweisung?

Am Ende machen Extras und Zubehör rund 77.000 Euro aus – der Gegenwert eines Porsche 718 Cayman S.

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Porsche Panamera 22L oakgrünmetallic
Oakgrün-Metallic

Fazit

Wer beim Konfigurieren eines Porsche 911 Targa 4 GTS fleißig Knöpfchen drückt, toppt locker den Preis eines 911 Turbo S: Bei 271.000 Euro ist jedoch noch lange nicht Schluss – denn da sind noch nicht die Lamellen der Lüftungsdüsen, der Sicherungskasten oder die Sonnenblenden beledert oder das persönliche Monogramm auf Bordmappe, Mittelkonsole und Fußmatten geprägt.

Die Möglichkeiten zur Individualisierung sind toll – schließlich handelt es sich um ein Auto aus der Großserie. Weniger toll ist, wie dreist Porsche die Preise für manche Lackierungen erhöht hat: Dass eine Metallicfarbe bei dem einen Auto 892,50 Euro kostet und bei dem anderen 10.460 Euro, ist mit technischen Gründen nicht zu erklären.