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Porsche Taycan Facelift 2024: Alle Details + erste Fahreindrücke

Porsche Taycan Facelift (2024)
Präzisionsmaschine mit Komfort-Überraschung

Der Porsche Taycan erhält 2024 eine Modellpflege mit verfeinertem Design, optimierten Elektro-Antrieben und stark erhöhter Reichweite. Erfahren Sie hier alles zu den technischen Details und den ersten Fahreindrücken.

So fährt der Porsche Taycan Turbo S

Es ist wie erwartet: Der Facelift-Taycan fährt leise, unspektakulär und präzise wie ein Porsche. Überraschend hingegen wirkt der hohe Komfort durch das aktive Fahrwerk. Bei normaler Fahrt liefert das System, das ohne konventionelle Stabis auskommt, sanftmütiges Ansprechen und sorgfältiges Absorbieren von Unebenheiten sowie eine stets perfekte Trimmlage der Karosserie. Active Ride gleicht einzelne Unebenheiten pro Rad nahezu perfekt aus, kann im Komfort-Modus Bewegungen sogar überkompensieren, die Karosserie regelrecht in die Kurve legen oder nach vorn oder hinten neigen. Natürlich nur zart – und abschaltbar.

Der große E-Ratgeber

Egal, ob bei Komfort oder Dynamik: Du spürst die perfekt eingespielte Choreografie von Hard- und Software sowie die feine Ingenieursleistung der Abstimmer. Ein allradgetriebener, torque-vectorierter, allradgelenkter, aktiv stabilisierter Porsche Taycan war schon bisher mit Adaptivdämpfern ein ultraschneller Kurvenschlingel. Doch mit den Aktivdämpfern bringt er die Kraft und Geschwindigkeit noch gelassener auf den Boden. Buchstäblich, wegen der ausgeglicheneren Radlasten, dem Wank- und Nickausgleich. Ausgelastet fühlst Du Dich dagegen als Fahrer, wenn Du das Potenzial auch nur ansatzweise nutzen möchtest. So fordert der 952 PS-Launch-Start mit 2,4 Sekunden auf 100 selbst abgehärtete Fahrensleute. Ohne dass der Taycan Turbo S jenseits der 100 nennenswert nachlassen würde. Es geht ansatzweise los und ebenso wuchtig weiter. Dabei ist er alles andere als ein stumpf geradeausbolzender Elektro-Dragster.

Kurven? Kann er!

Im Gegenteil: der Porsche Taycan Turbo S kurvt einen mit immerhin 764 PS Dauerleistung schwindelig. Buchstäblich. Beschleunigen, bremsen, einlenken, querbeschleunigen, rausbeschleunigen. Alles wie im schnellen Vorlauf. Ohne Ton. Irre. Das Teil hat immer und überall Druck, Traktion und Präzision, gibt Dir über die Porsche-typische Lenkung mit passendem Handmoment stets sauber Rückmeldung, verzeiht auch mal einen Fahrfehler, baut jederzeit kaum merklich, ja fast unbarmherzig Tempo auf. Mit dem Push-to-Pass-Knopf und dessen 70 kW extra für zehn Sekunden noch vehementer, doch auch ohne schon beeindruckend.

Porsche Taycan Facelift
Porsche

Auf Knopfdruck gibt’s einen Leistungs-Nachschlag von 70 kW.

Auch beeindruckend: die Traktion und Regelgeschwindigkeit selbst bei voll aktivierter Hilfselektronik, die kaum Leistung verschlupfen lässt. Alles kommt auch dank des Torque Vectoring per elektronisch gesteuerter Differenzialsperre hinten über die griffigen Pirelli-Reifen auf den Asphalt – und knallt ohne Umschweife in den Gleichgewichtssinn. Schön für die einen, fast beängstigend für die anderen. Aber Fahrpedal und Lenkrad sind ja zum Glück stufenlos, da kann sich jeder sein Wunschtempo heraussuchen. Und sich dabei jederzeit auf eine vehemente und standfeste Bremse verlassen, die nunmehr mit 400 statt 290 kW rekuperiert und ansonsten per optionaler Keramikanlage standesgemäß verzögert. Wäre ja noch schöner, wenn man sich wegen der Bremse in einem Taycan bremsen müsste.

Porsche Taycan: Das bringt das Facelift

Seit 2020 ist der Porsche Taycan auf dem Markt. Voraussichtlich 2027 wechselt der Elektro-GT mit dem Start der zweiten Modellgeneration von der aktuellen J1-Plattform auf die neue VW-eigene Scalable Systems Platform (SSP), die für Porsche- und Rimac-Ansprüche auf "Sport" getrimmt wird. Auf halbem Weg dorthin steht für den Taycan im Jahr 2024 eine große Modellpflege an. Erste Reichweiten-Testfahrten in den USA bestätigen eine deutlich gesteigerte Reise-Distanz, die Porsche auch in den technischen Daten nennt.

Der bisherige Taycan kommt mit großer Batterie laut WLTP rund 500 Kilometer weit. In unserem Test schafft ein aktueller Taycan GTS auf der Elektrorunde 426 Kilometer mit einer Ladung. Auf einer Strecke zwischen Los Angeles und San Diego waren Anfang 2024 Facelift-Modelle unterwegs. Maximales Tempo 120 km/h, an Bord die große Performance Batterie Plus (93,4 kWh brutto / 83,7 kWh netto). Mit einer Ladung sind die Vorserienmodelle laut Porsche bis zu 587 Kilometer weit gekommen. An den 300-kW-Ladesäulen von Electrify America saugte sich der E-Sportwagen zudem in weniger als 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent SOC (State of Charge).

Die Verknüpfung von optimierter Ladeleistung und -zeit mit einer erhöhten Reichweite nennt Porsche die "Strategie des schnellen Reisens". Also hohe Real-Reichweiten gepaart mit möglichst kurzen Ladestopps. Abseits der gesteigerten Effizienz gibt es aber freilich auch Modifikationen am Erscheinungsbild des Taycan.

Aufgefrischte Front

So bekommt der Taycan in beiden Karosserievarianten eine neu gezeichnete Frontschürze. Die prägen eine neue Spoilerlippe sowie eine neue Aufteilung der unteren Lufteinlässe. Verändert haben sich auch die seitlichen Kiemen unter den Scheinwerfern. Diese kommen mit den neuen hochauflösenden HD-Matrix-Scheinwerfern mit je vier LED. Kern-Features sind die Fahrspuraufhellung, Bau- und Engstellenlicht sowie adaptives Autobahnfernlicht. Letzteres leuchtet auf einer Distanz von bis zu 600 Metern, wobei der Gegenverkehr nicht geblendet wird und die Bereiche daneben deutlich aufgehellt sind. Am Heck ist der Porsche-Schriftzug mit Glasoptik und dreidimensionaler Form künftig optional beleuchtet ausgeführt.

Bei der Seitenschwellerverkleidungen ist eine neue Kontur mit leichtem Schwung unterhalb der Beifahrertüren auszumachen. Am Heck werden Schürzen und Leuchten überarbeitet. Ein Blick ins Cockpit zeigt, dass es hier keine Änderungen gibt. Lediglich bei Ausstattungs-Details und Oberflächen gibt es Neuerungen. So sind zwei neue lederfreie Ausstattungen verfügbar. Die Bi-Color-Lederausstattungen bekommen neue Farbkombinationen, dazu kommt ein Software-Update für Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme.

Schneller Laden, mehr Reichweite

Technisch wurde der Porsche Taycan umfangreich modifiziert, das betrifft sowohl die Antriebe als auch die Batterie- und Ladetechnik. An Schnellladesäulen mit 800-Volt-Technologie lädt der Taycan mit bis zu 320 kW. Das sind 50 kW mehr als bisher. Dazu wurde das sogenannte Ladefenster für Schnellladung vergrößert, der neue Taycan lädt also länger mit maximaler Leistung. Außerdem wurde die maximale Ladeleistung für tiefere Temperaturen ab 15 Grad freigegeben, auch das sorgt für zusätzliche Lade-Performance.

Porsche Taycan 2024 Technik Infos
Porsche

Die neue E-Maschine an der Hinterachse des Taycan ist 80 Kilowatt stärker und zugleich 10,4 Kilogramm leichter als das vorherige Bauteil.

Die neue Elektromaschine an der Hinterachse bekommt ein starkes Leistungsplus um 80 kW. Außerdem ist der neue Motor auch noch 10,4 Kilo leichter als beim Vor-Facelift-Modell. Gleichzeitig steigt die maximale Rekuperationsleistung beim Bremsen von 290 auf bis zu 400 kW. Wird das Sport Chrono Paket geordert, liefert die neue Push-to-Pass Funktion für zehn Sekunden einen Zusatzschub mit bis zu 70 kW Leistung. Inklusive Overboost-Funktion liefert der Turbo S jetzt 952 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 1.100 Newtonmeter.

Die Performance-Batterie liefert Porsche beim neuen Taycan mit höherer Kapazität von 105 statt wie bisher 93 kWh. Dadurch steigt auch die Reichweite entsprechend. Mit Hinterradantrieb und Performance-Batterie schafft die Taycan Sportlimousine jetzt nach WLTP-Norm 678 Kilometer, das sind 175 Kilometer mehr als beim bisherigen Modell. Durch die neue Motorentechnik steigert sich außerdem die Performance. Das Basismodell beschleunigt nun in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, 0,6 Sekunden schneller als bisher. Beim Turbo S dauert der Standardsprint nur noch 2,4 Sekunden – 0,4 Sekunden flotter als beim Vorgänger.

Die Preise sind deutlich gestiegen

Es bleibt bei den Karosserieformen Taycan, Taycan Sport Turismo und Cross Turismo mit den bekannten Ausstattungen als Taycan 4, Taycan 4S, GTS, Turbo und Turbo S. Die Preise steigen allerdings deutlich. Los geht es beim Standard-Taycan mit 408 PS für 101.500 Euro, der Taycan S mit 544 PS ist ab 120.900 Euro verfügbar, mit 884 PS als Turbo sind 175.600 Euro fällig und der Turbo S mit seinen 952 PS möchte für 209.900 Euro aus dem Showroom abgeholt werden. Die Sport- und Cross-Turismo-Varianten liegen wie bisher über diesen Preisen, teuerstes Modell ist der Taycan Turbo S Cross Turismo für 211.300 Euro.

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Fazit

2024 tritt der Porsche Taycan mit einem Facelift an. Das bringt dem Elektro-GT eine neue Front sowie weiter überarbeitete Antriebe mit mehr Leistung und größerer Reichweite. Mit Overboost-Funktion sind jetzt bis zu 952 PS am Start. Gleichzeitig steigt dank effizienterer Technik und einer größeren Performance-Batterie die Reichweite auf bis zu 678 Kilometer.